Hallo zusammen,
ich plane gerade die Inbetriebnahme einer Split-Klimaanlage mit R290 (Propan) als Kältemittel. Das Gerät habe ich bewusst wegen des extrem niedrigen GWP-Werts gewählt – R290 liegt bei 3, R32 immerhin noch bei 675, das ist für mich keine Kleinigkeit mehr seit die F-Gase-Verordnung weiter verschärft wird.
Der Monteur meines Vertrauens hat das Außengerät bereits gesetzt und die Leitungen verlegt. Jetzt steht die eigentliche Inbetriebnahme an und ich frage mich, ob es bei R290-Geräten im Vergleich zu R32-Anlagen spezifische Besonderheiten gibt, die unbedingt beachtet werden müssen.
Konkret interessieren mich:
– Muss das Werkzeug des Monteurs zertifiziert/antistatisch sein bei Propan?
– Gibt es besondere Anforderungen an die Vakuumierung (Tiefe, Dauer)?
– Welche Mindestanforderungen gelten beim Monteur – braucht er eine spezielle Zulassung für brennbare Kältemittel (Kategorie L1/A3)?
– Und wie kritisch ist die Menge an Kältemittel bei R290 – ich habe gehört, die Füllmenge ist deutlich geringer als bei R32?
Wir sind hier in Süddeutschland gerade mitten im Juni-Hitzeschub, ich würde das gerne noch diese Woche in Betrieb haben. Trotzdem will ich nicht auf Sicherheit und korrekte Ausführung verzichten, nur weil es schnell gehen soll.
Freue mich über Erfahrungen, besonders von Leuten die schon R290-Geräte installiert haben.
Interessantes Thema, ich hab selbst zwar "nur" eine R32-Anlage installiert, aber die Fragen zur Vakuumierung und Inbetriebnahme sind mir gut vertraut.
Zum Werkzeug: Ja, bei R290 ist das kein Spaß. Propan ist hochentzündlich, Kategorie A3, und da sollte der Monteur definitiv explosionsgeschütztes Werkzeug und Messgeräte verwenden. Das ist kein optionales Nice-to-have.
Zur Vakuumierung: Ich würde sagen tiefer und länger als bei konventionellen Kältemitteln ist hier Pflicht. Bei meiner R32-Inbetriebnahme haben wir auf unter 200 Mikron runtergevakuumiert und gut 30 Minuten gehalten. Bei R290 würde ich das mindestens genauso streng handhaben, eher noch gewissenhafter.
Zur Zulassung: Dein Monteur braucht zwingend eine Qualifikation für brennbare Kältemittel (Kategorie L1). Ohne das sollte er R290 nicht anfassen – auch wenn er Jahrzehnte Erfahrung mit anderen Kältemitteln hat.
Und ja, die Füllmengen bei R290 sind tatsächlich deutlich geringer, oft unter 150 Gramm. Das ist kein Fehler sondern systembedingt wegen der hohen Kälteleistungsdichte von Propan.