Hallo zusammen,
wir haben seit letztem Herbst eine Split-Klimaanlage im Wohnzimmer und jetzt wo die erste richtige Hitzewelle kommt, merke ich dass ich eigentlich keine Ahnung habe wie man das Ding wirklich sparsam betreibt. Im Juni läuft das ja schon ganz ordentlich, und ich mache mir ein bisschen Sorgen was das auf der nächsten Stromrechnung zu sehen sein wird.
Ich habe gelesen dass man die Temperatur nicht zu tief einstellen soll, also nicht auf 18 Grad runterregeln sondern eher 24-25 Grad, weil das System dann effizienter arbeitet. Stimmt das so? Und wie ist das mit dem Lüfter – soll der auf Auto laufen oder besser auf eine feste Stufe?
Außerdem frage ich mich ob es sinnvoll ist die Anlage tagsüber komplett auszumachen wenn ich außer Haus bin, oder ob es mehr Sinn macht sie auf einem höheren Temperaturziel laufen zu lassen damit sie nicht komplett neu anfangen muss zu kühlen wenn ich nach Hause komme. Wir haben auch nächsten Monat zwei Wochen Urlaub – da würde ich das Gerät natürlich komplett abschalten, aber vorher möchte ich den Alltag besser im Griff haben.
Freue mich über jeden Tipp!
Klaus
Hallo Klaus,
deine Frage zur Temperatureinstellung ist absolut berechtigt. Ja, 24-25°C als Sollwert ist deutlich sinnvoller als 18-20°C – und zwar aus mehreren Gründen: Je kleiner die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur, desto weniger muss der Kompressor arbeiten. Bei modernen Inverter-Geräten macht das einen erheblichen Unterschied im Stromverbrauch.
Zum Lüfter: Auto-Modus ist in den meisten Situationen die bessere Wahl, weil das Gerät selbst am besten weiß wann es mehr oder weniger Luftumwälzung braucht.
Die Frage ob abschalten oder Standby-Kühlung ist tatsächlich nicht so einfach. Ich hab das im Thread über zu kleine Anlagen auch schon mal angesprochen: Wenn das Gerät richtig dimensioniert ist, ist kurzes Abschalten bei Abwesenheit von 6+ Stunden meist sparsamer als Dauerbetrieb auf hohem Soll-Temperaturziel. Bei gut gedämmten Räumen kann man aber auch auf 28-29°C hochsetzen statt ganz abschalten – das hängt wirklich von deiner Wohnsituation ab.
Für den Urlaub: komplett abschalten ist richtig, aber denk daran den Kondensatablauf vorher zu checken damit du nicht in eine Überraschung zurückkommst.
Ich seh das etwas anders als Markus was das Abschalten angeht – zumindest kommt es stark auf die Wohnung an. Ich wohn in einem Altbau mit dicken Wänden, da heizt sich der Raum tagsüber viel langsamer auf als in einem modernen Neubau mit großen Glasflächen. Bei mir lohnt sich komplett abschalten fast immer, weil die Wände als Puffer wirken und ich abends nur kurz kühlen muss.
Wer aber in nem schlecht gedämmten Bau mit Südausrichtung wohnt, der hat um 18 Uhr schon 32 Grad drin wenn die Anlage aus war – da braucht die dann wieder ewig bis sie das runterkriegt und verbraucht entsprechend viel.
Also mein Tipp: einfach mal eine Woche lang beides ausprobieren und den Stromzähler im Blick behalten. Viele Anlagen haben auch ne App mit Energiemonitoring, das macht die Sache einfacher. Rollläden und Jalousien tagsüber schließen ist übrigens oft unterschätzt – das reduziert den Wärmeeintrag erheblich und entlastet die Klimaanlage.
Kurz noch zum Thema Wartung: bevor der Hochsommer so richtig losgeht unbedingt die Filter reinigen. Ein zugesetzter Filter kostet deutlich mehr Strom und die Leistung geht auch runter. Hab ich auch schon im Fachinspektion-Thread erwähnt – das ist einer der einfachsten und wirksamsten Hebel den man selbst betätigen kann.