Moin zusammen, nach knapp zehn Jahren möchte ich mich wieder mit Klimaanlagen beschäftigen und diesmal selbst eine Split-Anlage einbauen. Vorher möchte ich aber wissen, ob meine Wohnung überhaupt dafür in Frage kommt, bevor ich Geld ausgebe.
Zur Situation: 3-Zimmer-Wohnung, Baujahr 1995, Obergeschoss mit Südbalkon. Die Fenster sind noch original (einfach verglast), der Außenputz bröckelt teilweise. Ich möchte das Innengerät im Wohnzimmer (ca. 28 qm) haben und das Außengerät auf dem Balkon. Der Balkon ist allerdings nach vorne zum Nachbarn raus – ob das Platzprobleme gibt, weiß ich noch nicht.
Meine wichtigsten Fragen:
1. Wie erkenne ich, ob die Wohnung von den Raumabmessungen und der Bausubstanz her überhaupt sinnvoll zu kühlen ist?
2. Was muss ich beim Bohren durch die Außenwand beachten – gibt es da versteckte Leitungen oder Statik-Probleme, die ich vorher prüfen sollte?
3. Reicht eine normale Steckdose, oder brauch ich einen separaten Stromkreis mit eigner Sicherung?
Danke im Voraus!
Klingt so, als würdest du das systematisch angehen – gut so. Eine Sache: Mit einfachverglasten Fenstern und Südlage wird deine tatsächliche Kühlleistung möglicherweise nicht reichen, wenn es hart auf hart kommt (Juli/August Hitze). Der Nachbarbalkon ist auch ein faktisches Problem – wenn du das Außengerät zu dicht dran platzierst, wird die Luftzirkulation behindert und der COP sinkt merklich. Und vergiss nicht: So ein Außengerät macht Lärm, dein Nachbar wird dich lieben.
Für den Wanddurchbruch: Handwerk ist eine Sache, aber rechtlich musst du die Vermieterin/den Vermieter einbeziehen – auch wenn sie/er zustimmt. Das Bohren selbst ist nicht schwer, mit der richtigen Bohranlage. Aktuell (Juli) ist die Wärmesituation günstig zum Testen, aber warte lieber bis Herbst wenn die Hitze weg ist, dann packst du es gelassener an.
Gute Überlegung, das vorher zu klären. Also zur Eignung: Die 28 qm Wohnzimmer sind kein Problem, aber mit den einfachverglasten Fenstern und dem Baujahr wirst du höheren Kühlbedarf haben als bei modernerem Standard. Für die Auslegung brauchst du grob: Raumgröße × Dämmwert (hier eher schlecht) + Sonneneinstrahlung (Süd!) + Wärmequellen. Rechne mit 60–80 W pro qm – deine 28 qm brauchen also wahrscheinlich 1,7–2,2 kW Kühlleistung.
Zum Wanddurchbruch: Das ist der kritischste Punkt. Lass dich VORHER beraten – in Altbauten können Stromleitungen, Wasser- oder Heizungsrohre in den Außenwänden laufen. Statik ist bei so einem kleinen Loch (ca. 50 mm) kein Thema, aber du schuldest es dem Vermieter zu melden. Ein Rohrleitungs-Ortungsgerät mieten oder vom Elektriker checken lassen kostet 50–100 Euro und spart dir tausend Euro Ärger.
Stromkreis: 100%ig ja. Split-Geräte dürfen nicht an normale Haushaltssteckdosen (max. 3,7 kW). Du brauchst einen eigenen 16A-Stromkreis (bei einer guten 2,5 kW Maschine), plus differenzierter Leiter im Leitungsschutzschalter. Das ist eine Elektrikersache – lass das nicht selbst machen.
Markus, bevor du anfängst würde ich dir empfehlen, den Innenputz in dem Zimmer mal abzuschlagen und zu schauen wie die Wand aufgebaut ist. Bei Baujahr 1995 kann da allerhand sein – Hohlschichten, alte Kabelkanäle, feuchte Stellen. Mir ist das damals nicht eingefallen und später beim Verdampfer waren Feuchteprobleme das Thema, die hätte ich vorher sehen können. Die Rohrleitungsführung wird dir in einer älteren Wohnung immer irgendwie eng – versuch schon mal durchzuplanen, wo die Leitungen lang sollen, bevor du kaufst. Wenn du magst, lade mal ein Grundriss hoch, dann kann ich dir konkrete Tipps geben wie ich das selbst gelöst habe.