Hallo zusammen,
nach fast zehn Jahren bin ich wieder dabei, mich intensiv mit Klimatechnik zu beschäftigen – diesmal möchte ich meine Split-Anlage selbst planen und montieren. Bevor ich aber an Rohre und Kältemittelanschlüsse denke, hänge ich gerade bei der grundlegenden Auslegung fest.
Mein Wohnzimmer hat etwa 28 m², Südausrichtung, zwei relativ große Fenster (je ca. 1,4 m × 2,0 m), Einfachverglasung aus den 90ern und eine Außenwand, die ich als mäßig gedämmt einschätzen würde. Dieses Jahr merke ich besonders wie brutal die Sonne das Zimmer aufheizt – heute Nachmittag hatten wir dort locker 34°C drin, draußen waren es 36°C.
Jetzt frage ich mich: Wie gehe ich bei der Kühllastberechnung sinnvoll vor? Reicht die Faustformel mit Raumgröße mal irgendwelchen Watt-Werten, oder muss ich die Fensterfläche und die Sonneneinstrahlung wirklich separat einrechnen? Ich lese immer wieder unterschiedliche Angaben – manche sagen 60 W/m², andere 100 W/m² oder sogar mehr für schlecht gedämmte Altbauten mit Südausrichtung.
Gibt es hier eine praktische Methode, ohne gleich eine Energieberatung zu beauftragen? Ich will weder eine zu kleine Anlage kaufen, die dauernd auf Volllast läuft, noch sinnlos überdimensionieren. Vielleicht hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Bedingungen – Altbau, viel Sonne, schlechte Verglasung.
Danke schon mal!
Markus
Was Markus B. sagt stimmt soweit. Ich würd noch ergänzen: Vor allem die Uhrzeit der Hauptbelastung macht einen riesigen Unterschied. Südfenster sind nachmittags gegen 14–16 Uhr am schlimmsten, da überlagert sich Außentemperatur und direkte Einstrahlung. Wenn du da keine Möglichkeit hast, die Sonne abzuschirmen – also kein Rollladen oder Außenjalousie – musst du die Anlage wirklich auf diesen Peak auslegen, nicht auf den Tagesdurchschnitt. Ich hab das bei meiner Installation damals unterschätzt und erstmal zu knapp kalkuliert. Gut, dass du das vorher durchdenkst.
Ich hab mich mit dem Thema Sonnenschutz auch schon intensiver beschäftigt – ich hab dazu sogar mal was geschrieben: Außenrollladen als Hitzeschutz – lohnt nachrüsten wirklich?
Kurze Antwort zur Kühllast: Die Faustformel mit 60–70 W/m² stimmt eigentlich nur für normal gedämmte Räume ohne besondere Solarbelastung. Bei dir würde ich mindestens 80–100 W/m² ansetzen, eher mehr. Einfachverglasung und Südausrichtung ist wirklich eine heftige Kombination. Große Glasflächen nach Süden können im Hochsommer locker 600–700 W pro Quadratmeter Sonneneinstrahlung reintragen – das schlägt sich brutal in der Kühllast nieder.
Eine etwas genauere Methode: Fensterfläche × g-Wert × Sonneneinstrahlung (W/m²) als Solaranteil berechnen, dann Transmissionswärmeverluste über Wand und Fenster draufrechnen, plus interne Lasten (Personen, Geräte). Für Einfachglas liegt der g-Wert so um 0,85 – also fast alles kommt durch.
Fazit: Für dein Zimmer würde ich grob 2,5–3 kW Kühlleistung einplanen, mit etwas Puffer. Lieber ein bisschen mehr, damit der Inverter im Teillastbetrieb laufen kann statt dauerhaft auf Anschlag.