Seite wählen

Vakuumierung Split-...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Vakuumierung Split-Anlage: wie lange und wie tief muss das sein?

6 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
55 Ansichten
Markus-Breitner
Beiträge: 55
Themenstarter
(@markus-breitner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#65]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, eine Split-Klimaanlage zu installieren und stehe vor der Frage wegen der Vakuumierung. Hab mir schon einiges durchgelesen, aber die Angaben gehen so weit auseinander, dass ich jetzt eher verwirrter bin als vorher.

Konkret: Wie lange muss ich vakuumieren, und welchen Unterdruck (mbar oder Micron) sollte ich am Ende erreichen? Manche sagen 30 Minuten reichen, andere empfehlen 60 Minuten oder sogar länger. Und dann lese ich, dass man nach dem Absperren nochmal 15 Minuten warten soll, ob der Druck stabil bleibt – macht das wirklich jeder so?

Ich habe mir eine einfache Vakuumpumpe aus dem Netz bestellt, die bis 50 Micron runter soll laut Beschreibung. Reicht das, oder brauche ich ein besseres Gerät? Manche Fachbetriebe reden von 200 Micron als Zielwert, andere wollen unter 500 Micron – da blick ich nicht mehr durch.

Das ganze Thema ist bei mir jetzt im Juli wichtig geworden, weil die Hitze im Schlafzimmer kaum noch auszuhalten ist. Möchte das Ding so schnell wie möglich zum Laufen bringen, aber natürlich nicht pfuschen und dann Probleme mit dem Kältemittel kriegen.

Bin kein Profi, hab aber schon Sanitär selbst gemacht und bin handwerklich nicht komplett unbeholfen. Wäre super wenn ihr mir da weiterhelfen könntet!


5 Antworten
FrankBerger
Beiträge: 28
(@frankberger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich sag mal so: Ich hab schon einige Anlagen gesehen wo das Vakuumieren komplett übersprungen wurde oder nur 10 Minuten gemacht wurde. Lief erstmal. Aber nach 1-2 Jahren gab's Probleme mit Feuchtigkeit im Kältemittelkreislauf, Expansionsventil verstopft, Kompressor leidet. Das merkt man dann nicht sofort.

Für die Pumpe: Die günstigen Geräte aus China schaffen den Endwert auf dem Papier, aber die Ölqualität und Dichtheit der Pumpe selbst ist oft mäßig. Nach meiner Erfahrung würde ich empfehlen, vor dem Einsatz das Pumpenöl zu prüfen – wenn es milchig aussieht, hat sie selbst Feuchtigkeit gezogen und taugt nichts mehr.

Zum Ablauf: Pumpe anklemmen, 45 Minuten ziehen lassen, dann Ventil zur Pumpe schließen, Pumpe aus – Reihenfolge ist wichtig! Wenn du die Pumpe absteller bevor du das Ventil schließt, drückt das Öl zurück in die Leitung. Dann 15-20 Minuten Druckhaltung beobachten. Steigt der Micronwert um mehr als 100-200 Micron, nochmal von vorne.


Antwort
KlimaPlaner55
Beiträge: 45
(@klimaplaner55)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das ist eine wichtige Frage, die viele Heimwerker unterschätzen. Kurz zur Theorie: Das Vakuumieren hat zwei Ziele – Feuchtigkeit aus dem Leitungssystem entfernen und gleichzeitig prüfen, ob das System dicht ist. Beides geht nur mit ausreichend Zeit und einem guten Manometerstand.

Als Richtwert würde ich sagen: Mit einer soliden Pumpe mindestens 30–45 Minuten pumpen, dann Pumpe absperren (nicht die Servicekupplung öffnen!) und 15–20 Minuten beobachten. Steigt der Druck nennenswert an, hast du entweder ein Leck oder noch Feuchtigkeit im System – dann nochmal pumpen.

Zielwert: 500 Micron (ca. 0,67 mbar) ist für Heimanwendungen akzeptabel, unter 300 Micron besser. Ich hab damals für meinen Monoblock selbst eingebaut-Thread auch viel über Dichtheitsprüfung geschrieben – da gab's ähnliche Fragen.

Deine 50-Micron-Pumpe ist vom Endwert her mehr als ausreichend. Entscheidend ist, ob das Gerät tatsächlich diesen Wert erreicht und nicht nach kurzer Zeit an Leistung nachlässt. Günstigen Pumpen aus dem Netz würde ich trotzdem nicht blind vertrauen – lass sie vorher kurz leerlaufen und schau ob der Druck wirklich fällt.


Antwort
Felix-Brandt
Beiträge: 57
(@felix-brandt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das nochmal aus ner anderen Perspektive: Als Laie ohne Kälteschein darfst du bei R32- oder R410A-Anlagen das Kältemittel ja sowieso nicht selbst einfüllen oder ablassen (F-Gase-VO). Die Vakuumierung selbst ist rechtlich grauer Bereich, aber sobald du das Kältemittel-Absperrventil am Außengerät öffnest, um das vorbefüllte Kältemittel freizugeben, bewegst du dich auf dünnem Eis.

Will das nicht madig machen – aber falls du jemals Garantieansprüche geltend machen willst oder beim Weiterverkauf der Anlage, kann das relevant werden. Ich hab mich bei meiner eigenen Installation auch erstmal durch den Förderdschungel gewühlt (BAFA/KfW Förderung) und da war Fachbetrieb als Installateur Pflicht. Nur als Hinweis.


Antwort
T.Bergmann
Beiträge: 26
(@t-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das stimmt genau was du beschreibst. Ein normales Bourdon-Manometer (also das mechanische Zeigerinstrument das meistens dabei ist) hat im Vakuumbereich eine Auflösung von typischerweise 50–100 mbar, damit kannst du im Micron-Bereich gar nichts sinnvoll ablesen. 500 Micron entsprechen 0,67 mbar – das liegt weit unterhalb der Messgenauigkeit solcher Geräte.

Für eine verlässliche Dichtheitsprüfung brauchst du entweder ein digitales Vakuummeter (Thermocouple- oder Pirani-Sensor), die gibt's ab ca. 30–50 Euro. Ich kenn das Problem aus dem Kältebereich gut – hab selbst mal einen Kältemittelmangel-Fall gehabt wo eine schlampige Erstinstallation die Wurzel war, das hab ich auch in diesem Thread beschrieben.

Ohne Micron-Meter machst du im Grunde eine Zeitschätzung statt einer echten Messung. Für einmaligen Gebrauch kannst du eins ausleihen, wenn du nicht kaufen willst.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: