Hallo zusammen,
bei meiner Split-Anlage beschäftige ich mich eigentlich hauptsächlich mit der Luftqualität und Filterleistung – aber seit diesem Juli frage ich mich zunehmend auch, ob ich die Temperatur optimal eingestellt habe. Aktuell lasse ich das Gerät auf 22°C laufen, weil ich dachte, das wäre ein guter Kompromiss. Draußen haben wir gerade öfter 34-36°C, und die Anlage läuft dann gefühlt recht konstant durch.
Ich habe gelesen, dass jedes Grad weniger deutlich mehr Strom kostet – aber konkrete Zahlen habe ich noch nicht wirklich gesehen. Macht es tatsächlich einen spürbaren Unterschied, ob ich 22°C oder 24°C einstelle? Und gibt es eine Faustregel, wie viel Prozent Mehrverbrauch man pro Grad nach unten rechnen muss?
Was mich außerdem interessiert: Hat die Lüfterstufe einen relevanten Einfluss auf den Gesamtverbrauch, oder ist das zu vernachlässigen? Ich stelle den Lüfter meistens auf mittel, damit die gefilterte Luft möglichst gleichmäßig im Raum verteilt wird – das ist mir für die PM2.5-Werte wichtig. Aber wenn hohe Lüfterstufe tatsächlich den Kompressor entlastet, würde ich das überdenken.
Hat jemand das mal systematisch gemessen oder kennt verlässliche Richtwerte dazu? Würde mich über Erfahrungen aus dem echten Alltag freuen, nicht nur Herstellerversprechen.
Ich bin zwar noch dabei, überhaupt erstmal mein System richtig zu verstehen (hab da einen eigenen Thread dazu), aber zur Temperatur hab ich mal irgendwo die Empfehlung gelesen: nicht unter 24°C im Sommer, das sei so der Sweet Spot zwischen Komfort und Effizienz. Ob das wirklich belastbar ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht – ich verlasse mich da noch zu sehr auf solche Daumenregeln. Vielleicht hilft dir das als Einstieg trotzdem.
Die 6-8% pro Grad klingt erstmal plausibel, aber ich wär da vorsichtig mit zu pauschalen Aussagen. Das hängt extrem von der jeweiligen Anlage und dem Zustand des Verdampfers ab. Ein halbwegs verdreckter Wärmetauscher verfälscht solche Messungen erheblich – da kann man noch so genau die Solltemperatur optimieren, wenn der Verdampfer nicht sauber ist, verpufft ein Teil der Effizienz sowieso. Ich hab das selbst getestet: vor und nach einer gründlichen Verdampferreinigung war der Unterschied bei gleicher Einstellung teils größer als ein ganzes Grad Solltemperatur.
Von daher mein Tipp: erst sicherstellen dass die Anlage in einwandfreiem Zustand ist, dann optimieren. Sonst misst man an den falschen Stellschrauben.
Ich hab das tatsächlich über mehrere Wochen dokumentiert, also nicht nur geschätzt. Bei mir macht ein Grad Unterschied grob 6-8% beim Kompressorverbrauch aus – das ist natürlich stark abhängig von der Außentemperatur und wie gut der Raum gedämmt ist. Bei 35°C draußen und Ziel 22°C im Raum ist die Spreizung halt enorm, der Inverter muss deutlich mehr leisten als bei 24°C Ziel.
Zur Lüfterstufe: Der Lüftermotor selbst frisst wenig, aber indirekt hat die Stufe Einfluss. Höhere Lüfterstufe sorgt für besseren Wärmetausch am Verdampfer, das heißt der Kompressor kann effizienter arbeiten und muss weniger modulieren. Ich hab bei hoher Lüfterstufe tatsächlich leicht bessere COP-Werte gemessen als bei mittlerer – der Unterschied ist aber nicht riesig, vielleicht 3-5%. Wenn dir gleichmäßige Filterluftverteilung wichtig ist, würd ich trotzdem eher auf hohe Stufe gehen, der Mehrverbrauch vom Lüfter selbst ist marginal.
Die Faustregel mit den ~6-8% pro Grad ist ein guter Anhaltspunkt für den deutschen Sommer, aber miss lieber selbst wenn du kannst.
KlausHartmann hat einen wichtigen Punkt – Anlagenzustand zuerst. Ich ergänze nur kurz: 24-25°C ist als Zieltemperatur eigentlich ziemlich unumstritten in der Fachliteratur, darunter steigt der Aufwand überproportional. Mehr brauchts da eigentlich nicht.