Hallo zusammen,
ich betreibe seit drei Jahren zwei Split-Klimaanlagen mit Inverter-Technologie, die ich beide selbst installiert und seitdem kontinuierlich optimiert habe. Was mich gerade am meisten beschäftigt: Lässt sich die Effizienz der Anlagen durch eine saubere Smart-Home-Integration tatsächlich spürbar verbessern, oder ist das eher ein Komfortgewinn ohne nennenswerte Auswirkung auf den Stromverbrauch?
Mein Ansatz bisher: Ich steuere beide Geräte über eine App, habe aber noch keine wirklich belastbaren Vergleichsdaten, ob das präventive Abschalten oder die anwesenheitsbasierte Steuerung den COP im Alltag verbessert. Vor allem bei hohen Außentemperaturen im Juli frage ich mich, ob ich durch intelligentes Vorauskühlenvon Räumen oder gezielte Nachtabsenkung wirklich etwas raushole.
Konkret interessiert mich:
- Welche Protokolle nutzt ihr für die Anbindung (MQTT, lokale API, Modbus)?
- Messt ihr den Verbrauch pro Gerät und wenn ja, mit welchem Setup?
- Hat jemand Erfahrung damit, ob Inverter-Geräte bei präziser Steuerung tatsächlich effizienter laufen als im reinen Automatikbetrieb?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen – gerne auch kritische Stimmen. Mir geht es nicht um Theorie, sondern um das, was im echten Betrieb funktioniert.
Shelly Pro geht direkt auf die Hutschiene, brauchst aber Zugang zum Verteiler. Wenn du da unsicher bist: ein Steckdosen-Energiemessgerät wie das Brennenstuhl PM 231 E tut es für eine erste Hausnummer auch – einfach dazwischenstecken, fertig. Keine Installation, kein Elektriker. Reicht um mal ein Gefühl für den Verbrauch zu kriegen, auch wenn die Datentiefe natürlich geringer ist.
Ich komm hier mal von einer anderen Seite rein. Ich bin gerade dabei meine Split-Anlage selbst zu montieren und die ganze Effizienz- und Smart-Home-Diskussion interessiert mich auch, aber ich frag mich manchmal ob man nicht erst mal die Basics sauber hinkriegen sollte bevor man anfängt zu optimieren.
Was ich meine: Ich hab gelesen dass schlecht verlegte Leitungen oder ein nicht korrekt evakuiertes System den COP schon von Anfang an deutlich verschlechtern können. Da nützt die beste App-Steuerung nichts wenn das Fundament nicht sitzt. Hab das bei meiner Installation kergemerkt – Fehler beim Erststart können dann so aussehen als wäre das Gerät ineffizient obwohl es eigentlich ein Installationsproblem ist.
Also ja, Smart Home und Messtechnik sinnvoll – aber habt ihr sowas wie Baseline-Checks nach der Installation, um sicher zu sein dass das Gerät überhaupt so läuft wie es soll?
Danke für die Rückmeldungen – das mit dem aggressiven Abschalten ist ein guter Hinweis, das hab ich so noch nicht auf dem Schirm gehabt.
Bei mir läuft die Steuerung aktuell noch recht simpel: App vom Hersteller, keine tiefere Integration. Ich merke, dass ich eigentlich gar nicht genau weiß, wie viel jede Anlage wirklich verbraucht – gemessen habe ich das nie konsequent. Vielleicht ist das der erste Schritt bevor ich überhaupt über Optimierung nachdenke.
Kuehlfix_1987, welchen Energiemonitor nutzt du genau? Und ist das ohne Elektriker nachrüstbar oder brauchst du da Zugang zum Verteilerkasten? Ich mach Wartung und kleinere Sachen selbst, aber am Verteiler bin ich vorsichtig. Für die Reinigung und allgemeine Wartung hab ich hier schon mal nachgefragt, aber das Thema Messung ist nochmal was anderes.
Markus-Breit24 spricht einen wichtigen Punkt an. Genau das ist der blinde Fleck bei vielen Selbstinstallationen: Ohne Vakuummeter und Manometerstation weiß man schlicht nicht ob das System dicht und korrekt befüllt ist. Ein Inverter der gegen schlechtes Vakuum oder Restfeuchte im Kreislauf kämpft wird ineffizient laufen und das sieht man erstmal nur an erhöhten Verbräuchen.
Zur ursprünglichen Frage: Effizienzgewinn durch Smart-Home ist real, aber ich würde ihn bei gut installierten modernen Invertern auf 5-15% einschätzen – je nach Nutzungsprofil. Kältemittelseitig tut sich auch was: R32-Geräte haben gegenüber R410A einen besseren COP bei hohen Außentemperaturen, das ist in den aktuellen Geräten der letzten zwei Jahrgänge messbar. Die Kombination aus moderner Kältemittelfüllung, sauberer Installation und dann erst intelligenter Steuerung ist der richtige Weg – nicht umgekehrt.