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Altbau: Monoblock oder Multisplit – was macht bei Wanddurchbrüchen Sinn?

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SplitPlaner42
Beiträge: 55
Themenstarter
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#44]

Hallo zusammen,

ich plane gerade ernsthaft die Installation einer Klimaanlage in meiner Altbauwohnung (Baujahr ca. 1965, Außenwände 38cm Vollziegel, keine Kerndämmung) und stehe vor der Grundsatzentscheidung: Monoblock oder Split/Multisplit?

Das Problem ist, dass ich eigentlich zwei Räume kühlen möchte – Wohnzimmer ca. 28qm und Schlafzimmer ca. 18qm. Beim Monoblock wäre ich flexibler bei der Aufstellung, aber die Kühlleistung und der Lärm machen mir Bauchschmerzen. Beim Multisplit müsste ich zwei Wanddurchbrüche setzen oder die Leitungen durch einen gemeinsamen Durchbruch führen – ob das überhaupt geht, weiß ich noch nicht.

Bei der Rohrleitungsführung bin ich unsicher: Wie lang darf die Leitung zwischen Innen- und Außengerät maximal sein, bevor die Effizienz merklich leidet? Und wie berechnet man eigentlich die notwendige Kühlleistung für einen schlecht gedämmten Altbau realistisch – die Faustformel 'X Watt pro Quadratmeter' kommt mir da zu simpel vor.

Das Außengerät würde vermutlich an der Fassade hängen, Südwestausrichtung, also volle Sonneneinstrahlung. Irgendwelche Erfahrungen damit?

Danke für jeden Hinweis!


5 Antworten
InverterKing_42
Beiträge: 40
(@inverterking_42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Altbau Vollziegel ist tatsächlich eine eigene Kategorie bei der Planung. Der Vorteil: Die Masse puffert gut, das heißt die Wände heizen sich langsamer durch als bei modernen Leichtbaukonstruktionen. Nachteil ist natürlich die fehlende Dämmung.

Zur Leitungslänge: Die meisten Split-Hersteller geben 5-10m als Optimum an, technisch möglich sind oft 15-25m, aber ab ca. 10m verlierst du je nach System 5-10% Leistung und brauchst evtl. eine Kältemittelnachfüllung. Das sollte der Installateur berechnen.

Beim Multisplit für zwei Räume: Ein gemeinsamer Wanddurchbruch ist möglich, wenn die Leitungen nah beieinander liegen. Geht aber nur wenn der Durchbruch breit genug ist und ordentlich abgedichtet wird – bei Vollziegel ist das Bohren aufwändiger, ist aber kein Hexenwerk.

Monoblock würde ich für zwei Räume ehrlich gesagt nicht empfehlen. Du schleppst das Ding rum oder kaufst zwei – und der Lärm im Raum ist einfach nervig. Ich hab mit R32-Systemen gute Erfahrungen gemacht, hab das im R32 vs. R290 Vergleich ja schon ausführlicher beschrieben.


Antwort
Markus_K_1989
Beiträge: 10
(@markus_k_1989)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich kann zum Multisplit nichts beitragen, aber zum Monoblock: Für einen einzelnen Raum taugt der, aber zwei Räume damit kühlen? Vergiss es. Der Lärm allein ist schon ein Grund dagegen.


Antwort
Markus-Breitner72
Beiträge: 35
(@markus-breitner72)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Zum Thema Kühlleistungsberechnung: Du hast völlig Recht, die Faustformel (oft 60-80W/qm) ist für Altbauten wirklich zu grob. Bei schlechter Dämmung und Südwestausrichtung würde ich eher mit 100-120W/qm rechnen und dann noch einen Zuschlag für die Sonneneinstrahlung aufs Außengerät einkalkulieren. Das macht bei deinen 28qm Wohnzimmer schon einen Unterschied von fast einem Kilowatt Nennleistung.

Bei der Außenleitungsführung an der Fassade: Unbedingt auf UV-feste Kanalabdeckungen achten, das hab ich selbst mal unterschätzt und bereut. Ich hab das auch in einem anderen Thread ausführlicher beschrieben – Leitungsverlegung außen: UV-Schutz, Gefälle und Befestigungsabstände – falls das hilft.

Das Gefälle beim Kondensatschlauch nicht vergessen, gerade bei längeren Leitungswegen. Sonst hast du irgendwann das Problem das ich auch schonmal hatte.


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KlimaPlaner55
Beiträge: 45
(@klimaplaner55)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Die Kühlleistungsberechnung ist wirklich das Herzstück der ganzen Planung, und ich sehe das oft falsch gemacht. Bei deinem Altbau würde ich folgendes berücksichtigen: Wandfläche nach Südwest, Fensterflächenanteil und ob du Außenjalousien hast (oder nachrüstest). Allein durch Jalousien kann der Kühlbedarf deutlich sinken.

Ich hab für mein System damals eine vereinfachte Berechnung nach VDI 2078 gemacht – nicht die volle Norm, aber zumindest eine strukturierte Abschätzung. Ohne das weißt du nicht ob du unter- oder überdimensionierst. Zu groß dimensioniert ist übrigens kein 'sicher' – ein überdimensioniertes Gerät taktet häufig an und aus, das frisst Strom und verschleißt das Gerät schneller.

Beim SEER-Wert: Achte nicht nur auf den Nominalwert, sondern schau ob Herstellerangaben unter Teillastbedingungen vorliegen. Die sagen für den Alltagsbetrieb viel mehr aus als der Spitzenwert. Meine Anlage läuft im Sommer zu 80% im Teillastbereich und da entscheidet sich ob der Inverter wirklich spart oder nicht.


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