Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meine Wohnung im Altbau (Baujahr 1965, keine Kerndämmung, Kastenfenster) mit einer Klimaanlage auszurüsten und stehe vor der Frage, ob ein Multisplit-System mit 3 Innengeräten überhaupt sinnvoll umsetzbar ist oder ob ich besser auf separate Monoblock-Lösungen setzen sollte.
Das Hauptproblem: Die Wände sind 45–50 cm dick (Vollziegel), was Wanddurchbrüche aufwändiger macht als bei Neubauten. Ich hab zwei Zimmer plus einen offenen Wohn-/Essbereich, der schätzungsweise 35 qm hat. Die anderen Räume je ca. 18 qm. Laut meiner Berechnung bräuchte ich für den großen Raum irgendwas um die 3,5 kW, für die kleinen je rund 2 kW.
Jetzt frage ich mich:
- Ist ein Multisplit mit einem Außengerät effizienter als drei einzelne Monoblock-Geräte?
- Wie lang dürfen Kältemittelleitungen maximal sein, bevor die Leistung merklich einbricht?
- Gibt es bei alten Gebäuden besondere Anforderungen an die Rohrleitungsführung, die man kennen sollte?
- Und was ist mit dem Kondensatablauf – bei dicken Wänden und ohne direkten Außenwandzugang in allen Räumen?
Ich will das nicht einfach irgendeinem Betrieb überlassen ohne vorher selbst zu verstehen was technisch Sinn ergibt. Hat jemand sowas schon im Altbau realisiert und kann von echten Herausforderungen berichten?
Zur Kondensatpumpe kurz aus der Praxis: Die Dinger sind nicht alle gleich zuverlässig. Günstige Pumpen unter 30 Euro verstopfen schnell, besonders wenn der Verdampfer nicht regelmäßig gereinigt wird – da sammelt sich Biofilm und dann läuft das Kondensat irgendwann über. Hab das bei einem Kunden erlebt, der sich gewundert hat warum der Boden nass wird. War kein Leck im System sondern einfach die Pumpe zu.
Wenn du Räume hast die keinen direkten Außenwandanschluss erlauben, würde ich schauen ob man die Leitung unter Putz oder in Kabelkanälen zur nächsten Außenwand führen kann bevor man zur Pumpe greift. Ist mehr Aufwand bei der Installation, aber langfristig weniger Wartung.
Zum Thema Multisplit allgemein: Ich seh das ein bisschen pragmatischer als KlausReinhardt – wenn der Handwerker gut ist, muss das keine Wissenschaft sein. Aber bei Altbauten mit unregelmäßigen Wandstärken und altem Mauerwerk lohnt es sich wirklich vorher genau zu schauen wo die Leitungen langs sollen. Überraschungen gibts da immer.
Ich hab mich mit genau diesem Thema intensiv beschäftigt, bevor ich selbst einen Fachbetrieb angefragt habe – und ich kann dir sagen: Die pauschalen Aussagen, die man überall liest, helfen wenig weiter.
Zur Leitungslänge: Die meisten Hersteller geben für Multisplit-Systeme Gesamtleitungslängen von 50–70 m an, aber das ist die Summe aller Zweige. Entscheidend ist, dass der erste Abzweig vom Außengerät zur Verteilereinheit (Refnet-Joint oder ähnliches) nicht zu kurz ist, sonst wird die Kältemittelmenge ungleich verteilt. Mindestens 3–5 m sollten das sein, steht in den Montageanweisungen aber selten prominent.
Bei 45-cm-Vollziegelwänden ist das Kernlochbohren kein Drama, aber teurer als bei Poroton oder Gasbeton. Lass dir das vorher schriftlich im Angebot aufschlüsseln – manche Betriebe rechnen pauschal, obwohl Vollziegel deutlich mehr Zeit kostet.
Kondensatablauf bei Räumen ohne direkten Außenwandanschluss: Da bleibt oft nur eine Kondensatpumpe. Ist lösbar, aber ein weiterer Kostenfaktor und Wartungspunkt. Das verschweigen viele Angebote.
Ein Multisplit ist in meinen Augen gegenüber drei Monoblöcken effizienter, aber nur wenn die Installation sauber gemacht wird. Schlechte Vakuumierung oder falsche Kältemittelbefüllung bei Multisplit-Systemen ist schwerer zu beheben als bei Einzelgeräten. Ich würde immer auf Dokumentation der Inbetriebnahme bestehen – Vakuumprotokoll, Drucktest, alles schriftlich.
Ich komm ja eher von der Monoblock-Seite, wie ihr wisst – aber ich werd ehrlich: Für drei Räume gleichzeitig macht ein Monoblock schlicht keinen Sinn. Da ist Multisplit schon die logischere Wahl, auch wenn mich die tatsächlichen Betriebskosten im Teillastbetrieb interessieren würden wenn z.B. nur ein Innengerät läuft.