Hallo zusammen,
ich plane gerade für diesen Sommer eine Split-Klimaanlage anzuschaffen und stehe vor einer Frage, die mir beim Recherchieren immer größere Kopfschmerzen bereitet: Ich will das Gerät sauber in Home Assistant einbinden, und zwar ohne Cloud-Zwang. Also wirklich lokal, am besten über MQTT oder zumindest eine lokale API.
Das Problem: In den Foren und auf GitHub findet man zwar jede Menge Integrationen, aber vieles stammt aus 2022/2023 und ich weiß nicht, ob das 2024 noch funktioniert oder ob die Hersteller ihre Protokolle inzwischen geschlossen haben. Bei Midea hab ich von der 'midea-ac-py' Integration gelesen, bei Daikin von Daiko-local. Aber klappt das wirklich noch verlässlich?
Konkret interessieren mich:
- Midea (z.B. Comfee oder eigene Midea-Marke)
- Bosch Climate 5000/8000
- Toshiba Seiya/Shorai
- Vielleicht auch Mitsubishi Electric
Bei welchen Geräten ist die lokale Integration heute (also Mitte 2026, Geräte die 2024 verkauft wurden) noch stabil? Bei welchen Herstellern hat jemand konkrete Erfahrungen damit, dass die WLAN-Module nicht plötzlich auf Cloud-only umgestellt wurden nach einem Firmware-Update?
Ich will da nicht nachher böse überrascht werden. Hat jemand aktuelle Erfahrungen damit? Danke!
Moin, ich kenn das Thema Kältemittel eher aus der anderen Richtung (hab ja im R32 vs R410A Thread schon einiges dazu geschrieben), aber bei Smart-Home-Integration bin ich auch auf Toshiba Shorai gestoßen.
Kurze Einschätzung dazu: Toshiba hat eine eigene Cloud-App (Toshiba Home AC Control), und die lokale Integration für HA ist Community-getrieben – also kein offizieller Support. Es gibt ein HACS-Addon, das über Cloud-Login läuft, nicht wirklich lokal. Wer auf echtes Local-only steht, ist da also aufgeschmissen, außer er flasht ein alternatives WLAN-Modul oder setzt auf ESPHome-Hacks.
Mitsubishi Electric ist da eigentlich der sauberste Kandidat für professionelle Integrationen, aber die kosten halt auch entsprechend mehr. Das MELCloud-System kann zwar cloud-gebunden sein, aber es gibt Ansätze über das CN105-Interface direkt am Innengerät, die komplett lokal laufen. Da würd ich mal den 'esphome-mitsubishi-uart' Ansatz googeln.
Also: Midea lokal möglich (mit VLAN-Trick), Toshiba eher nicht ohne Workaround, Mitsubishi Electric technisch sauber aber aufwändiger.
Kurz und knapp: Midea mit VLAN-Block funktioniert, hab ich selbst seit nem dreiviertel Jahr im Einsatz. Kein Cloud-Zwang wenn man dem Ding den Internetzugang wegnimmt. Alles andere was du aufgezählt hast würd ich nicht anfassen wenn local-only Pflicht ist.
Ich hab das bei mir seit gut einem Jahr mit einer Midea-eigenen Einheit laufen (kein Comfee-Rebranding, sondern direkt Midea-Label). Die midea-ac-py Integration läuft bei mir stabil unter Home Assistant, aber ich muss ehrlich sagen: Es war anfangs ein ziemliches Gefummel. Das Gerät kommuniziert lokal über das Heimnetzwerk, du musst aber sicherstellen, dass das WLAN-Modul keine direkte Internetverbindung bekommt, sonst zieht es sich Updates und danach kann's Probleme geben.
Was ich gemacht habe: Gerät im Router in ein separates IoT-VLAN gesteckt und den Internetzugang geblockt. Seitdem läuft die lokale Integration durch, kein einziger Ausfall in 10 Monaten. MQTT nutze ich selbst nicht direkt – die HA-Integration kommuniziert intern über das Midea-Protokoll, aber du kannst das natürlich über HA-Automationen auf MQTT weiterreichen.
Bei Bosch kann ich nichts sagen, die nutzen soweit ich weiß ein HomeCom-Backend das tief in der Cloud sitzt. Da wäre ich skeptisch.
Ich seh das etwas anders als die beiden Vorposter was Midea angeht – nicht weil es falsch ist, sondern weil der VLAN-Trick für viele Nutzer schlicht zu komplex ist. Ich betreue ein paar Installationen bei Kunden und würde das nicht jedem empfehlen.
Für Home Assistant ohne großen Netzwerk-Aufwand empfehle ich gerade Geräte mit integriertem ESPHome-kompatiblem WLAN-Modul, oder noch besser: Geräte die über eine RS485/Modbus-Schnittstelle verfügen. Da bist du komplett unabhängig von Firmware-Updates des Herstellers.
Konkret hab ich gute Erfahrungen mit Daikin Altherma in Gewerbeumgebungen gemacht (Modbus), aber für den Wohnbereich Split-Klimaanlage schau dir mal an ob das Innengerät ein zugängliches Steuerbus-Interface hat. Bei Mitsubishi Electric ist das CN105 der Standardweg – kabelgebunden, lokal, kein Cloud-Risiko. Einmal eingerichtet läuft das seit Jahren ohne Probleme, ich hab keinen einzigen unerwarteten Ausfall durch Firmware-Updates erlebt.
Die Anschaffungskosten sind zwar höher, aber dafür hast du langfristige Planungssicherheit. Gerade wenn du im Sommer sowieso umbauen willst, wäre das der richtige Moment das sauber zu machen.
Bosch würd ich für lokale Integration ebenfalls nicht empfehlen, da stimm ich Markus_1978 zu.