Moin zusammen,
ich habe vor zwei Monaten mein Multisplit-System mit drei Innengeräten installiert und dokumentiere seitdem akribisch den Stromverbrauch. Jetzt im Juli läuft natürlich alles auf Hochtouren – aber wenn ich die theoretischen Werte (Nennleistung, SEER-Angaben vom Hersteller) mit meinen echten Smart-Meter-Messungen vergleiche, stimmt vieles nicht überein.
Mein System: 3x 3,5 kW Inverter-Geräte an einer 10 kW Außeneinheit. Meine Fragen:
1. Wie berechnet man seriös den Stromverbrauch pro Raum? Die drei Geräte laufen ja an einer zentralen Leitung – kann ich das über die Nennleistung hochrechnen oder muss ich was anderes berücksichtigen?
2. Bei mir zeigt die App teilweise 1,2 kWh/h an, aber wenn ich das auf einen Monat hochrechne und mit der Stromrechnung abgleiche, komme ich auf andere Ergebnisse. Wo sitzt der Fehler – ist das die Inverter-Modulation, die Teillast?
3. Welche realen COP-Werte sollte ich im Juli erwarten? Der Hersteller verspricht SEER 5,8, aber im Alltag laufe ich ja nie bei Idealbedingungen.
Ich will keine Rechnererei – ich suche realistische Methoden zur Kostenkontrolle.
Das mit dem Vorkühl-Thema hat mich jetzt neugierig gemacht – bei mir läuft die Smart-Home-Automation ja über MQTT, und ich versuche die Solltemperatur nach Tageszeit zu steuern. Aber ich bin mir unsicher: Wenn ich nachts aggressiv vorkühl auf 19°C und der Kompressor dann permanent läuft, verbrauche ich dann nicht trotzdem mehr Energie, weil der Inverter ja nie in den effizienten Teillast-Bereich kommt? Oder muss man das ganz anders denken?
Bei mir is das einfach – ich hab mir nen 1-Phasen-Messstecker geholt für knapp 30 Euro und mess das direkt an der Außeneinheit. Dann weißt du exakt, was reingeht. Die App-Spielerei würd ich lassen, da kommen zu viele Fehler rein. Mit Multisplit halt schwierig, weil eine Leitung – aber die Industrie-Mess-Zangen für 50-100 Euro sind genauer als jedes Smart-Home-Gedöns.
Danke für die ausführliche Antwort, Markus B.! Das mit der Teillast und dem realistischen COP von 3,2–3,8 macht Sinn – ich dachte, das liegt an meinem Gerät. Werde jetzt systematisch Außentemp und Solltemp mitprotokollieren. Noch eine kurze Frage: Macht es Sinn, nachts oder in den frühen Morgenstunden "vorzukühlen" auf 21°C, um tagsüber weniger Kompressor-Last zu haben? Oder ist das Energieverschwendung?