Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mein Einfamilienhaus (Baujahr 1987, ca. 140 qm, gedämmtes Dach aber noch alte Fenster) für den nächsten Winter vorzubereiten. Eigentlich hatte ich eine klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe auf dem Schirm, aber die Kosten für die Hydraulik und die Fußbodenheizung erschlagen mich momentan. Jetzt bin ich über Luft-Luft-Wärmepumpen gestolpert – also im Grunde moderne Inverter-Splitgeräte, die im Winter heizen.
Mein Gedanke: Ich installiere ein oder zwei hochwertige Multisplit-Systeme, die primär zum Heizen im Winter genutzt werden (die alten Heizkörper bleiben als Backup drin, aber die Gasheizung soll mittelfristig raus). Im Sommer natürlich auch zum Kühlen, aber der Hauptzweck wäre eben Heizung.
Jetzt frage ich mich: Gibt es dafür eigentlich auch BAFA-Zuschüsse oder andere staatliche Förderungen? Ich hab gelesen, dass die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) für Wärmepumpen gilt – aber zählt eine Luft-Luft-Splitanlage da überhaupt dazu? Die Fördervoraussetzungen sind ja eh schon nicht gerade leicht zu durchschauen, und ich will nicht erst alles planen und dann merken, dass da gar nichts geht.
Hat jemand das schon so gemacht oder weiß, wie das aktuell geregelt ist? Ich bin kein Fachmann, also bitte nicht zu technisch werden wenn möglich 🙂
Danke schonmal!
InverterKing hat das gut zusammengefasst. Ich ergänze noch: Die BAFA-Förderung über die BEG-Einzelmaßnahme (ehemals "Heizungsförderung") setzt tatsächlich voraus, dass die Wärme über ein hydraulisches System verteilt wird. Luft-Luft fällt raus.
ABER: Es gibt eine Ausnahme, die viele nicht kennen – wenn du gleichzeitig eine kontrolliete Wohnraumlüftung einplanst oder das System als Teil einer umfassenderen energetischen Sanierung anmeldest, KÖNNTE es über den iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) zusammen mit anderen Maßnahmen förderbar sein. Das ist aber sehr komplex und ich würde das nicht ohne Energieeffizienz-Experten angehen.
Beim Thema reine Förderung würde ich außerdem drauf hinweisen: Die Regelungen haben sich 2025/2026 nochmal leicht verändert, also bitte aktuelle BAFA-Merkblätter checken, nicht irgendwas von vor zwei Jahren googeln.
Markus hat einen wichtigen Punkt. Ich würde noch hinzufügen: Lass dir vor allem von einem unabhängigen Energieberater (nicht vom Gerätehändler!) eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 machen. Erst dann weißt du ob Luft-Luft für dein Haus überhaupt ausreichend dimensioniert werden kann.
Zur Förderung: Schau auch mal ob deine Gemeinde oder dein Landkreis eigene Programme hat. In manchen Regionen gibt es noch kommunale Zuschüsse für den Umstieg weg von Gas, teils unabhängig von der Anlagentechnik. Das wird leider oft übersehen weil alle nur auf BAFA und KfW schauen.
Hey, also zu dem Thema bin ich leider kein Experte, aber ich glaub das ist genau der Knackpunkt: Luft-Luft-Systeme werden vom BAFA meistens NICHT gefördert, weil die offiziell keine "Wärmepumpe" im Sinne der BEG sind – zumindest nicht für die Hauptförderung. Hab das vor nem Weile irgendwo gelesen als ich mich wegen meiner eigenen Installation informiert hab. Könnte sich aber geändert haben, das Thema ist ja eh ein bewegendes Ziel momentan 😅
Am besten direkt beim BAFA anfragen oder nen Energieberater draufschauen lassen, bevor du irgendwas bestellst. Die können das verbindlich sagen.
Ich seh das etwas anders als die Vorposter, zumindest was die Gesamtstrategie angeht. Klar, die direkte BEG-Förderung klappt für Luft-Luft nicht – das stimmt. Aber ich würde grundsätzlich hinterfragen ob ein Multisplit-System bei einem 87er-Bau mit alten Fenstern wirklich der richtige Hauptheizungsersatz ist.
Das Problem: Splitgeräte heizen zwar effizient, aber nur die Räume in denen die Innengeräte hängen. Wenn du 140qm hast und z.B. Schlafzimmer, Bad, Küche und Flur auch warm haben willst, brauchst du entweder viele Innengeräte oder du akzeptierst kalte Bereiche. Die alte Gasheizung komplett rauszuwerfen ohne Luft-Wasser-Lösung – da würde ich mich momentan noch nicht trauen, ehrlich gesagt.
Nicht falsch verstehen, als Ergänzung und für den Sommer ist sowas natürlich prima. Aber als alleiniger Heizungsersatz im Altbau braucht das mehr Planung.