Hallo zusammen,
ich bin nach fast zehn Jahren Pause gerade dabei, meine erste Split-Anlage selbst zu installieren – damals hab ich das noch beim Nachbarn als Hilfshand miterlebt, aber selbst gemacht hatte ich es nie komplett allein. Jetzt hab ich mir eine mittelgroße Einheit für das Wohnzimmer zugelegt und möchte das diesmal wirklich fachgerecht angehen, nicht irgendwie zusammenwurschteln.
Mein größtes Fragezeichen ist aktuell die Rohrleitungsverlegung. Konkret:
- Welche Biegeradien muss ich bei den Kupferrohren einhalten, damit nix knickt? Ich hab gehört, dass man da mit einer Biegeschablone arbeiten soll, stimmt das?
- Wie wichtig ist die Dämmung der Leitungen, speziell beim Außenbereich? Reicht normale Schaumdämmung oder muss das UV-beständig sein?
- Und der Kältemittelanschluss selbst: Das Innengerät hat ja vorgeflarte Anschlüsse, aber die Außenleitungen muss ich selbst flaren. Welches Werkzeug ist da empfehlenswert, damit die Verbindung später auch wirklich dicht bleibt?
Ich möchte das gern selbst erledigen, weiß aber, dass beim Kältemittel selbst in Deutschland rechtlich einiges gilt – das Befüllen überlasse ich dem Fachbetrieb, aber die Montage der Leitungen sollte ich ja selbst machen dürfen.
Für alle Hinweise und Erfahrungswerte wäre ich wirklich dankbar, gerade von Leuten, die sowas schon ein paarmal gemacht haben.
Grüße, Markus
Zum Biegeradius: Faustregel ist mindestens das 3,5-fache des Rohraußendurchmessers, besser mehr. Biegeschablone oder Biegehebel ist kein Luxus sondern notwendig, ohne das knickt 1/4-Zoll-Rohr schnell innen ein und du merkst es von außen kaum – der Querschnitt ist dann aber eingeengt und das macht dem Kompressor langfristig Probleme.
Zum Flaren: Nimm ein ordentliches Flare-Tool mit Tiefenanschlag, die günstigen No-Name-Dinger aus dem Baumarkt produzieren ungleichmäßige Flares die undicht werden. Ich hab da schon Berichte gesehen wo Nutzer nach der Erstinstallation genau mit Leckagen kämpfen, weil am Werkzeug gespart wurde. Qualitätsflare kostet vielleicht 80-120 Euro mehr, aber das ist es wert.
Ein kritischer Punkt den die meisten Anleitungen verschweigen: Kupferspäne beim Flaren sorgfältig entfernen, die landen sonst im Kältemittelkreislauf und beschädigen das Expansionsventil. Rohre vor dem Verbinden immer abdecken oder abknicken.
Zur Verlegung selbst kann ich nur begrenzt was sagen, da ich mich eher mit dem Betrieb und der Automatisierung beschäftige – aber ein Punkt, den ich beim Einlesen gelernt hab: Die UV-beständige Dämmung ist draußen wirklich Pflicht, normale Schaumdämmung verwittert innerhalb von 2-3 Jahren und dann hast du Kondensationsprobleme an den Leitungen, die dir die Effizienz versauen. Das schlägt sich dann auch deutlich im SEER-Wert nieder, wenn du den mal auswerten willst.
Für den Flare-Anschluss hab ich in einem anderen Thread gelesen, dass viele Hobbyinstalleure da die Anzugsdrehmomente unterschätzen – zu fest ist genauso schlimm wie zu locker. Ob du da ein Drehmomentschlüssel brauchst oder Erfahrung reicht, das müssen andere beurteilen, die das schon gemacht haben.
Grundsätzlich würde ich sagen: Wenn du den Kältemittelteil dem Fachbetrieb gibst, ist das die richtige Entscheidung. Die können gleichzeitig vakuumieren und prüfen – hab dazu mal was in nem anderen Thread diskutiert: Vakuumierung Split-Anlage: wie lange und wie tief muss das sein?