Hallo zusammen,
jetzt im Juli läuft mein Multisplit-System auf Hochtouren und ich nutze die Gelegenheit, mal wieder einen strukturierten Blick auf den Systemzustand zu werfen. Ich dokumentiere seit Jahren Stromverbrauch, Drücke und COP-Werte meiner Anlage und vergleiche die realen Betriebsdaten mit den Herstellerangaben – aber bei der regelmäßigen Inspektion frage ich mich, ob ich da noch mehr rausholen kann.
Momentaner Stand: Ich messe Hochdruck und Niederdruck am Serviceport, notiere Sauggas- und Verflüssigungstemperatur und gleiche das gegen die Druck-Temperatur-Tabelle für R32 ab. Dazu schaue ich mir die Leistungsaufnahme per Energiemessgerät an und berechne den aktuellen COP grob über die Kühlleistung laut Herstellerkennlinie.
Was mich aber interessiert: Gibt es noch weitere Messwerte oder Prüfpunkte, die Sinn machen und die man als technisch versierter Heimanwender selbst erheben kann, ohne in den Kältemittelkreislauf einzugreifen? Zum Beispiel Überhitzung und Unterkühlung richtig selbst zu ermitteln – ist das mit einfachen Kontaktfühlern realistisch genug für eine Trendanalyse über mehrere Saisons?
Auch interessant für mich: Wann zeigen sich Druckverluste im Kältemittelkreislauf erstmals in den Betriebsdaten, bevor ein Fehlercode auftaucht? Ich würde gerne früher warnen als das Gerät selbst.
Freue mich über Erfahrungen, auch wenn jemand skeptisch ist, ob das mit Hausmitteln überhaupt sinnvoll ist.
Echt interessantes Thema. Ich hätte mir sowas gewünscht bevor mein E3 aufgetaucht ist – da war ich völlig planlos. Hab dazu auch schon einen eigenen Thread aufgemacht weil ich echt nicht wusste was dahinter steckt. Rückblickend wäre ein Druckverlauf-Protokoll vielleicht ein Frühwarnsystem gewesen, wer weiß.
Zur eigentlichen Frage: ich hab das mit Kontaktfühlern nie gemacht, weil ichs ehrlich gesagt nicht hingekriegt hab die richtig zu platzieren. Die Stelle an der Saugleitung ist bei mir schwer zugänglich. Hat jemand nen Tip wo genau man idealerweise misst, also nach oder vor dem Verdichter? Und wie isoliert ihr die Messstelle damit der Umgebungsluft keinen verfälscht?
Ich bin noch ganz am Anfang und hab von Drücken und COP-Werten wenig Ahnung – aber die Frage, wann man Probleme erkennt bevor ein Fehlercode kommt, finde ich richtig interessant. Ich schau mich gerade nach meiner ersten Split-Anlage um und frage mich, ob so ein Monitoring von Anfang an Sinn macht oder ob das eher was für Leute ist, die das System schon länger kennen. Für einen Neuling klingt das ehrlich gesagt erstmal überwältigend.
Ich plane gerade meine erste Installation und lese hier interessiert mit, aber ich frage mich: Macht so ein aufwendiges Eigenmonitoring für eine normale Einzelraumanlage überhaupt Sinn, oder ist das eher für größere Multisplit-Systeme relevant? Bei einem Innengerät und überschaubarer Laufzeit – lohnt sich der Aufwand da realistisch gesehen?
Ich bin da ehrlich gesagt nicht auf dem technischen Level wie du, aber ich finde den Ansatz mit der Trendanalyse wirklich schlau. Ich selbst kümmere mich hauptsächlich um Filter und Verdampferreinigung – habe dazu auch schon im Thread über Luftreinigung und Schimmel geschrieben, weil mich die Hygiene-Seite am meisten beschäftigt.
Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann: wenn der Verdampfer nicht sauber ist, merkt man das irgendwann am Luftvolumen – das Gerät kühlt schlechter, auch wenn kein Fehlercode kommt. Vielleicht wäre das auch ein indirekter Hinweis auf Effizienzprobleme, den du in deine Protokolle aufnehmen könntest? Also Luftmengenmessung am Auslass, ich weiß nicht ob das in deine Richtung geht, aber ich habe mal gelesen dass das mit nem einfachen Anemometer geht.
Für mich persönlich wäre schon gut zu wissen, welche Reinigungsprodukte beim Verdampfer wirklich keimfrei machen ohne das Gerät zu schädigen. Vielleicht hat jemand da Empfehlungen?