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Klimaanlage und Rollläden kombinieren – bringt das wirklich was?

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Markus-Breitner72
Beiträge: 35
Themenstarter
(@markus-breitner72)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#39]

Hallo zusammen,

ich grübel schon eine Weile über folgendes nach und hoffe, dass jemand hier praktische Erfahrungen hat. Wir haben seit letztem Herbst eine Split-Klimaanlage im Wohnzimmer (ca. 30 qm, Südausrichtung, großes Fenster). Diesen Sommer – ihr kennt ja die Temperaturen, aktuell wieder über 35 Grad hier in der Gegend – läuft die Anlage eigentlich täglich. Der Stromverbrauch macht mir aber langsam Sorgen.

Meine Frage geht jetzt in eine andere Richtung als das, was man hier oft liest: Ich frage mich, wie ich das Zusammenspiel zwischen Klimaanlage und den vorhandenen Rollläden besser nutzen kann. Aktuell mache ich die Rollläden morgens runter bevor es heiß wird, aber manchmal bin ich tagsüber nicht zuhause und vergesse es. Abends lüfte ich dann kurz durch.

Gibt es da eine Art "optimale Strategie", wie man das kombiniert, damit die Klimaanlage weniger hart arbeiten muss? Also zum Beispiel: Wann genau sollte man die Rollläden schließen? Sollte man vorher kurz stoßlüften und dann die Anlage erst einschalten? Gibt es Faustregeln für den Zusammenhang zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur, ab wann es sich überhaupt lohnt die Anlage anzuwerfen?

Ich bin kein Techniker, aber ich versuche das möglichst sinnvoll hinzukriegen. Würde mich über konkrete Tipps freuen, keine allgemeinen Sachen die man eh schon kennt.

Danke im Voraus!
Markus


4 Antworten
KlimaTechnik_87
Beiträge: 12
(@klimatechnik_87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Burkhard hat das gut zusammengefasst. Aus technischer Sicht noch ein Ergänzung: Der Wärmeeintrag durch Fensterflächen ist bei einem schlecht abgedunkelten Südraum enorm – je nach Glasfläche können da leicht 300–500 Watt und mehr reinkommen, bei praller Sonne auch mehr. Das ist Wärme, die deine Klimaanlage dann wieder rauswerfen muss, mit entsprechendem Stromaufwand.

Wenn du automatisieren willst: Smarte Rollladensteuerungen mit Sonnenstandsautomatik gibts inzwischen für kleines Geld. Die fahren die Jalousien abhängig von Sonnenwinkel und Außentemperatur automatisch runter. Das löst das Problem mit 'ich bin nicht zuhause und vergesse es' komplett.

Zum Thema Einschaltzeitpunkt: Ich würde die Anlage nicht unter 26 Grad Raumtemperatur einschalten. Einerseits aus Effizienzgründen, andererseits ist der gefühlte Unterschied zu 24 Grad minimal, der Verbrauch aber relevant. Viele Leute stellen die Anlage auf 22 Grad ein und wundern sich über den Stromverbrauch – dabei wären 25–26 Grad völlig ausreichend und der Kompressor läuft deutlich seltener.


Antwort
R.Beckmann
Beiträge: 19
(@r-beckmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das etwas anders als die anderen hier – die Empfehlung mit den 26 Grad Einschaltschwelle klingt vernünftig, aber in der Praxis hängt das stark von der Gebäudemasse ab. In einem schlecht gedämmten Altbau oder bei sehr großen Fensterflächen kann der Raum in 30–40 Minuten von 26 auf 29 Grad schießen wenn die Sonne voll reinknallt. Dann arbeitet die Klimaanlage gegen eine rasant steigende Last an, was uneffizient ist.

Mein Tipp: Lieber früh bei noch moderaten Temperaturen auf Zielniveau abkühlen und dann im Haltebetrieb lassen, als spät einschalten und dann Vollgas fahren. Inverter-Geräte sind im Teillastbetrieb deutlich effizienter als beim Hochfahren aus dem Warmen. Das gilt aber nur wenn du wirklich einen Inverter hast – bei alten On/Off-Geräten ist die Rechnung anders.

Ansonsten: Markus, dein Ansatz ist genau richtig. Die meisten Leute ignorieren Rollläden komplett und wundern sich dann über den Stromverbrauch.


Antwort
KuehlProfi_Marc
Beiträge: 41
(@kuehlprofi_marc)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Passt zum Thema, ich hab das auch mal bei nem Kunden so erklärt: Die Klimaanlage ist das letzte Mittel, nicht das erste. Erst alle passiven Maßnahmen ausschöpfen, dann erst aktiv kühlen.

Bei Kondenswasserproblemen die dabei manchmal auftauchen (Gerät läuft lang durch wegen hoher Last) – dazu hab ich hier was geschrieben, falls das irgendwann relevant wird.


Antwort
Burkhard_71
Beiträge: 29
(@burkhard_71)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Markus,

das ist ein guter Ansatz, den du da verfolgst. Die Kombination aus passivem Sonnenschutz und aktiver Kühlung macht tatsächlich einen erheblichen Unterschied – ich hab das selbst im letzten Sommer durchgespielt.

Die Faustregel ist eigentlich simpel: Rollläden zu, bevor die Sonne direkt aufs Fenster trifft. Bei Südausrichtung also spätestens gegen 9–10 Uhr morgens, wenn möglich noch früher. Je später du wartest, desto mehr Wärmestrahlung hat die Masse im Raum schon aufgenommen – und die gibt Stein und Möbel dann stundenlang wieder ab, egal wie die Anlage läuft.

Das Stoßlüften morgens früh (so gegen 5–7 Uhr) bringt viel, wenn die Außentemperatur noch unter der Raumtemperatur liegt. Danach Rollläden runter, Fenster zu, und der Raum hält sich deutlich länger auf einem erträglichen Level. Erst wenn das nicht mehr reicht – also wenn der Raum trotzdem über 26–27 Grad steigt – würde ich die Anlage zuschalten.

Das spart wirklich Strom, weil die Klimaanlage dann nicht mehr gegen ständig nachdrängende Wärme ankämpft, sondern nur noch einen bereits vorgekühlten Raum hält. Ich hab das mal grob überschlagen und komme auf gut 30–40% weniger Laufzeit bei gleicher gefühlter Temperatur. Ist natürlich abhängig von Dämmung und Fensterqualität.


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