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Nachtbetrieb vs. Tagbetrieb – wann lohnt sich die Klimaanlage wirklich?

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Markus-Breitner72
Beiträge: 35
Themenstarter
(@markus-breitner72)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#37]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer Frage, die mich schon seit ein paar Wochen beschäftigt und wo ich einfach keine klare Antwort finde. Wir haben seit letztem Herbst eine Split-Klimaanlage im Wohnzimmer und jetzt im Juni läuft die natürlich öfter. Meine Überlegung ist folgende: Tagsüber bin ich häufig nicht zuhause (Arbeit, Besorgungen usw.), also würde ich die Anlage eher abends und nachts laufen lassen. Meine Frau meint aber, es wäre effizienter, tagsüber zu kühlen wenn die Sonne noch scheint, weil die Wände dann Kälte speichern – stimmt das überhaupt?

Dazu kommt noch die Frage mit dem Stromtarif. Wir haben seit kurzem einen variablen Tarif mit günstigeren Nachtpreisen, also wäre der Nachtbetrieb rein vom Preis her attraktiver. Aber bringt das wirklich was, wenn die Anlage nachts gegen die Außenluft ankämpfen muss, die ja im Hochsommer auch noch um 2 Uhr früh 25 Grad hat?

Ich mache mir außerdem Gedanken wegen des Schlafs. Wir haben die Anlage aktuell auf 23 Grad eingestellt nachts, aber ich frage mich ob das zu kalt ist oder ob man da noch effizienter einstellen kann ohne den Schlafkomfort zu verlieren.

Bin kein Techniker, versuche aber die Anlage vernünftig zu nutzen ohne unnötig Strom zu verbrauchen. Würde mich über eure Erfahrungen freuen, gerade von Leuten die schon ein, zwei Sommer damit hinter sich haben.


4 Antworten
Gerhard_1954
Beiträge: 30
(@gerhard_1954)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich bin da ehrlich gesagt etwas skeptisch gegenüber dem ganzen Optimierungsaufwand. Ich hab seit vielen Jahren Klimaanlagen erlebt, die einfach auf einer vernünftigen Temperatur liefen – meinetwegen 24 Grad – und fertig. Dieses ständige Messen und Vergleichen und Tarife ausrechnen, das macht doch kaum jemand wirklich konsequent durch.

Was ich aus Erfahrung sagen kann: Wer tagsüber nicht zuhause ist und die Anlage tagsüber laufen lässt 'wegen der Wandspeicherung' – das ist meistens Selbstbetrug. Kühle Wände helfen kaum wenn man kurz nach Hause kommt und anfängt zu kochen oder Besuch hat.

Nacht ist Nacht. Die Anlage kühlt, man schläft, und morgens ist es angenehm. Ich würde da nicht zu viel reindenken.


Antwort
InverterKing_42
Beiträge: 40
(@inverterking_42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das etwas anders als Tobias. Der COP-Unterschied zwischen Tag und Nacht ist im Hochsommer tatsächlich erheblicher als man denkt. Wenn draußen nachmittags 36 Grad sind und nachts noch 26, dann arbeitet dein Inverter-Kompressor nachts deutlich effizienter – die Verflüssigungstemperatur sinkt, der Kreisprozess läuft ökonomischer. Das ist keine Kleinigkeit, das können 15-20% Unterschied im Stromverbrauch sein.

Variable Tarife mit Nacht-Rabatt obendrauf? Das ist eigentlich ein Doppelgewinn. Du zahlst weniger pro kWh UND die Anlage braucht weniger kWh. Mein Rat: Probier es eine Woche mit Nacht-Schwerpunkt und eine Woche ohne, und schau dir den Verbrauch im Smart-Meter an.

23 Grad als Sollwert nachts ist völlig okay. Ich würde eher auf den Modus achten – 'Sleep'-Modus oder automatische Anhebung auf 25 Grad nach 2-3 Stunden ist bei vielen Herstellern eingebaut und macht Sinn.


Antwort
KlausReinhardt
Beiträge: 53
(@klausreinhardt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Nachtbetrieb mit günstigem Tarif ist wirtschaftlich meist die bessere Wahl, da hast du recht. Aber prüf bitte noch, ob dein Tarif wirklich dynamisch ist oder nur zwei feste Zeitfenster hat – das macht einen Unterschied bei der Planung.


Antwort
Tobias-Renner
Beiträge: 23
(@tobias-renner)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das ist eine gute Frage, die viele unterschätzen. Kurz zu deiner Frau: Halb richtig. Massive Wände (Beton, Ziegel) können tatsächlich Kälte speichern, aber in einem normalen Wohnzimmer mit Gipskarton oder leichten Wänden ist der Effekt minimal. Das lohnt sich nur in gut gedämmten Altbauten mit echter Masse.

Zum variablen Tarif: Das ist eigentlich der interessantere Punkt. Wenn dein Nachtstrompreis deutlich günstiger ist, kann der Nachtbetrieb trotzdem sinnvoll sein – auch wenn der Außenluft-COP nachts etwas schlechter ist als am kühleren Morgen, ist er meistens besser als am heißen Nachmittag. Du musst das einfach gegengrechnen: günstigerer Strom vs. marginaler Effizienzverlust.

23 Grad nachts ist nicht zu kalt, eher normal. Manche stellen sogar auf 24-25 Grad und nutzen den Schlaflüfter-Modus (falls vorhanden), der die Leistung gegen Morgen automatisch reduziert. Das spart nochmal was.

Ich hab dazu übrigens mal was im Rohrleitungslängen-Thread am Rande erwähnt, aber das passt hier besser als eigenständiges Thema.


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