Ich bin gerade dabei, ein mobiles Klimagerät in mein bestehendes Home-Assistant-Setup einzubinden, und stoße auf das übliche Chaos. Der Hersteller wirbt natürlich groß mit 'einfacher App-Steuerung' und 'Smart Home kompatibel' – was in der Praxis meistens bedeutet: proprietäre Cloud, kein lokaler Zugriff, API-Dokumentation gleich null.
Mein konkretes Problem: Das Gerät kommuniziert scheinbar nur über eine chinesische Cloud-Infrastruktur, die ich weder kontrollieren noch absichern kann. Tuya-basierte Chips vermute ich, aber ob das per Tasmota oder einem lokalen MQTT-Broker ansprechen lässt, hab ich noch nicht rausgefunden. Die offizielle App verbindet sich auch nur sporadisch – manchmal reagiert sie nach 10 Sekunden, manchmal gar nicht.
Hat hier jemand konkrete Erfahrungen damit, mobile Klimageräte (nicht Split!) zuverlässig in Home Assistant einzubinden? Ich rede nicht von irgendwelchen theoretischen Anleitungen die man irgendwo im Netz findet, sondern von echten, dauerhaft stabilen Setups. Mich interessiert besonders:
- Lokale Steuerung ohne Cloud möglich?
- Welche Geräte lassen sich überhaupt vernünftig einbinden?
- Wie stabil läuft das im Dauerbetrieb, gerade im Sommer wenn die Dinger täglich mehrere Stunden laufen?
Ich bin skeptisch, dass das bei mobilen Geräten annähernd so gut funktioniert wie bei manchen Split-Anlagen. Aber vielleicht lieg ich auch falsch. Erfahrungen sehr willkommen.
Ich hab das ähnliche Problem schon mal von einer anderen Seite angegangen – nämlich über Energiemonitoring als Workaround. Wenn die direkte Steuerung über die API unzuverlässig ist, kann man zumindest den Betriebszustand über einen Zwischenstecker mit Strommessung (z.B. Shelly Plus Plug S) in HA abbilden. Ist kein Ersatz für echte Steuerung, aber man bekommt zumindest mit ob das Gerät läuft oder nicht.
Für echte Steuerung hab ich bei meiner Split-Anlage gute Erfahrungen gemacht, aber ich will nicht behaupten dass das auf mobile Geräte übertragbar ist – da fehlt mir die direkte Erfahrung. Ich hatte dazu auch schon was im Split-Klima mit Inverter: Effizienz durch Smart-Home-Anbindung wirklich messbar steigern? Thread geschrieben.
Bei mobilen Geräten würde ich ehrlich gesagt erstmal prüfen ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Die laufen ja oft nur saisonal und die Einsparmöglichkeiten durch Automatisierung sind begrenzt wenn man keine Inverter-Technologie hat.
Deine Skepsis ist absolut berechtigt. Bei mobilen Geräten ist die Lage deutlich schlechter als bei Split-Anlagen – das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Die meisten günstigen mobilen Klimageräte setzen auf Tuya-Chips, aber die Tuya-Local-Integration in Home Assistant ist selbst da wackelig, weil viele Hersteller inzwischen verschlüsselte Protokolle nutzen die sich gegen lokale Einbindung sperren.
Ich hab bei meiner Split-Anlage mittlerweile einen stabilen MQTT-Stack laufen, aber bei einem mobilen Testgerät das ich kurz im Einsatz hatte: vergiss es. Die Reaktionszeiten über Cloud waren teilweise so grottig, dass Automationen schlicht nicht ausgelöst haben wenn sie sollten. Im Sommer mit Belegungssensor-basierter Steuerung ist das ein echtes Problem – wenn das Gerät 30 Sekunden braucht um auf einen Trigger zu reagieren, ist der Nutzen der Automatisierung dahin.
Wenn lokale Steuerung für dich Pflicht ist (was ich verstehe), würde ich bei der Geräteauswahl explizit auf Modelle achten die noch unverschlüsseltes Tuya v3.3 nutzen, oder gleich die Finger von mobilen Geräten mit Smart-Versprechen lassen. Echte lokale APIs bei mobilen Klimageräten sind mir bislang keine bekannt.
Kurz gesagt: Bei mobilen Geräten unter 500€ hab ich noch kein einziges gefunden das eine dokumentierte lokale API hat. Die Hersteller versprechen Smart-Home-Anbindung und meinen damit ausschließlich ihre eigene Cloud-App. Wer das ernsthaft nutzen will, muss mit dem Kompromiss leben oder die Geräte gleich weglassen.