Ich plane gerade mein drittes Split-System und beschäftige mich diesmal intensiver mit der Rohrleitungsdimensionierung. Bei meinen bisherigen Installationen habe ich die Leitungen eher pragmatisch verlegt, aber jetzt möchte ich das thermodynamisch sauberer machen.
Meine Frage konkret: Ich habe gemessen, dass mein bestehendes System mit etwa 15 Metern Kupferleitung (Hin- und Rückleitung kombiniert) bei voller Leistung einen COP von ca. 3,2 erreicht. Wenn ich jetzt beim neuen System mit knapp 25 Metern rechnen muss (Außengerät steht ungünstig), kann ich mit messbaren Verlusten rechnen?
Mich interessiert besonders, wie sich längere Rohre auf die Inverter-Modulation auswirken. Sinkt der COP linear, oder gibt es einen kritischen Punkt, ab dem die Inverterkurve deutlich flacher wird? Und: Wie würde man das Kältemittelvolumen und die Unterkühlungsverluste dabei konkret berechnen?
Ich finde online leider nur Faustregeln à la "max. 20 Meter", aber keine Zahlen für den realen Effizienzabfall. Hat hier jemand konkrete Messerfahrungen mit längeren Leitungen gemacht?
Das ist eine berechtigte Frage. Ich bin gerade auch wieder beim Thema und habe die Rohrleitungsverlegung als einen der kritischsten Punkte identifiziert – neben der Vakuumierung. Was ich aus alten Unterlagen noch weiß: Längere Rohre bedeuten mehr Kältemittelvolumen im System, und das wirkt sich auf die Unterkühlungsdifferenz am Verdampfer aus. Bei Inverter-Geräten merkt man das indirekt daran, dass der Kompressor höhere Drehzahlen fahren muss, um die gleiche Leistung zu bringen. Das müsste doch messbar auf deinem Stromverbrauch landen, oder? Ich würde bei 25 Metern auf jeden Fall eine Dimensionierungstabelle vom Hersteller zu Rate ziehen – die geben die normalerweise in den Installationshandbüchern mit an. Und: Hast du die neuen Richtlinien zu R32-Systemen schon gecheckt? Dort sind die Anforderungen noch etwas strenger.
Interessant, dass du das so detailliert durchrechnen möchtest. Ich vergleiche ja regelmäßig SEER-Werte und echte Verbrauchsdaten, und genau hier sehe ich oft Diskrepanzen: Die SEER-Bewertung berücksichtigt Rohrleitungsverluste gar nicht – das sind Labormessungen mit 5 Metern Standard. Wenn ich deine Situation richtig verstehe, musst du für deine Effizienzberechnung also mit einem Zu- und Abschlag arbeiten. Der Hersteller sollte dir eine Korrekturtabelle anbieten. Ansonsten: Dickere Rohre helfen, aber mehr Isolierung spart dir am meisten. Und ja, bei Inverter-Systemen ist der Effekt weniger dramatisch als bei klassischen On/Off-Kompressoren, weil die Regelung das ausgleicht – aber eben auf Kosten des Stromverbrauchs, wie Ralf schon gesagt hat.