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Split-Klimaanlage: Ab wann rechnet sich die Investition wirklich?

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Horst K.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@horst_k_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#54]

Hallo zusammen,

ich grübele schon eine Weile über die Amortisationsrechnung für meine aktuelle Split-Anlage nach. Konkret: Ich habe vor zwei Jahren eine neue Einheit mit R32 angeschafft – hauptsächlich wegen des deutlich niedrigeren GWP gegenüber R410A – und mich hat damals der Aufpreis gegenüber einem günstigeren Gerät doch merklich gekniffen. Jetzt, in diesem Juli mit den anhaltend hohen Temperaturen, läuft das Ding natürlich auf Hochtouren.

Meine Frage ist eigentlich: Wie rechnet ihr das sauber durch? Ich habe die Anschaffungskosten plus Installation, dann den laufenden Stromverbrauch – den ich mit einer Steckdosenmessung halbwegs im Blick habe – und auf der anderen Seite den Vergleich mit dem, was eine billigere Anlage mit schlechterem SEER-Wert kosten würde. Aber wie berücksichtigt man dabei sinnvoll die Wartungskosten, eventuelle Reparaturen und den Wertverlust des Kältemittels durch die kommenden F-Gase-Verschärfungen?

Ich frage auch deshalb, weil ich überlege ob eine zweite Einheit für das Schlafzimmer sinnvoll wäre. Und dann stellt sich wieder die Frage: Aufpreis für Qualität und Umweltverträglichkeit ja – aber wo liegt der Break-even, bevor die Anlage in die Jahre kommt und vielleicht sowieso eine neue Kältemittelgeneration vorgeschrieben wird?

Vielleicht habt ihr das schon selbst durchgerechnet oder kennt gute Vorgehensweisen dafür?

Danke schon mal,
Horst


3 Antworten
FrischluftHans67
Beiträge: 20
(@frischlufthans67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Horst,

das ist eine Frage die ich mir vor ein paar Jahren auch gestellt habe, bevor ich meine jetzige Anlage gekauft habe. Ich hab das damals so aufgeteilt: Anschaffung + Installation als Fixblock, dann monatlich den tatsächlichen Stromverbrauch notiert (ich nutze dafür eine separate Messsteckdose und trage die Werte in eine einfache Tabelle ein) und daneben eine Schätzung was eine vergleichbare Billiganlage mit schlechterem SEER verbraucht hätte.

Bei mir hat sich nach etwa 4 Jahren gezeigt, dass ich durch den niedrigeren Stromverbrauch ungefähr 180–220 Euro pro Jahr spare gegenüber dem, was die günstigere Alternative gekostet hätte. Bei einem Preisunterschied von ca. 600 Euro beim Kauf wäre das ein Break-even nach 3 Jahren – aber das setzt natürlich voraus dass die Anlage sauber gewartet wird, also Filter regelmäßig gereinigt, Verdampfer kontrolliert. Ich habe dazu auch im R32 vs. R410A Thread geschrieben, weil da ähnliche Überlegungen eine Rolle spielen.

Die F-Gase-Frage würde ich in der Rechnung eher konservativ einschätzen – was heute noch gilt, kann sich ändern, aber R32 dürfte mittelfristig sicherer sein als R410A.


Antwort
KlausHartmann
Beiträge: 31
(@klaushartmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz gesagt: Wartungskosten werden bei solchen Rechnungen fast immer vergessen oder massiv unterschätzt. Ich hab dazu schon einiges ausprobiert und geschrieben – wer einen wirklich verdreckten Verdampfer unterschätzt, verschenkt locker 15–20% Effizienz und verzerrt damit die ganze Amortisationsrechnung.


Antwort
Markus-Breitner
Beiträge: 55
(@markus-breitner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin da ehrlich gesagt skeptischer als FrischluftHans67. Die meisten Amortisationsrechnungen die ich gesehen habe rechnen sich schön – mit optimistischen Annahmen beim Strompreis, Idealbetriebsstunden und einem SEER der im echten Alltag nie erreicht wird. Hersteller geben SEER-Werte unter Laborbedingungen an, nicht bei 38 Grad Außentemperatur oder wenn der Verdampfer halb zugesetzt ist.

Hinzu kommt: Wartung kostet Geld, und wer das selbst macht unterschätzt seinen Zeitaufwand, wer es machen lässt zahlt schnell 80–150 Euro pro Wartung. Das muss in die Rechnung rein.

Meine Empfehlung: Rechne mit realistischeren Werten – also 70–80% des Hersteller-SEERs im Alltagsbetrieb, und plane mindestens eine bezahlte Wartung pro 2 Jahre ein. Dann wird aus einem "Break-even nach 3 Jahren" gerne mal 6–7 Jahre. Ob das bei deiner geplanten zweiten Einheit noch attraktiv ist, hängt sehr von der tatsächlichen Nutzungsdauer ab.


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