Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit ein paar Jahren selbst mit meiner Split-Anlage und mache eigentlich alles was geht selber: Filter reinigen, Kondensatablauf prüfen, Lamellen am Außengerät abpusten, gelegentlich die Temperaturspreizung messen. Das läuft soweit gut und ich bin nicht ganz unwissend was das Thema angeht.
Jetzt kommt jedes Jahr im Frühjahr oder Frühsommer die Frage: muss ich wirklich einen Kältetechniker bestellen, oder reicht meine DIY-Pflege? Die Anlage ist eine Split von vor etwa 4 Jahren, läuft einwandfrei, kühlt gut.
Mein Nachbar hat letztes Jahr eine Inspektion machen lassen, hat 120 Euro gezahlt und sagte hinterher sinngemäß 'der hat die Filter gereinigt und ist dann gegangen'. Das klingt nach Geldverschwendung wenn ich das selbst kann.
Aber ich frage mich natürlich: Was prüft ein Fachmann wirklich, das ich als Laie technisch schlicht nicht durchführen kann – also Messungen, Dichtheitsprüfung, Kältemitteldruck etc.? Und lohnt sich der Aufpreis von vielleicht 80-150€ tatsächlich oder ist das für eine gut gewartete Heimanlage eher optional?
Kommt der Sommer jetzt voll durch und ich will nicht dass die Anlage im August schlapp macht wenn alle Techniker ausgebucht sind. Danke schon mal!
Da muss ich aber ein bisschen widersprechen was die Notwendigkeit angeht. Ich hab selbst im Thread zur Anlagendimensionierung geschrieben dass man viele Probleme früh selbst erkennen kann wenn man sein Gerät kennt.
Klar, Kältemitteldruckmessung geht nur mit Lizenz und Ausrüstung, das ist unbestritten. Aber für eine vier Jahre alte gut laufende Anlage ohne Auffälligkeiten? Ich würd nicht zwingend jedes Jahr 100+ Euro ausgeben. Alle zwei bis drei Jahre halte ich für realistisch, wenn keine Probleme sichtbar sind.
Was wirklich wichtig ist und oft vergessen wird: der Techniker schaut sich die Verkabelung an, prüft ob die Befestigungen am Außengerät noch fest sitzen (gerade nach nem Winter mit Frost), und er erkennt ob die Wärmetauscher innen verschmutzt sind auf eine Weise die du mit dem Auge von vorne nicht siehst. Das ist der Mehrwert.
Aber wenn jemand nur die Filter abnimmt und 120€ verlangt – ja, das ist dann schlicht nicht in Ordnung. Lass dir vorher schriftlich geben was zur Inspektion gehört.
Gute Frage, und ich versteh die Skepsis. Hab mich da selbst im DIY-Thread schon ausgekotzt über Leute die für Filter-Reinigung Handwerkerpreise kassieren.
Aber mal ehrlich: Es gibt tatsächlich Sachen die du als Privatmann gar nicht machen darfst bzw. kannst. Allen voran die Kältemittelseite. Ein Techniker hat Messgeräte für Hoch- und Niederdruck im Kältemittelkreislauf, und er darf gemäß F-Gase-Verordnung auch eine zertifizierte Dichheitsprüfung durchführen. Wenn deine Anlage schleichend Kältemittel verliert – was du an leicht nachlassender Kühlleistung über Monate kaum merkst – dann sieht er das sofort an den Druckwerten. Ohne Kältemittellizenz darfst du da nicht ran, und die Messgeräte kosten allein schon mehrere Hundert Euro.
Dazu kommt die Messung des Überhitzungswertes am Verdampfer und die Überprüfung der elektrischen Komponenten mit Messgerät. Das ist nicht Fingerzeig-Inspektion.
Wenn dein Nachbar das Gefühl hatte, der hat nur die Filter gewischt – entweder war der Techniker wirklich schlecht, oder er hat die Messungen einfach nicht erklärt. Beides kommt vor. Ich würde trotzdem alle 2 Jahre einen Profi draufschauen lassen, gerade wenn die Anlage noch Garantie hat.
Der Punkt mit der Garantie wird hier vergessen. Bei vielen Herstellern verfällt die Garantie wenn keine nachgewiesene Fachinspektion stattgefunden hat. Einfach mal ins Kleingedruckte schauen.
Kurz von mir dazu, ich hab mich ja im Kältemittel-Thread schon zu dem Thema geäußert:
Der entscheidende Punkt ist tatsächlich die Kältemittelseite. Gerade wenn du R32 hast – das ist mittlerweile Standard bei neueren Geräten – dann brauchst du für alles was mit dem Kältemittelkreislauf zu tun hat einen zertifizierten Betrieb. Punkt. Da gibt's keine Grauzone.
Die Druckmessung zeigt dir ob das Kältemittel noch vollständig vorhanden ist und ob die Anlage im optimalen Betriebspunkt läuft. Zu wenig Kältemittel bedeutet: Kompressor läuft heiß, Effizienz bricht ein, Verschleiß steigt. Das merkst du als Nutzer erst wenn's zu spät ist oder wenn der Strom deutlich teurer wird.
Dazu: Sichtprüfung der Lötstellen am Außengerät, Überprüfung der Kondensatpumpe, Messung der Stromaufnahme des Kompressors. Alles Sachen wo du ohne Ausrüstung nichts siehst.
80-150€ alle zwei Jahre find ich für ne Anlage die 1500€+ gekostet hat absolut vertretbar. Aber ich würde vorher fragen was genau im Preis drin ist, damit du nicht für reine Filterwischerei zahlst.