Hallo zusammen,
ich plane gerade für diesen Sommer die Installation einer Split-Klimaanlage in meinem Wohnzimmer. Das Gerät habe ich schon – ein 3,5 kW Inverter-Gerät mit R32. Jetzt stehe ich vor der Frage, wie ich die Montage am besten angehe, bzw. was ich selbst machen kann und was wirklich ein Fachmann übernehmen muss.
Die Außeneinheit soll an die Hauswand, Erdgeschoss, Südseite. Inneneinheit ca. 4 Meter entfernt. Ich bin handwerklich nicht völlig unbedarft – hab schon diverse Dinge selbst gemacht, aber Kälteanlagen sind natürlich nochmal eine andere Hausnummer.
Meine konkreten Fragen:
1. Muss die Kernbohrung wirklich von einem Fachmann gemacht werden, oder kann ich das selbst übernehmen?
2. Beim Kältemittelkreislauf (befüllen, Vakuumieren etc.) ist doch ein zertifizierter Kälteanlagenbauer Pflicht, oder? Was genau darf ich selbst machen?
3. Wie wichtig ist die genaue Ausrichtung der Rohrleitungen – ich hab gelesen, dass Gefälle und Länge eine Rolle spielen?
4. Gibt es Tipps zur Elektrik – brauche ich zwingend eine eigene Absicherung?
Bin dankbar für jeden konkreten Hinweis. Möchte nicht in einen teuren Fehler hineinlaufen, aber auch nicht mehr Handwerker beauftragen als wirklich nötig ist.
Ich hab mich dieses Jahr auch intensiv mit dem Thema beschäftigt, nachdem ich bei Sommer 2026 – welche DIY-Kühllösungen funktionieren wirklich? mitgeschrieben habe. Da hat sich ziemlich klar herauskristallisiert, dass bei Split-Systemen der DIY-Anteil begrenzt ist – aber nicht null.
Was du selbst machen kannst: Außeneinheit aufhängen (Halterung befestigen), Inneneinheit montieren, Kernbohrung, Leitungsverlegung und Kabelführung. Was du NICHT selbst machen darfst: alles was den Kältemittelkreislauf betrifft. Das ist in Deutschland klar geregelt – Sachkundenachweis Kategorie I nach EU-VO 2015/2067 ist nötig.
Beim Thema Rohrleitungsgefälle würde ich nicht unterschätzen: Kondenswasser aus dem Außengerät muss weg können, und die Kältemittelleitungen sollten bestimmte Biegeradien haben. Ich hab das beim ersten Mal unterschätzt und dann nochmal von vorne angefangen.
Für Südseite bei deiner Außeneinheit: denk auch an direkte Sonneneinstrahlung auf die Außeneinheit selbst – das kann die Effizienz etwas drücken.
Hi Klaus,
also zur Kernbohrung: Das kannst du problemlos selbst machen, solange du weißt wo Leitungen in der Wand liegen. Ortungsgerät vorher nutzen, dann passt das. Für die Bohrung brauchst du einen Diamantkernbohrer, entweder kaufen (teuer) oder ausleihen beim Baumarkt.
Beim Kältemittelkreislauf hast du Recht – das Befüllen mit R32 ist nach F-Gase-Verordnung zertifizierten Betrieben vorbehalten, da kommt man nicht drum rum. Aber: Viele Geräte kommen mit Vorbefüllung in der Außeneinheit, und wenn die Leitungslänge unter dem vorgeladenen Volumen bleibt, musst du gar nichts nachfüllen. Das Vakuumieren übernimmt dann der Kälteanlagenbauer – der braucht dafür vielleicht ne halbe Stunde, kostet also nicht die Welt.
Rohrleitungen: Ja, Gefälle ist wichtig, damit das Kondensat ordentlich ablaufen kann. Außerdem Biegeradien einhalten, sonst drückt die Kupferleitung zusammen und du bekommst Probleme mit dem Durchfluss. Lieber ein bisschen mehr Zeit beim Verlegen investieren.
Zur Elektrik: Separate Absicherung ist dringend empfohlen, bei 3,5 kW auch sinnvoll. Schau in die Montageanleitung, da steht meist genau welche Sicherungsgröße und Leitungsquerschnitt. Wenn du keinen freien Stromkreis hast, wird's ein Fall für den Elektriker.
Kurze Ergänzung noch: Lass die Vakuumierung wirklich von jemandem mit dem richtigen Equipment machen und spar da nicht. Ich hab bei Fachinspektion Klimaanlage – lohnen sich die 80-150€ für den Profi? schon geschrieben: Die paar Euro für sowas sind gut investiert. Eine nicht richtig evakuierte Anlage macht langfristig Ärger durch Feuchtigkeit im System.