Hallo zusammen,
nach ein paar Jahren Pause bin ich wieder dabei und habe mir jetzt endlich eine neue Split-Klimaanlage installieren lassen. Das Gerät läuft schon und kühlt ganz ordentlich – aber jetzt möchte ich das Ganze sinnvoll in mein Smart Home einbinden und nicht mehr jeden Morgen von Hand drücken.
Mein konkretes Ziel: Die Anlage soll sich automatisch einschalten, bevor ich abends nach Hause komme, aber nur dann wenn die Außentemperatur wirklich über eine bestimmte Schwelle geht. Klingt erstmal simpel, aber ich frage mich wie ich das vernünftig aufsetze. Die Hersteller-App ist ja nett, aber irgendwie will ich das lieber in meine bestehende Umgebung integrieren.
Dazu kommt: Ich möchte den Stromverbrauch wirklich im Blick behalten. Der Händler hat was von SEER A+++ erzählt, aber ich weiß nicht wie ich das in der Praxis auswerten kann. Gibt es Möglichkeiten den tatsächlichen Verbrauch zu loggen und mit den Herstellerangaben zu vergleichen? Lastprofile über den Tag wären ideal.
Hat jemand Erfahrung mit der WLAN-Modul-Integration in so einer Situation? Nutzt ihr eigene Smart-Home-Systeme oder bleibt ihr bei der Herstellerlösung? Und welche Protokolle funktionieren erfahrungsgemäß am zuverlässigsten – gerade im Sommer wenn das System dauerläuft?
Bin für jeden Tipp dankbar, auch Erfahrungsberichte aus dem laufenden Betrieb!
Markus
Hallo Markus,
ich fahre meine Daikin seit gut einem Jahr über Home Assistant mit dem Daikin-MQTT-Plugin und bin insgesamt sehr zufrieden damit. Der Vorteil gegenüber der nativen App ist klar: Alles läuft lokal, kein Cloud-Zwang, und ich kann Automatisierungen bauen die auf echten Messwerten basieren – nicht nur auf festen Zeitplänen.
Für dein konkretes Ziel (Einschalten wenn Außentemperatur über Schwellwert) brauchst du eigentlich nur einen Außentemperatursensor der in HA eingebunden ist, dann ist die Automatisierung schnell gebaut. Ich mache das ähnlich – bei mir läuft die Anlage erst ab 28°C Außentemperatur automatisch an, kombiniert mit einem Anwesenheitsstatus über Handy-GPS.
Zum Thema SEER-Auswertung in der Praxis: Die Herstellerangaben sind Laborbedingungen, das muss man nüchtern sehen. Ich messe meinen echten Verbrauch per Shelly-Steckdose (für Innengerät) und einem Clamp-Meter am Außengerät. Den Vergleich mit dem rechnerischen COP mache ich dann in Grafana. Das klingt aufwändig, ist aber einmal eingerichtet sehr aufschlussreich. Ich hatte dazu auch was im Thread Stromkosten Klimaanlage – welche Einstellungen spart wirklich was? geschrieben falls das hilft.
Was nutzt du aktuell als Smart-Home-Basis? Das wäre wichtig um konkretere Empfehlungen zu geben.
Ich bin bei dem Thema etwas skeptischer als die anderen hier. Die MQTT-Integration klingt erstmal verlockend, aber ich hab bei meiner Daikin gemerkt dass die Kommunikation zwischen Steuereinheit und Außengerät empfindlich reagiert wenn man zu viel von außen reinredet. Hatte kurzzeitig Kommunikationsfehler die sich im Logfile als E7-Fehler gezeigt haben – nach viel Suche stellte sich raus dass das Polling-Interval meiner Home-Assistant-Integration zu aggressiv war.
Also mein Tipp: Wenn du MQTT oder ähnliches nutzt, erstmal konservative Abfrageintervalle einstellen (nicht unter 30 Sekunden) und schauen ob das System stabil bleibt bevor du komplexe Automatisierungen drauflegst.
Kurz zur SEER-Frage: Die Zahl vom Händler ist erstmal Marketing. Was zählt ist dein tatsächliches Lastprofil. Ich hab bei meiner Anlage festgestellt dass ich im Teillastbetrieb (Inverter läuft gedrosselt) deutlich effizienter bin als bei vollem Durchzug – das sieht man aber nur wenn man wirklich misst, nicht durch A+++-Aufkleber.
Ich steuere meine Split per eigenem Skript das die Temperaturkurve des Tages berücksichtigt. Keine fertige Lösung sondern selbst gebastelt, weil mir die fertigen Integrations zu unflexibel waren. Wenn du keine Angst vor etwas Tüftelei hast, lohnt sich das. Hatte dazu auch mal was zum Thema MQTT geschrieben: Mobiles Klimagerät per MQTT oder ohne Cloud in Smart Home einbinden? – vieles davon gilt auch für Split-Anlagen.
Ein Hinweis noch: Wenn du Fehlercodes siehst nachdem du mit der WLAN-Integration rumspielst, nicht gleich in Panik – meistens ist es nur eine Kommunikationsunterbrechung zwischen App und Innengerät und kein echter Gerätefehler. Einfach kurz Strom weg und neu starten löst das in 80% der Fälle.