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Verdunstungskühlung selbst bauen – lohnt sich das überhaupt?

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SplitPlaner42
Beiträge: 55
Themenstarter
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#55]

Hallo zusammen,

ich plane gerade für diesen Sommer eine Lösung für mein Arbeitszimmer, das sich bei dem Wetter hier regelmäßig auf über 30 Grad aufheizt. Eine Split-Klimaanlage ist erstmal nicht drin – der Vermieter blockiert die Wanddurchführung und ich will erstmal nichts riskieren.

Jetzt bin ich auf das Thema Verdunstungskühlung gestoßen. Also so ein Prinzip, wo Wasser verdunstet und dabei Wärme aus der Luft zieht. Ich hab mir verschiedene Videos dazu angeschaut und manche Leute bauen sich da richtige Konstruktionen mit Ventilatoren, Wassertanks und feuchten Matten oder sowas.

Meine Fragen:
1. Funktioniert das in einem normalen Zimmer in Deutschland wirklich spürbar, oder ist das nur was für trockene Klimazonen wie Arizona?
2. Welche Materialien brauche ich realistisch für einen einfachen Eigenbau?
3. Gibt es Alternativen, die ohne feste Installation auskommen und trotzdem etwas bringen – ich meine jetzt nicht einfach nur einen Ventilator?

Das Zimmer ist ca. 14 qm, Dachgeschoss, Südausrichtung. Ich bin technisch nicht komplett unbegabt, hab aber keine Erfahrung mit sowas.

Bin für jeden Tipp dankbar, gerade jetzt wo die nächste Hitzewelle schon wieder angekündigt ist.


4 Antworten
KlausReinhardt
Beiträge: 53
(@klausreinhardt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Peltier-Elemente wie Markus-Breit vorschlägt würde ich für einen 14qm Raum sofort wieder vergessen – die Verlustleistung ist enorm und der Kühleffekt lächerlich klein, das ist eher ein Spielzeug für kleine Elektronikprojekte. Da gibst du mehr Wärme ab als du kühlst, wenn man's nicht sehr sorgfältig auslegt.


Antwort
Markus-Breit
Beiträge: 55
(@markus-breit)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich da skeptisch was den DIY-Aspekt angeht. Nicht weil das technisch nicht interessant wäre, aber für ein Dachgeschosszimmer mit Südausrichtung ist das schlicht das falsche Werkzeug. Da hast du primär ein Problem mit Strahlungswärme vom Dach und den Wänden – und dagegen hilft Verdunstungskühlung fast gar nix. Die Wände strahlen nachts noch Wärme ab die sich tagsüber gespeichert hat.

Wenn du wirklich basteln willst: Schau dir Peltier-Elemente an. Gibt ne Menge Projekte dazu, für kleinen Bereich ganz interessant. Aber erwarte keine Wunder.

Für echte Wirkung kommst du um eine ordentliche Lösung kaum rum. KlausReinhardt hat im Thread zur Split-Montage eigentlich gut erklärt was machbar ist auch in Bezug auf Vermieter-Situationen – vielleicht nochmal reinlesen, da geht es auch um Alternativen zur Wanddurchführung.


Antwort
Felix-Brandt
Beiträge: 57
(@felix-brandt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Markus hat einen wichtigen Punkt zur Luftfeuchtigkeit – das ist wirklich der Knackpunkt. Ich hab das letzten Sommer mal mit einem einfachen Aufbau ausprobiert (Ventilator + feuchtes Tuch davor), und ja, kurzzeitig spürt man was, aber nach 20 Minuten im geschlossenen Raum ist die Luft einfach klatschnass und man schwitzt trotzdem.

Für deine Situation mit Dachgeschoss und Südausrichtung würde ich eher auf passive Maßnahmen setzen und daneben eine mobile Klimaanlage als Übergangslösung prüfen. Die Abluft geht per Schlauch durch einen schmalen Fensterspalt, da muss nix gebohrt werden. Energetisch sind die nicht besonders toll – Stromkosten Klimaanlage – welche Einstellungen spart wirklich was? – aber für ein einzelnes Zimmer und überbrückungsweise ist das realistischer als ein Eigenbau, der die Luft nur feuchter macht.


Antwort
Markus_K_1988
Beiträge: 57
(@markus_k_1988)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Zur ersten Frage direkt: In Deutschland ist die Luft im Sommer oft schon recht feucht, besonders in Norddeutschland oder wenn es schon ein paar Tage heiß war. Verdunstungskühlung arbeitet am besten bei niedriger relativer Luftfeuchtigkeit – also unter 40%, besser unter 30%. In einem geschlossenen 14-qm-Zimmer im Dachgeschoss wirst du damit leider schnell das Problem haben, dass die Luft nach kurzer Zeit so gesättigt ist, dass kaum noch Verdunstung stattfindet. Dann macht es schwüler statt kühler.

Für trockene Regionen ist das wirklich gut, bei uns aber eher begrenzt wirksam. Ich hab zu dem Thema auch schon einiges gelesen in Zusammenhang mit Kältemitteln und Kreisprozessen – grundsätzlich ist Verdunstung thermodynamisch sauber erklärt, aber die Randbedingungen müssen passen.

Was eher helfen könnte: Ein guter Querlüftungsplan in den frühen Morgenstunden kombiniert mit Rollladenmanagement tagsüber. Das klingt banal, bringt aber bei Dachgeschoss-Zimmern oft mehr als irgendwelche Bastellösungen. Für 14 qm würde ich mir ehrlich gesagt eine gute mobile Klimaanlage mit Abluftschlauch anschauen – die braucht keine Wanddurchführung im eigentlichen Sinne, nur ein Fenster.


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