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Klimaanlage im Test: SEER-Wert wirklich relevant?

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Kuehlfix_1987
Beiträge: 20
Themenstarter
(@kuehlfix_1987)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#229]

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, meine aktuellen Messergebnisse auszuwerten und bin auf etwas gestoßen, das mich stutzig macht. Der SEER-Wert meiner Split-Anlage liegt laut Datenblatt bei 9,5 – klingt toll, aber wenn ich meine eigenen Verbrauchsmessungen über den Sommer hinweg tracke, komme ich real eher auf einen COP von 5,5 bis 6,0 im Dauerbetrieb. Das ist ein enormer Unterschied!

Ich frage mich: Wie realistisch sind diese SEER-Laborwerte eigentlich für den Alltag? Werden die unter Standardbedingungen gemessen, die in meinem Wohnzimmer im Juli nie vorkommen? Meine Außenluft ist oft über 35°C, und der Verdampfer läuft da ganz anders als im Test.

Zusätzlich habe ich bemerkt, dass meine selbstgebaute Beschattung des Außengerätes den tatsächlichen COP um etwa 1,5 Punkte verbessert hat – aber das wird natürlich in keinem Datenblatt berücksichtigt. Sind die SEER-Werte also praktisch fast unbrauchbar für die Kaufentscheidung? Oder muss ich einfach lernen, die richtigen Faktoren aus dem Wert herauszurechnen?

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?


2 Antworten
Markus_K_1978
Beiträge: 39
(@markus_k_1978)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Genau das habe ich auch im anderen Thread zu Inverter vs. On/Off angesprochen – die Hersteller zeigen dir Zahlen unter Idealbedingungen, und dann funktioniert alles ganz anders in der Praxis. SEER ist nicht nutzlos, aber es ist eher ein Marketing-Werkzeug als eine echte Vorhersage deines Stromverbrauchs. Aussagekräftiger ist SCOP für die Jahresleistung, weil da Teillast und verschiedene Außentemperaturen berücksichtigt werden. Aber auch das ist noch sehr theoretisch.

Deine Messdaten sind wertvoller als jedes Datenblatt. Hast du die irgendwo dokumentiert? Würde mich interessieren, wie du die Messung aufgebaut hast.


Antwort
KlausReinhardt
Beiträge: 53
(@klausreinhardt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das Problem, das du beschreibst, habe ich auch beobachtet. SEER wird unter standardisierten Bedingungen nach EU-Norm gemessen – meist bei moderaten Außentemperaturen um 35°C und sehr konstanten Lasten. Deine 35+°C-Realität ist eine ganz andere Belastung für den Verdichter. Der COP sinkt bei hohen Temperaturdifferenzen exponentiell, das ist thermodynamisch völlig normal.

Was mich aber skeptisch macht: Deine Beschattungsmaßnahme – hast du da auch die Luftstromverhältnisse gemessen? Manchmal denkt man, man optimiert, aber reduziert unbewusst die Konvektion am Außengerät. Bevor ich solche DIY-Lösungen als Dauerlösung empfehle, würde ich das kritisch hinterfragen. Was sagen deine genauen Messungen zur Außenluftzirkulation?


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