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[Gelöst] 8 Jahre Split im Alltag: Welche Betriebsstrategien bringen wirklich was?

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H.Bergmann
Beiträge: 36
Themenstarter
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#154]

Hallo zusammen,

nach über acht Jahren mit meiner Split-Klimaanlage – sowohl im Kühl- als auch im Heizbetrieb – möchte ich mal meine Erfahrungen teilen und gleichzeitig hören, was ihr so macht.

Angefangen habe ich damals wie die meisten: einfach die Zieltemperatur einstellen und laufen lassen. Mit der Zeit habe ich aber angefangen, gezielt zu experimentieren. Konkret hat mir am meisten gebracht:

1. **Nachtabsenkung im Heizbetrieb**: Ich fahre die Temperatur nachts auf 17°C runter, morgens regelt der Inverter sie dann wieder hoch. Der Inverter arbeitet dabei erstaunlich effizient, weil er nicht kalt startet.

2. **Kühlbetrieb: Früh starten statt warten**: Im Sommer fange ich schon gegen 7 Uhr an zu kühlen, bevor die Außentemperatur explodiert. Der COP ist bei 25°C draußen deutlich besser als bei 36°C.

3. **Lastmanagement über Zeitpläne**: Ich habe die internen Timer so programmiert, dass die Anlage außerhalb der Hauptlastzeiten läuft – das drückt auch die Stromkosten etwas, je nach Tarif.

Unterm Strich habe ich so knapp 30% Verbrauch eingespart im Vergleich zu meinen ersten Betriebsjahren.

Mich würde interessieren: Macht ihr ähnliche Erfahrungen? Habt ihr andere Strategien gefunden, die messbar was gebracht haben? Und wie handhabt ihr das im Juli, wenn die Temperaturen tagelang hoch bleiben – läuft bei euch die Anlage dann durch oder gibt es da auch sinnvolle Pausen?


5 Antworten
Markus-Dreher
Beiträge: 32
(@markus-dreher)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Interessantes Thema. Ich steuere meine Daikin-Anlage über MQTT und hab dadurch relativ genaue Verbrauchsdaten. Was ich festgestellt habe: Die internen Timer der meisten Geräte sind okay, aber sobald man das in ein Smart-Home-System einbindet, kann man viel feingranularer reagieren – z.B. auf Wettervorhersagen oder tatsächliche Raumtemperatursensoren statt dem internen Fühler des Innengeräts.

Der interne Fühler sitzt oft ungünstig und täuscht dem Regler eine Raumtemperatur vor, die mit der tatsächlich gefühlten wenig zu tun hat. Externer Sensor, richtig platziert, hat bei mir noch mal spürbar was gebracht.

Zum Durchlaufbetrieb im Juli: Ich lass die Anlage lieber dauerhaft auf höherer Zieltemperatur (z.B. 26°C) laufen als sie aus- und wieder einzuschalten. Der Inverter pendelt dann auf niedrige Modulation ein und das ist effizienter als wiederholte Anlaufphasen.


Antwort
Markus-Pfeiffer
Beiträge: 29
(@markus-pfeiffer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Sehr guter Beitrag, deckt sich weitgehend mit meinen eigenen Auswertungen. Den Punkt mit dem frühen Kühlen kann ich bestätigen – ich hab das letztes Jahr mit einem Energiemessgerät protokolliert und der Unterschied im Verbrauch zwischen 7 Uhr und 13 Uhr Startzeit war bei vergleichbaren Tagen teils 15-20% zugunsten des frühen Starts.

Was ich zusätzlich mache: Ich vergleiche die SEER-Angaben des Herstellers mit meinen realen Messwerten über die Saison. Bei meinem aktuellen Gerät (SEER A++) liege ich im realen Betrieb etwa 10-12% unter dem Prospektwert, was ich für ehrlich halte. Wer deutlich darunter liegt, sollte mal Filter und Kondensatablauf prüfen – das sind häufig die stillen Effizienzfresser.

Ich habe damals bei der Erstinbetriebnahme schon auf saubere Dokumentation geachtet, was mir später beim Vergleich der Basisdaten geholfen hat. Empfehle ich jedem: Anfangswerte notieren, dann hat man einen echten Vergleichspunkt.


Antwort
Ralf K.
Beiträge: 14
(@ralf_k_1978)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Die 30% klingen für mich ehrlich gesagt etwas optimistisch – ich hör solche Zahlen oft und wenn mans dann genauer anschaut steckt da meistens kein sauberer A/B-Vergleich dahinter. Nicht böse gemeint.

Ich mess seit zwei Jahren mit und die Inverter-Technologie spart real, keine Frage. Aber die hohen Prozentzahlen die Hersteller und manchmal auch Nutzer nennen entstehen oft dadurch dass der Ausgangszustand ineffizient war (dreckige Filter, falscher Modus, dauerhaft zu niedrige Zieltemperatur). Wer von Anfang an sauber betreibt, sieht deutlich kleinere Verbesserungspotenziale. Hab das mal im COP-Heizbetrieb-Thread diskutiert – gleiches Prinzip.

Trotzdem: frühes Kühlen ist thermodynamisch sinnvoll, da bin ich dabei.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 18
(@kuehlprofi_73)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich mach das mit dem frühen Kühlen auch schon seit der zweiten Saison so, nachdem ich mal den Verbrauch verglichen hatte – der Unterschied ist wirklich da, kein Placebo.

Was mich bei deiner Strategie mit der Nachtabsenkung im Heizbetrieb interessiert: Machst du das auch im Sommer irgendwie analog? Also z.B. nachts gar nicht kühlen und nur lüften, tagsüber dann die Anlage? Im Sommer ist das ja eigentlich die sinnvollere Variante weil die Nächte meistens kühler sind. Ich hab dazu schon im COP-Thread ein bisschen was geschrieben, aber konkrete Langzeitzahlen wie du sie hast fehlen mir noch.

Ansonsten: Zeitpläne über die interne Steuerung sind gut, aber ich empfehle zusätzlich ein externes Energiemessgerät – manche Geräte verbrauchen im Standby mehr als man denkt.


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