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Mitsubishi Split nach einem Jahr: Verbrauch vs. Herstellerversprechen

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KlausReinhardt52
Beiträge: 33
Themenstarter
(@klausreinhardt52)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#225]

So, jetzt läuft meine Mitsubishi MSZ-AP35VG seit gut einem Jahr durch – also höchste Zeit für ein ehrliches Fazit, bevor hier wieder alle die Hochglanzprospekte zitieren.

Ich messe den Stromverbrauch konsequent mit einem Shelly-Steckdosen-Zwischenmesser, zusätzlich läuft noch ein EM-3286 als Kontrollgerät. Das Ergebnis ist... durchwachsen. Der angegebene SEER-Wert von 8,5 klingt toll, aber im echten Betrieb komme ich in einem typischen Sommertag (Außentemperatur 30–35 Grad, Innengerät läuft auf 23 Grad Solltemperatur) auf einen COP, der eher im Bereich 4,5–5,2 liegt. Das ist bei weitem nicht das, was die Effizienzklasse A+++ suggeriert.

Der Inverter moduliert tatsächlich – das sehe ich am Verbrauch, der zwischen ca. 200 und 850 Watt schwankt. Aber lohnt der Aufpreis gegenüber einem On/Off-Gerät wirklich? Ich bin mir nicht mehr so sicher wie vor dem Kauf.

Außerdem hatte ich im März einmalig einen U5-Fehlercode, der nach etwa 20 Minuten selbst wegging. Herstellerhotline konnte mir nicht wirklich erklären, was dahintersteckt.

Mich würde interessieren: Habt ihr nach einem Jahr ähnliche Abweichungen zwischen Prospekt und Realität festgestellt? Und hat jemand den U5-Code schon öfter gesehen?


4 Antworten
Markus-Breitner
Beiträge: 55
(@markus-breitner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt überrascht mich das nicht. Hersteller rechnen sich den SEER so zusammen, dass er auf dem Papier glänzt – die Normbedingungen haben mit einem heißen deutschen Sommer wenig zu tun. Ich schaue mir das bei Split-Systemen verschiedener Marken immer sehr kritisch an, bevor ich irgendeiner Empfehlung vertraue.

Was mich bei deinem Bericht mehr beschäftigt: Ein U5-Fehler der spontan verschwindet und von der Hotline nicht erklärt werden kann – das ist genau die Sorte Fehler, über die Hochglanzprospekte schweigen. Ich würde empfehlen, Datum und Umgebungstemperatur zu dokumentieren wenn er nochmal auftritt. Manchmal zeigt sich dann ein Muster, z.B. bei bestimmten Außentemperaturen oder nach langen Standzeiten.

Und zur Frage ob Inverter den Aufpreis rechtfertigt: Kommt sehr drauf an wie das Gerät genutzt wird. Wenn du viele Stunden täglich Teillast fährst ja. Bei kurzen, intensiven Kühlphasen schmilzt der Vorteil schnell dahin. Da hab ich schon Kalkulationen gesehen die ziemlich ernüchternd waren.


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Marcus B.
Beiträge: 22
(@filterfan_1987)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Beim Thema Effizienzabweichungen kann ich nur bestätigen, dass Laborbedingungen und Wohnrealität selten zusammenpassen – das sehe ich bei meinen Filtermessungen genauso. Ich dokumentiere seit dem Einbau meiner Split-Anlage PM2.5-Werte vor und nach Filterwechsel, und die Herstellerangaben zu Filterleistung sind ähnlich optimistisch wie deine SEER-Erfahrung.

Zum U5-Fehlercode kann ich nichts beitragen, aber was Mitsubishi-Geräte angeht: Hast du mal geprüft, ob der Fehler mit der Kondensatablaufleitung zusammenhängt? Ich hatte einen ähnlichen Einmalausfall, der sich als verstopfter Kondensatsiphon herausgestellt hat. Das Gerät schützt sich dann kurz ab. Bei mir war nach Reinigung des Ablaufs Ruhe.

Ansonsten – deine Messmethode mit zwei unabhängigen Geräten finde ich übrigens sehr vernünftig. Ich mache das bei meinen Filtermessungen ähnlich: immer zwei Sensoren gleichzeitig laufen lassen, sonst sind die Werte kaum vergleichbar.


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H.Brenner
Beiträge: 20
(@h-brenner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Der U5-Code bei Mitsubishi Electric deutet meistens auf ein Problem mit dem Außengerät hin, genauer gesagt auf eine Anomalie beim Verdichteranlauf oder die Schutzschaltung bei Überstrom. Wenn er nur einmal kurz auftrat und seitdem nicht mehr kam, würde ich das im Auge behalten aber nicht gleich in Panik verfallen. Manchmal ist es auch nur ein kurzer Spannungseinbruch im Netz der die Schutzfunktion auslöst.

Was deine COP-Messungen angeht: Ja, 4,5 bis 5,2 bei hohen Außentemperaturen ist absolut realistisch und kein Zeichen das das Gerät defekt ist. SEER wird unter Normbedingungen berechnet, der Hochsommerfall ist da nur ein kleiner Anteil. Ich sag das aus Erfahrung – hab die letzten Jahre viele Anlagen im Betrieb begleitet und die Prospektzahlen sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.


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SplitPlaner42
Beiträge: 55
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Interessanter Bericht, danke dafür. Ich bin gerade noch in der Planungsphase für mein Altbau-Projekt (hatte das Multisplit-im-Altbau-Thema schon angesprochen), aber solche Erfahrungsberichte nach echtem Betrieb helfen mir bei der Entscheidung enorm.

Was ich mich bei deinen Zahlen frage: Hast du die 4,5–5,2 COP immer bei Volllast gemessen oder auch wenn das Gerät gerade in der tiefen Teillastmodulation läuft? Ich vermute, dass der SEER-Wert im Wesentlichen aus gemittelten Teillastpunkten berechnet wird, die im Labor unter kontrollierten Bedingungen entstehen. Bei 35 Grad Außentemperatur läuft das Gerät vermutlich eher in Richtung Nennleistung und da bricht die Effizienz naturgemäß ein.

Das würde erklären, warum der Alltagswert deutlich unter dem Prospektwert liegt – nicht unbedingt weil das Gerät schlechter ist, sondern weil die Testbedingungen günstigere Szenarien abbilden als den deutschen Hochsommer. Was mich trotzdem interessieren würde: Wie sieht dein Jahresverbrauch insgesamt aus, also über alle Betriebsmodi gerechnet?


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