Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, zwei Split-Systeme zu vergleichen, bevor ich mich für eines entscheide – und eine Frage treibt mich um, die ich in den üblichen Prospekten nirgends beantwortet finde.
Im Juli ist es nachts draußen oft noch 20-22°C, drinnen aber 26-28°C. Jetzt die Frage: Macht es Sinn, die Anlage nachts durchlaufen zu lassen auf, sagen wir, 24°C Sollwert? Oder soll ich lieber die Fenster aufmachen und stoßlüften, sobald es kühler wird, und die Klima tagsüber sparen?
Ich habe da zwei gegensätzliche Theorien im Kopf:
1. Nachts laufen lassen ist sinnvoll, weil die Außentemperatur niedriger ist → besserer COP, bessere Effizienz
2. Nachts laufen ist Verschwendung, weil die Anlage ja auch bei Teillast läuft und weniger herunterregeln kann als tagsüber bei höherer Last
Mein Gedanke: Bei einer Inverter-Anlage mit guter Modulation müsste nachts die Energiebilanz doch besser sein, oder? Und bei einer On/Off-Geräten wahrscheinlich deutlich schlechter, weil sie nachts ständig an- und ausschaltet?
Kennt ihr aus euren Messungen, wie das in der Realität aussieht? Ich will hier mit echten Zahlen rechnen, nicht mit Herstellerangaben.
Du sprichst da einen wichtigen Punkt an. Ich habe das bei meiner Analyse mit dem Strommessgerät untersucht und die Realität ist differenzierter als viele denken.
Die Theorie stimmt: Ein COP von 4,5+ bei 22°C Außentemp vs. 3,0-3,5 bei 32°C ist real. Aber der Haken: Nachts laufen bedeutet für viele auch, dass die Anlage in Teillast pendelt – und da verliert man wieder Effizienzpunkte durch Schaltspiele, selbst bei Invertern.
Meine Messungen zeigen: Bei reiner Nacht-Durchlauf-Strategie (22:00-06:00 auf 24°C) vs. reinem Fenster-Lüften liegt der Mehrverbrauch der Klima-Variante bei ca. 15-25% höher pro Nacht, obwohl der COP besser ist. Warum? Weil du über 8 Stunden hinweg konstant kleine Mengen aktiv kühlst, statt eine Stunde intensiv zu lüften und fertig zu sein.
Beste Lösung: Hybrid-Betrieb. Lüften, wann möglich – Klima nur bei Bedarf nachts. Das spart am meisten.