Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der korrekten BTU-Auslegung für verschiedene Kundenräume und bin auf ein wiederkehrendes Problem gestoßen: Die reinen BTU-Angaben der Hersteller berücksichtigen oft nicht die praktischen Faktoren, die ich vor Ort vorfinde.
Konkretes Beispiel: Ein 28m²-Wohnraum mit großer Südfensterfront, einfach verglast, schlechte Dämmung. Nach klassischer Faustformel (80-100 BTU pro m²) würde ich bei 2.800-2.800 BTU landen. Aber wenn die Sonne drauf brennt und die Außentemperatur noch 28°C beträgt – wie korrigiere ich das realistische nach oben? Gibt es einen bewährten Multiplikator für Fensterflächenanteil und Hitzelast?
Zweite Frage: Im September/Oktober sinken die Außentemperaturen ja deutlich. Macht es noch Sinn, eine mobile Klimaanlage mit der vollen Sommerauslegung zu wählen, oder sollte ich dann eher auf 50-60% der maximalen BTU rechnen?
Wie handhabe ich das in der Praxis bei euren Installationen und Beratungen? Gibt es da bewährte Checklisten?
Sehr gute Beobachtung, Thomas. Die Standard-Formeln sind wirklich oft zu pauschal. Ich rechne in der Praxis mit folgenden Korrekturfaktoren:
**Basis: 80–100 BTU/m²** für Standardräume (mittlere Dämmung, normale Fenster)
**Dann aufschlagen für:**
- Große Südfenster (+20–30%)
- Einfachverglasung (+15–25%)
- Dachgeschoss (+10–20%)
- Häufige innere Wärmequellen (+10–15%)
**Im Herbst:** Du kannst in der Regel mit 60–75% der Sommerauslegung planen, aber nur wenn die Außentemperaturen wirklich stabil fallen. Ein Warmfront-Wochenende im September kann dich überraschen.
Faustregel: Immer für den **worst case im Nutzungszeitraum** auslegen, nicht für September-Durchschnitt. Sonst läuft die Anlage später im August wieder an ihre Grenzen.
Eine detaillierte Checkliste mit Fensterfläche, Orientierung und Dämmstärke ist der sichere Weg. Möchtest du deine Kalkulationen testen, bevor du sie ins Feld bringst?