Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, eine Split-Klimaanlage für mein Homeoffice auszuwählen und stoße überall auf SEER-Werte von 8 bis 10. Das klingt beeindruckend, aber ich frage mich: Wie praxisnah sind diese Laborwerte eigentlich?
Ich verstehe, dass SEER unter standardisierten Bedingungen gemessen wird – aber im August, wenn ich die Anlage täglich 8-10 Stunden laufen lasse und außen 35°C sind, schaffe ich diese Effizienz dann auch wirklich? Oder sind das eher optimistische Best-Case-Szenarien?
Auch interessiert mich: Spielt die Raumgröße oder Dämmung eine Rolle, ob ich den SEER-Wert praktisch erreiche? Und unterscheidet sich das bei Inverter-Geräten merklich von klassischen On/Off-Kompressoren?
Ich möchte später auch automatisierte Temperaturprofile einrichten (hat jemand mit Home Assistant Erfahrung?), aber zuerst brauche ich Klarheit: Mit welchem realen Stromverbrauch sollte ich kalkulieren, wenn der Hersteller einen SEER von 9 angibt?
Danke für realistische Einschätzungen!
Also ich kann nur sagen: Im realen Betrieb war der Stromverbrauch meiner neuen Split bei mir deutlich höher als das Datenblatt suggeriert. Bei mir war der SEER 8,5, aber im Juli und August bin ich eher bei einem praktischen COP von 6,5-7 gelandet. Das liegt daran, dass die Messungen bei teil-Last und gemischten Außentemperaturen stattfinden, nicht bei Dauerlast bei 35°C. Wie groß ist denn dein Raum? Das macht einen großen Unterschied.
Noch ein Punkt: Achte beim Kauf auch auf das Kältemittel. Wenn du R32 nimmst statt R410A, hast du oft einen besseren Wert – nicht wegen Zauberkunst, sondern weil R32 thermodynamisch günstiger ist. Mit R290 (Propan) geht es noch effizienter, aber die Geräte sind seltener und teurer. Der GWP-Wert und die praktische Effizienz hängen zusammen, das sollte man nicht trennen – ein Gerät mit minderem GWP ist oft gleichzeitig das effizientere.