Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Außenverlegung der Kältemittelleitungen bei meiner neuen Split-Anlage und stoße auf einige Fragen, zu denen die mitgelieferten Montageanleitungen meist nur wenig hergeben. Die meisten Hersteller schreiben einfach nur 'ordnungsgemäß verlegen' ohne konkrete Angaben.
Konkret interessiert mich folgendes: Welche Schutzkanäle sind bei dauerhafter UV-Belastung im Sommer wirklich langzeitstabil? Kunststoffkanalware vergilbt und versprödet bekanntermaßen nach wenigen Jahren, aber welche Materialien oder Systeme halten wirklich? Ich habe von einigen gehört, dass Edelstahlkanäle zwar teurer, aber deutlich langlebiger sind.
Dann wäre da das Thema Gefälle beim Kondensatschlauch des Innengeräts – gibt es Richtwerte für das Mindestgefälle, damit das Kondensat sicher abläuft und sich kein Wasser im Schlauch staut? Bei manchen Installationen habe ich gesehen, dass das fast waagerecht verlegt wird, was mir suspekt vorkommt.
Und schließlich die Befestigungsabstände der Leitungsschellen: Es gibt ja keine einheitliche Norm soweit ich das beurteilen kann. Zu weite Abstände führen durch das Gewicht zu Durchhängern, die dann wiederum Kondensat stauen können. Zu enge Abstände bedeuten mehr Materialeinsatz und Arbeitsaufwand.
Hat jemand hier konkrete Erfahrungswerte aus eigenen Installationen oder sogar Messdaten? Gerade im Hochsommer zeigen sich Schwachstellen in der Verlegung ja oft besonders deutlich.
Zum Thema UV-Schutz kann ich aus meiner Recherche sagen: Standard-PVC-Kanalware hält im Direktsonnenbereich tatsächlich oft nur 5-8 Jahre bevor sie spröde wird. Ich habe bei meinem Vergleich verschiedener Installationskonzepte gesehen, dass viele auf PA-Kabelkanäle (Polyamid) umsteigen, die UV-stabiler sein sollen. Edelstahl ist natürlich die Königslösung, aber preislich halt ein anderes Niveau. Für eine 70m²-Wohnung wie meine wäre das wohl übertrieben – ich tendiere zu hochwertiger PA-Ware mit UV-Additiven. Zum Gefälle kann ich nichts Belastbares beitragen, das wäre interessant zu wissen.
Ehrlich gesagt würde ich bei solchen Detailfragen nicht zu sehr auf Forenempfehlungen vertrauen – die VDI 2052 und die EN 378 geben da durchaus Hinweise, auch wenn sie nicht immer explizit Zentimeterangaben machen. Was mich bei Deiner Frage etwas skeptisch stimmt: Edelstahlkanalware für Wohnrauminstallationen ist meiner Erfahrung nach komplett oversized. Hab ich noch bei keiner normalen Wohninstallation gesehen und dürfte auch Monteuren komisch vorkommen. UV-stabilisiertes PA oder witterungsbeständiges HDPE sind der realistische Standard bei langlebigen Außeninstallationen. Den Rest löst ordentliche Abdichtung und regelmäßige Sichtprüfung. Beim Vakuumierungsthema hab ich ähnlich festgestellt dass die praktischen Erfahrungswerte manchmal weiter voneinander abweichen als man denkt.
Ich hab das bei mir seinerzeit sehr akribisch geplant, also kann ich da ein paar konkrete Werte liefern. Beim Kondensatschlauch vom Innengerät hab ich auf mindestens 2% Gefälle geachtet, das entspricht 2cm pro Meter. Alles darunter ist tatsächlich riskant, besonders bei längeren Strecken. Waagerecht ist absolut nicht empfehlenswert – bei mir war das ein klarer Planungspunkt, der nicht verhandelbar war.
Bei den Leitungsschellen hab ich mich an 80cm Abstand gehalten, bei dickeren gedämmten Leitungen eher 60cm. Das hält die Durchhänger zuverlässig in Grenzen. Ich hab vor der Installation monatelang Installationsanleitungen verschiedener Hersteller verglichen und das war der Kompromiss der sich rauskristallisiert hat.
Für die Kanalware hab ich damals graue RAL7035 Kabelkanäle aus PVC genommen – nach inzwischen einigen Jahren sehe ich erste leichte Versprödungszeichen in den Süd-Sonnenbereichen. Beim nächsten Mal würd ich da tatsächlich zu UV-stabilisiertem Material greifen.
Ich hab das bei meiner Installation selbst optimiert und messe die Auswirkungen per Energiemonitor. Konkret zum UV-Schutz: ich hab im Baumarkt auf PA6-Kabelkanäle mit explizitem UV-Stabilisierungshinweis geachtet, die sind deutlich teurer als Standard-PVC aber das lohnt sich. Mein COP-Verbesserungsprojekt mit der Außengeräte-Beschattung hat mir übrigens gezeigt wie stark Hitzeeinwirkung die gesamte Anlage belastet – da wäre schlecht gedämmte oder beschädigte Außenleitung noch ein zusätzlicher Verlustfaktor.
Zum Gefälle: 2-3% halte ich für realistisch umsetzbar und ausreichend. Ich hab meinen Kondensatschlauch mit einer Wasserwaage-App kontrolliert beim Verlegen, klingt übertrieben ist aber schnell gemacht. Bei den Schellen bin ich bei 70-80cm, mehr würde mich auch stören.