Hallo zusammen,
ich steuere meine Split-Klimaanlage seit etwa einem Jahr vollständig über MQTT und eigene Smarthome-Skripte. Die Grundidee: Ich will den Betrieb exakt auf meinen Arbeitstag abstimmen und dabei den Stromverbrauch gezielt minimieren – nicht einfach per Timer, sondern dynamisch anhand von Außentemperatur, Raumtemperatur und meinem Kalender.
Aktuell sieht meine Logik so aus: Wenn ich im Homeoffice bin, kühlt die Anlage auf 24°C, sobald ich das Haus verlasse, hebt das Skript den Sollwert auf 28°C (statt komplett abschalten). Die Idee dahinter ist, dass der Raum nicht komplett aufheizt und die Anlage bei Rückkehr nicht gegen eine 34°C-Wand ankämpfen muss. Ob das wirklich effizienter ist als komplett abschalten, bin ich mir aber ehrlich gesagt noch nicht sicher.
Zusätzlich habe ich mir einen DIY-Luftumlenker aus PVC-Folie gebaut, der die Kaltluft vom Innengerät gleichmäßiger im Raum verteilt, statt sie direkt auf den Schreibtisch zu blasen. Gefühlt kühlt der Raum dadurch homogener, aber ich hab keine saubere Vergleichsmessung gemacht.
Meine Fragen:
– Hat jemand belastbare Erfahrungen, ob 28°C-Standby wirklich günstiger ist als komplett aus?
– Welche Automatisierungslogiken habt ihr im Einsatz, die sich im Sommer bewährt haben?
– Nutzt jemand Präsenzerkennung (z.B. über Handy-GPS oder Zigbee-Sensoren) als Trigger?
Freue mich über konkrete Erfahrungen, gerne auch kritische Einwände.
Also ich hab keine MQTT-Steuerung oder sowas, das ist mir ehrlich gesagt zu komplex. Aber die Grundfrage kenn ich – ich hab meine Anlage früher auch immer ganz abgeschaltet wenn ich raus bin, jetzt lass ich sie im Sommer auf 27°C laufen wenn ich nur kurz weg bin.
Der Unterschied am nächsten Tag (Raumtemperatur morgens, bevor die Sonne reinkommt) ist für mich spürbar. Ob das auf dem Stromzähler wirklich was ausmacht hab ich nie genau nachgemessen, da hat Ralf eigentlich einen guten Punkt.
Was ich sehr wohl regelmäßig mache: Filter reinigen. Klingt banal, aber ein zugesetzter Filter kann laut Herstellerangabe locker 10-15% mehr Verbrauch bedeutenn. Ich reinige bei mir jeden zweiten Monat, im Sommer sogar öfter. Allein das bringt vielleicht mehr als jede smarte Automatisierung – zumindest wenn man die Anlage nicht eh schon sauber hält.
Den DIY-Luftumlenker find ich als Idee gut, aber ohne Vergleichsmessung ist das wirklich schwer zu beurteilen.
Interessanter Ansatz, aber ich würde da mal ein bisschen Wasser in den Wein kippen.
Die 28°C-Standby-Logik klingt intuitiv sinnvoll, aber ob sie wirklich Strom spart, hängt stark davon ab, wie gut dein Raum gedämmt ist und wie lange du weg bist. Bei einem schlecht gedämmten Altbau mit viel Fensterfläche Richtung Süden kann es gut sein, dass der Raum in 2 Stunden von 28°C auf 33°C klettert – dann hat dein Inverter beim Rückkehren genauso viel zu tun wie wenn du komplett abgeschaltet hättest. Bei kurzen Abwesenheiten unter 1-1,5 Stunden würde ich deiner Logik zustimmen, bei längeren bin ich skeptisch.
Ich messe meinen realen Verbrauch seit Monaten mit einem Zwischenstecker-Energiemessgerät (kein smartes Zeug, ganz simpel) und vergleiche das mit den Herstellerangaben. Die SEER-Werte sind im echten Sommerbetrieb fast nie erreichbar – hab das auch schon beim Heizbetrieb so festgestellt, dazu hatte ich übrigens mal was gepostet: COP im Heizbetrieb bei 2°C selbst messen – wie geht das genau?
Mein Rat: Bau dir eine saubere Messung auf, bevor du die Logik weiter optimierst. Sonst optimierst du ins Blaue.