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Mobile Klimaanlage: Was sie wirklich kann – und was nicht

Es ist kurz nach zwei Uhr morgens, das Thermometer zeigt noch immer 27 Grad, und die Luft im Schlafzimmer steht wie in einem geschlossenen Auto, das stundenlang in der Sonne geparkt war. Man dreht sich von einer Seite auf die andere, das Kissen ist längst durchgeschwitzt, und an Schlaf ist nicht zu denken. Genau in diesem Moment, wenn die Erschöpfung mit der Hitze kämpft und man verliert, beginnen die meisten Menschen damit, ernsthaft über eine mobile Klimaanlage nachzudenken. Und weil eine fest installierte Anlage für Mieter oft keine Option ist, landet der Blick schnell bei mobilen Klimageräten – jenen rollbaren Boxen mit dem charakteristischen Abluftschlauch, die man im Baumarkt oder Onlinehandel für 300 bis 800 Euro bekommt. Ob sich das lohnt, wie man ein solches Gerät richtig betreibt und welche Grenzen es hat, erklärt dieser Artikel.

Wie eine mobile Klimaanlage eigentlich funktioniert

Im Kern arbeitet jede Klimaanlage nach dem gleichen physikalischen Prinzip: Ein Kältemittel wird im Gerät verdampft, nimmt dabei Wärme aus der Raumluft auf und gibt diese Wärme an anderer Stelle wieder ab. Im Inneren des Geräts befindet sich zunächst ein Verdampfer, über den die warme Raumluft gesaugt wird. Hier kühlt das Kältemittel die Luft ab und nimmt dabei Wärme auf. Dann verdichtet ein Kompressor das Kältemittel, wodurch es sich erhitzt. Diese Wärme muss das Gerät nach außen abführen – über den Kondensator und den Abluftschlauch, der aus dem Fenster geführt wird. Das Ergebnis: kühle Luft strömt in den Raum, warme Abluft verlässt ihn nach außen.

Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied, der für die Kaufentscheidung erheblich relevant ist: den zwischen Einschlauch- und Zweischlauchgeräten. Die meisten günstigen Geräte arbeiten mit einem einzigen Schlauch, der die heiße Abluft nach außen transportiert. Das klingt zunächst unkompliziert, hat aber einen Haken. Damit der Kompressor die Wärme über den Schlauch abführen kann, saugt er Luft aus dem Raum an. Diese fehlende Luft strömt nach – durch Türritzen, Fensterundichtheiten, Türspalten. Dabei kommt natürlich warme Außenluft herein, die das Gerät sofort wieder kühlen muss. Das Einschlauchgerät arbeitet also gewissermaßen gegen sich selbst. Es kühlt Luft ab, saugt sie gleichzeitig als Betriebsluft wieder an und schafft so einen permanenten Unterdruck im Raum, der warme Außenluft hereinzieht.

Zweischlauchgeräte lösen dieses Problem, indem sie über einen separaten Ansaugschlauch direkt Außenluft zur Kühlung des Kondensators nutzen. Der Raum selbst wird dabei nicht mit Unterdruck belastet, was die Effizienz deutlich verbessert. Zweischlauchgeräte sind zwar in der Anschaffung teurer und etwas aufwändiger zu installieren, liefern bei gleichem Stromverbrauch aber spürbar bessere Kühlergebnisse – besonders in gut abgedichteten Räumen.

Ein wichtiges Maß für die Effizienz ist der sogenannte EER-Wert, der Energy Efficiency Ratio. Er gibt an, wie viel Kühlleistung ein Gerät pro eingesetzter Wattstunde erzeugt. Ein EER von 3,0 bedeutet demnach, dass das Gerät für jeden verbrauchten Kilowatt Strom drei Kilowatt Kälteleistung produziert. Geräte mit einem EER unter 2,5 gelten als wenig effizient und verursachen vergleichsweise hohe Stromkosten. Wer gezielt sucht, sollte mindestens einen EER von 3,0 anstreben – modernere Zweischlauchgeräte erreichen mitunter Werte von 3,5 oder mehr. Billiggeräte aus dem Sonderangebot liegen dagegen oft deutlich darunter, was sich im Laufe eines Sommers im Stromkostenvergleich klar bemerkbar macht.


Aufstellung und Installation: Die Tücken stecken im Detail

Eine mobile Klimaanlage ist schnell aufgestellt – das Gerät ausgepackt, den Schlauch ans Fenster geführt, eingesteckt, fertig. So zumindest die Vorstellung. In der Praxis scheitert ein großer Teil des Kühleffekts nicht am Gerät selbst, sondern an der Art, wie es aufgestellt und angeschlossen wird. Der entscheidende Punkt ist die Abdichtung am Fenster. Der Abluftschlauch muss nach außen geführt werden, und dabei entsteht zwangsläufig eine Öffnung, durch die warme Außenluft hereinströmt. Wer einfach ein Fenster einen Spalt offenlässt und den Schlauch hindurchlegt, lässt ungehindert heiße Luft herein. Das kann den Kühleffekt um ein Drittel oder mehr reduzieren.

Für Kippfenster gibt es speziell zugeschnittene Abdichtungsfolien oder Fenstersets aus Schaumstoff und Folie, die in den Fensterrahmen eingeklemmt werden und nur eine kleine Öffnung für den Schlauch freilassen. Diese Lösungen kosten wenige Euro und sind häufig bereits im Lieferumfang des Geräts enthalten – wenn auch in unterschiedlicher Qualität. Für Schiebefenster, wie sie in Altbauten oder in manchen Dachgauben vorkommen, gibt es Ausziehschilder aus Kunststoff oder Aluminium, die sich auf die Fensterbreite anpassen lassen. Balkontüren sind grundsätzlich schwieriger abzudichten, hier bieten Schaumstoff-Dichtsets eine brauchbare Lösung, auch wenn die Abdichtung nie ganz so kompakt ausfällt wie bei einem Fenster.

Abseits der Abdichtung machen Einsteiger häufig einige typische Fehler, die den Betrieb unnötig ineffizient machen. Der erste ist, das Gerät zu weit vom Fenster entfernt aufzustellen. Ein langer, schlaff herunterhängender Abluftschlauch gibt auf seinem Weg Wärme an die Raumluft ab, bevor die Abluft überhaupt draußen angekommen ist. Deshalb gilt die Faustregel: so nah am Fenster wie möglich, Schlauch so kurz wie nötig und so gerade wie möglich verlegen. Starke Knickungen reduzieren den Luftstrom erheblich und belasten den Kompressor.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Klimaanlage.

Ein weiterer unterschätzter Fehler ist das Vernachlässigen der Raumverdunkelung. Ein Raum, dessen Fenster in der Mittagshitze von direkter Sonne beschienen werden, heizt sich durch die einstrahlende Wärme so stark auf, dass selbst ein leistungsstarkes Klimagerät kaum gegenhalten kann. Verdunkelungsrollos, Raffstores oder Außenjalousien können die Wärmelast eines Raumes in der Praxis deutlich reduzieren und ergänzen die Klimaanlage sinnvoll.

Was die Raumgröße betrifft, sind Herstellerangaben mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Gerät mit „geeignet für Räume bis 35 Quadratmeter” beworben wird, bezieht sich das in der Regel auf ideale Bedingungen: gut gedämmte Wände, niedrige Außentemperaturen, keine direkte Sonneneinstrahlung. In der Realität – also in einer schlecht gedämmten Altbauwohnung, in einem Dachzimmer oder bei 38 Grad Außentemperatur – sind 20 bis 25 Quadratmeter eine realistischere Einschätzung für dasselbe Gerät. Wer das von Anfang an weiß, ist nicht enttäuscht.

Stromverbrauch: Was der Betrieb wirklich kostet

Klimageräte haben den Ruf, Stromfresser zu sein. Dieser Ruf ist nicht ganz unberechtigt, lässt sich aber mit konkreten Zahlen sinnvoll einordnen. Ein typisches mobiles Klimagerät mit einer Kühlleistung von 2,5 Kilowatt nimmt im Betrieb etwa 800 bis 1.200 Watt auf, je nach Effizienz und Einstellung. Legt man einen Strompreis von rund 0,30 Euro pro Kilowattstunde zugrunde und geht von einem täglichen Betrieb von sechs Stunden aus, entstehen daraus monatliche Stromkosten von ungefähr 43 bis 65 Euro. Das ist kein Pappenstiel, muss aber ins Verhältnis gesetzt werden: Ein Deckenventilator leistet natürlich kaum Vergleichbares, und in einem unerträglich heißen Sommer sind diese Kosten für viele Menschen akzeptabel.

Wer den Verbrauch drücken möchte, sollte gezielt mit Thermostat und Timer arbeiten. Fast alle modernen Geräte lassen sich auf eine Zieltemperatur einstellen, ab der der Kompressor automatisch pausiert – läuft dann also nicht dauerhaft durch, sondern taktet je nach Raumtemperatur. Das spart im Vergleich zum Dauerbetrieb erheblich. Viele Geräte verfügen außerdem über einen Nachtmodus, bei dem die Kühlleistung leicht reduziert und der Geräuschpegel gesenkt wird. Wer das Gerät schon am Abend einschaltet und den Raum vorkühlt, bevor er schlafen geht, kann den Nachtmodus dann nur noch zur Aufrechterhaltung der Temperatur nutzen – was wesentlich effizienter ist als mitten in der Nacht mit Volllast zu starten.

Ein Aspekt, der beim Thema Effizienz häufig vergessen wird, ist das Kondensatwasser. Beim Kühlen entzieht das Gerät der Luft nicht nur Wärme, sondern auch Feuchtigkeit. Dieses Wasser sammelt sich im Inneren des Geräts und muss regelmäßig entleert werden. Viele neuere Geräte verdunsten das Kondensat automatisch über die Abluft – man spricht von „No-Drain”-Technologie. Ältere oder günstigere Modelle haben dagegen einen Wasserbehälter, der sich nach einigen Stunden füllt und dann einen Alarm auslöst oder das Gerät abschaltet. Wer diesen Behälter vernachlässigt, riskiert nicht nur eine Unterbrechung des Kühlbetriebs, sondern auf Dauer auch Schimmelbildung im Gerät und eine verringerte Leistungsfähigkeit. Das Entleeren des Behälters ist also keine Lästigkeit, sondern ein echter Bestandteil des ordentlichen Betriebs.


Für wen lohnt sich eine mobile Klimaanlage – und für wen nicht

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt sehr auf die persönliche Situation an. Wer in einer Mietwohnung lebt, keine Genehmigung für bauliche Veränderungen hat und einen oder zwei Räume in einem normalen Mehrfamilienhaus kühlen möchte, ist mit einem mobilen Gerät gut bedient – sofern die Erwartungen realistisch sind. Ein kompaktes Schlafzimmer von 15 bis 20 Quadratmetern, eine Arbeitszimmer unterm Dach, ein Kinderzimmer im Sommer: Das sind Situationen, in denen ein mobiles Klimagerät spürbaren Unterschied macht und seine Kosten über den Sommer durchaus rechtfertigt.

Wer jedoch erwartet, mit einem einzigen Gerät mehrere Räume oder ein ganzes Stockwerk kühlen zu können, wird enttäuscht sein. Mobile Klimaanlagen sind Raumlösungen, keine Gebäudelösungen. Durch offene Türen verteilt sich zwar etwas gekühlte Luft, aber der Effekt ist begrenzt – vor allem, wenn die Räume unterschiedlich groß sind und unterschiedlich stark aufheizen.

Wer ernsthaft über eine dauerhafte Klimatisierung von mehr als zwei Räumen nachdenkt, sollte die Alternative einer fest installierten Split-Klimaanlage in Betracht ziehen. Diese Geräte bestehen aus einer Inneneinheit, die die Luft im Raum kühlt, und einer Außeneinheit, die die Wärme nach außen abführt. Sie sind effizienter und können mehrere Räume kühlen, erfordern jedoch eine Installation durch Fachpersonal und sind in der Regel teurer.

Weitere Informationen zu Klimaanlagen und ihrer Funktionsweise findest du auf Wikipedia.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert eine mobile Klimaanlage?

Eine mobile Klimaanlage nutzt ein Kältemittel, das Wärme aus der Raumluft aufnimmt und nach außen abführt. Dies geschieht über einen Verdampfer, Kompressor und Abluftschlauch.

Was ist der Unterschied zwischen Einschlauch- und Zweischlauchgeräten?

Einschlauchgeräte saugen Luft aus dem Raum und führen sie ab, was zu Unterdruck und ineffizientem Kühlen führt. Zweischlauchgeräte nutzen Außenluft zur Kühlung des Kondensators, was effizienter ist.

Wie kann ich die Effizienz meiner mobilen Klimaanlage verbessern?

Stelle das Gerät nahe am Fenster auf, halte den Abluftschlauch kurz und gerade, und verdunkle den Raum, um die Effizienz zu maximieren.

Wie hoch sind die Stromkosten einer mobilen Klimaanlage?

Die Stromkosten liegen bei etwa 43 bis 65 Euro pro Monat, abhängig von der Nutzung und Effizienz des Geräts. Ein Timer und Thermostat helfen, Kosten zu senken.

Für wen ist eine mobile Klimaanlage geeignet?

Mobile Klimaanlagen eignen sich für Mieter oder Personen, die einzelne Räume kühlen möchten, ohne bauliche Veränderungen vorzunehmen.

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