Moin zusammen,
ih bin gerade dabei, für einen Kunden eine Split-Anlage auszulegen – der will sparen, aber auch im Winter noch was von der Heizfunktion haben. Jetzt bin ich beim Vergleichen von zwei Geräten hängengeblieben und das nervt mich ehrlich gesagt.
Beiden Angeboten steht da: A++ Energieeffizienzklasse. Das eine hat SEER 7,8 und SCOP 5,2, das andere SEER 6,5 und SCOP 6,1. Der Preis ist ähnlich, aber welches Gerät ist denn jetzt wirklich sparsamer im Betrieb?
Ich verstehe, dass SEER für Kühlen im Sommer steht und SCOP für Heizen – aber wie viel macht das am Ende des Jahres aus, wenn man beides nutzt? Und warum sind die Unterschiede so groß, wenn beide die gleiche Effizienzklasse haben?
Hat jemand von euch praktische Erfahrung gemacht, wie sehr sich hohe SCOP-Werte bei der Heizbetrieb wirklich bemerkbar machen? Im August ist das ja nicht das Problem, aber im Winter...
Danke für Input!
Hallo Bernd,
da bist du auf einen wichtigen Punkt gestoßen. SEER misst die Kühleffizienz über den gesamten Sommer unter standardisierten Laborbedingungen, SCOP ist das Pendant für die Heizperiode. Das Problem: Diese Werte sind unter idealen Bedingungen gemessen, nicht unter echten Nutzungsbedingungen bei dir im Haus.
Zur deiner Frage: Das erste Gerät mit SEER 7,8 und SCOP 5,2 wird im Sommer effizienter arbeiten. Das zweite mit SEER 6,5 und SCOP 6,1 im Winter. Wenn dein Kunde aber vorwiegend kühlen will (August ist ja deine Aussage), dann ist das erste das bessere Angebot. Die SCOP-Differenz von 0,9 macht sich nur bemerkbar, wenn wirklich viel geheizt wird – und da spielen andere Faktoren rein: Außentemperatur, Dämmung des Hauses, wie oft die Anlage wirklich läuft.
Mein Tipp aus 20 Jahren: Schau dir auch an, wie lang der Inverter-Betrieb ist und ob das Gerät bei Teillast stabil regelt. Das hat auf Dauer mehr Impact als die Laborzahl.