Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei meine erste Split-Klimaanlage zu installieren (Innengerät im Schlafzimmer, Außengerät auf der Terrasse). Die meisten Sachen hab ich eigentlich schon halbwegs verstanden, aber bei der Wanddurchführung hänge ich gerade komplett fest und finde online leider sehr widersprüchliche Infos.
Konkret: Ich muss durch eine ca. 30 cm dicke Außenwand (Poroton-Ziegel, gedämmt, kein WDVS). Die Anlage ist eine 2,5 kW Einheit mit 1/4" und 1/2" Kältemittelleitungen plus Kondensatschlauch und das Stromkabel. Ich frage mich jetzt:
1. Wie groß soll ich das Loch bohren? Ich habe gelesen, dass man einen Kern von 60 mm oder 80 mm nehmen soll – aber wann braucht man welchen Durchmesser?
2. Gibt es da so ein spezielles Durchführungsset oder reicht ein normales Wandrohr aus dem Baumarkt?
3. Wie dichtet man das sauber ab, damit keine Kältebrücke entsteht und auch keine Feuchtigkeit oder Zugluft reinkommt? Ich hab Angst, dass ich da mit Bauschaum irgendwas falsch mache.
Die Klimaanlage soll idealerweise noch vor unserem Urlaub Ende Juli laufen – also etwas Zeitdruck ist da. Wäre super wenn jemand mit Erfahrung aus eigener Montage oder aus dem Handwerk da Tipps hat. Danke schon mal!
80mm nehmen, fertig. Alles andere bereust du beim Einziehen der Leitungen.
Ich seh das ein bisschen anders als die Vorposter – nicht bei den technischen Details, aber beim Zeitplan. Ende Juli ist nur noch ca. 6 Wochen hin und wenn dann noch Vakuumieren und Einblasen des Kältemittels durch einen Kälteschein-Inhaber nötig ist (bei vorgeladenen Geräten manchmal nicht, aber check das vorher!), kann das knapp werden. Handwerkertermine im Sommer sind gerade echt schwer zu kriegen.
Zur Wanddurchführung selbst: Poroton ist gutmütig beim Bohren, aber pass auf dass du einen ordentlichen Kernbohrer mit Wasserkühlung oder zumindest Absaugung nimmst – der Staub ist enorm. Und bei einer gedämmten Wand (auch ohne WDVS) kann es sein dass hinter dem Innenputz nochmal eine Schicht kommt, also langsam vortasten.
Die Sets aus dem Fachhandel würde ich auch empfehlen, nicht der Baumarkt-Kram.
Ich hab das letztes Jahr bei uns gemacht und kann KlimaClean_Pro nur bestätigen – die 80 mm sind deutlich entspannter. Ich hatte erst 65 mm gebohrt und musste dann nochmal ran, weil ich die Isolierung der Leitungen nicht quetschen wollte. Das kostet mehr Zeit als nochmal zu bohren.
Wegen Kältebrücke: Das Wandrohr selbst ist meistens aus Kunststoff, das ist schon mal besser als ein Metallrohr. Aber den Hohlraum im Mauerwerk zwischen Rohr und Bohrung würde ich wirklich nicht mit Schaum füllen. Mineralwolle-Stopfen, dann außen ordentlich abgedichtet – das reicht und ist rückbaubar.
Ich hatte damals auch überlegt wo ich das Außengerät aufstelle und dabei einiges gelernt, u.a. zum Thema Wandabstände: Außengerät auf Balkon: Abstand zur Wand und Belüftung – was gilt? – vielleicht hilft dir das auch noch.
Bis Ende Juli ist realistisch, wenn du das Kernloch bald bohrst.
Kurze Ergänzung zum Thema Neigung: Ich hab mich beim Thema Effizienz und Auslegung viel mit SEER/SCOP beschäftigt (SEER, SCOP, Inverter – wie hängt das alles zusammen?), aber auch bei der Montage lohnt sich Sorgfalt. Das Gefälle nach außen ist wirklich wichtig – nicht nur wegen Wasser sondern auch damit der Kondensatschlauch ordentlich abläuft und sich kein Wasser in der Wand staut. Wenn man da schlampt, hat man nach einem Winter gerne feuchte Stellen im Mauerwerk.