Moin zusammen,
ich arbeite gerade an einer praktischen Faustregel für unterschiedliche Raumtypen und ihre tatsächliche Kühlleistung. Im Hochsommer (wie jetzt im August) sehe ich bei meiner Split-Anlage große Unterschiede je nachdem, wie ich die Geräte nutze.
Meine Frage: Wie geht ihr vor, wenn ihr für einen neuen Raum die richtige Leistung ausleggen müsst? Ich kenne die Standard-Formel (25-30 W/m²), aber in der Praxis spielen ja viel mehr Faktoren rein – Sonnenseite, Fensterflächenanteil, Wärmequellen, Dämmstandard.
Bei mir zu Hause habe ich ein Nordzimmer (18 m²) und ein Südzimmer (18 m²) – beide gleich groß, aber das Südseiten-Zimmer braucht merklich mehr Kühlleistung. Mit meinem Energiemonitor kann ich die Unterschiede im COP deutlich sehen.
Wie würdet ihr konkret vorgehen? Gibt es Anpassungsfaktoren, die ich selbst berechnen kann, bevor ich nen Fachbetrieb anfrage? Oder lieber vorher schon beim Einkaufen die Anlage eine Nummer größer auswählen?
Gute Frage, da würde ich vor allem auf Messungen setzen. Mit nem einfachen Energiemonitor kannst du schon sehen, wie deine Geräte im Teillastbetrieb fahren. Wenn deine 3,5 kW Anlage im Südseiten-Zimmer ständig unter 60% läuft, wärste da zu groß dimensioniert gewesen. Im Nordseiten-Zimmer dann anders.
Faustregel: Lieber 10-15% unterdimensioniert für normale Tage, Inverter regelt dann sauber. Bei extremen Hitzetagen fährste halt etwas weniger kühl, aber der COP bleibt besser. Zu groß = höhere Kosten und unnötige On/Off-Schaltungen bei teilweise genutzten Räumen.
Das Thema hatte ich auch. Ich würde folgendes Step-by-Step machen: 1. Grundfläche × 30W/m² = Basis. 2. Fensterflächenanteil prüfen (jedes % über 20% = +5% Leistung). 3. Aussrichtung (Südseite +10-15%, Ost/West +5%, Nord -10%). 4. Wärmequellen (PC, Küche etc.) einzeln addieren. Damit kannste ne gute Schätzung machen, bevor der Fachmann kommt. Für Messungen brauchste aber später noch thermische Kamera oder gutes Bauchgefühl.
Ja, Fenster sind der Killer. Bei mir im Südseiten-Büro: 6 m² Fenster auf 20 m² Raum = massiv höherer Bedarf. Wenn du magst – leg dich mit einer guten Außengerät-Beschattung an (machbar im DIY), dann sparste dir ne halbe Leistungsklasse.
Das ist ne wichtige Unterscheidung. Du hast Recht – die reine Quadratmeterrechnung ist nur der Anfang. Ich hab das bei meiner Planung auch gemerkt: Südseite mit Wärmequellen (Rechner, zusätzliche Monitor) braucht echt deutlich mehr als pure Rechnung sagt.
Bei mir läuft das jetzt über MQTT und Home Assistant – ich tracke die Außentemperatur, Sonneneinstrahlung per Lux-Sensor und die tatsächliche Raumtemperatur. Damit kann ich die Voraussteuerung optimieren. Aber für die initiale Auslegung: Wenn du smart sein willst – kaufe lieber ne Nummer kleiner mit Inverter als ne Nummer größer mit fester Leistung.