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Sollzustand vs. Istzustand – wann kühlt die Anlage wirklich effizient?

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H.Bergmann
Beiträge: 25
Themenstarter
(@h-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#41]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver damit, wie ich unsere Split-Klimaanlage möglichst effizient betreibe, ohne einfach nur die Temperatur runter zu drehen und zu hoffen dass es passt. Konkret geht es mir um folgendes: Ich habe gelesen, dass Inverter-Geräte am effizientesten laufen, wenn sie im sogenannten Teillastbetrieb arbeiten – also wenn Soll- und Isttemperatur nah beieinander liegen und der Kompressor nicht ständig auf Volllast läuft.

Jetzt frage ich mich: Macht es in der Praxis wirklich einen messbaren Unterschied, ob ich z.B. die Anlage auf 24°C einstelle wenn es draußen 36°C hat – oder ob ich sie auf 20°C stelle und dann früher abschalte? Oder ist das letztlich egal für den Stromverbrauch insgesamt?

Bei uns im Wohnzimmer (ca. 28qm, Südausrichtung, Baujahr 2003 mit normaler Dämmung) schwitzt man dieser Tage trotz Anlage noch ordentlich – der Juli 2026 ist ja mal wieder kein Spaß. Ich überlege auch, ob ich einen Temperaturplan programmieren sollte (z.B. tagsüber höher, abends kühler) oder ob das mehr schadet als nutzt wegen der Anlaufphasen.

Hat jemand das mal gemessen oder systematisch verglichen? Ich bin kein Techniker, versuche aber die Zusammenhänge zu verstehen. Danke schon mal!


4 Antworten
Michi_1998
Beiträge: 24
(@michi_1998)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ja also ich hab das bei mir tatsächlich mal mit nem Steckdosenmessgerät verglichen, so richtig wissenschaftlich war das nicht aber der Unterschied war schon spürbar. Anlage auf 21°C runtergeprügelt vs. auf 25°C gelassen und einfach laufen lassen – bei 25°C hat die Kiste deutlich weniger gefressen über den Tag.

Mein Setup ist zwar anders als deins (Wohnung nach Norden, deutlich kleiner) aber das Prinzip dürfte das gleiche sein. Was mich dabei überrascht hat: die erste halbe Stunde nach dem Einschalten ist bei beiden Einstellungen fast gleich teuer, weil der Kompressor sowieso erst mal auf Touren kommen muss. Der Unterschied entsteht dann im Dauerbetrieb.

Temperaturplan programmieren find ich gut – ich mach das auch, aber eher so dass die Anlage morgens früh kurz kühlt bevor ich aufwache und dann tagsüber auf nem gemäßigten Niveau bleibt. Viel kühler als 23°C stell ich nie ein, das ist eh irgendwann unangenehm.


Antwort
T.Bergmann62
Beiträge: 32
(@t-bergmann62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich lese hier interessiert mit, wir haben ähnliche Überlegungen gerade für unser Reihenhaus – Südseite, ähnliches Baujahr. Ich habe bisher immer gedacht man stellt einfach eine angenehme Temperatur ein und gut ist, aber diese Diskussion zeigt dass da doch mehr dahinter steckt.

Eine Frage hätte ich noch: Gilt das mit dem Teillastbetrieb eigentlich auch wenn man die Klimaanlage im Heizbetrieb nutzt im Winter? Oder ist das ein anderes Thema?

Ansonsten kann ich aus eigener Erfahrung sagen – wir lassen die Anlage seit diesem Sommer auf 25°C durchlaufen statt immer aus und an, und das Zimmer bleibt tatsächlich konstanter angenehm als vorher wo wir immer zu spät angefangen haben zu kühlen und dann auf 21°C runtermussten.


Antwort
KuehlProfi_Marc
Beiträge: 41
(@kuehlprofi_marc)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Gute Frage, das ist ein Punkt den viele unterschätzen. Kurz gesagt: Ja, es macht einen Unterschied – und einen deutlichen.

Bei einem Inverter-Gerät ist der effizienteste Betriebspunkt tatsächlich der Teillastbereich. Wenn du auf 20°C stellst und draußen sind 36°C, muss der Kompressor erstmal mit hoher Drehzahl arbeiten um die Temperatur zu erreichen – das frisst überproportional viel Strom. Wenn er dann drosselt und hält, wird's wieder effizienter. Aber die Anlaufphase kostet.

Ein Gerät das dauerhaft bei 24°C läuft und nur minimal nachregeln muss, zieht weniger Strom als eines das zwischen Vollgas und Stand-by pendelt. Das kann man mit einem simplen Zwischenstecker mit Energiemessung (z.B. so ein Brennenstuhl PM230E oder ähnliches) über ein paar Tage gut dokumentieren.

Temperaturprogramm würde ich empfehlen, aber mit sanften Übergängen – nicht von 26 auf 21 Grad in einem Schritt. Lieber in 1-Grad-Schritten über den Tag verteilen. Bei Südausrichtung und schlechter Dämmung macht außerdem Außenverschattung (Markise, Außenjalousie) einen riesigen Unterschied bevor die Wärme überhaupt ins Zimmer kommt – da hab ich auch schon einiges zu geschrieben, z.B. im Kontext von Lärmthemen wo Aufstellort und Umgebung eine Rolle spielten: Lärmprotokoll vom Nachbarn bekommen – wie leise sind eure Außengeräte wirklich?


Antwort
Markus_K_1978
Beiträge: 39
(@markus_k_1978)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Da muss ich KuehlProfi_Marc aber ein bisschen bremsen – die 1-Grad-Schritte klingen schön in der Theorie, in der Praxis regelt ein vernünftiger Inverter das selbst aus. Du musst nicht manuell in Stufen vorgehen. Die Geräte haben eigene Algorithmen dafür.

Was aber wirklich stimmt: Der Zieltemperatur-Unterschied zwischen 20°C und 24°C hat langfristig massiven Einfluss auf den Verbrauch. Jedes Grad weniger bedeutet grob 6–10% mehr Energieaufwand, je nach Gerät und Außenbedingungen. Bei 36°C Außentemperatur und 20°C Zieltemperatur reden wir von einem Temperaturgefälle von 16 Grad – das ist brutal für den COP.

Ich würde empfehlen: Stell die Anlage auf 25–26°C, lass sie dauerhaft laufen statt an/aus, und investier die Ersparnis in ordentliche Fensterabdichtung und Reflexionsfolie innen an der Südverglasung. Das bringt mehr als jede Temperatur-Programmierung.


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