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Multisplit im Altbau: Lohnt sich das bei schlechter Dämmung wirklich?

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SplitPlaner42
Beiträge: 55
Themenstarter
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#221]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade mitten in der Planung meiner ersten Split-Klimaanlage und ehrlich gesagt wird es immer komplizierter je mehr ich mich einlese. Das Haus ist ein typischer Altbau, Baujahr ca. 1965, keine Kerndämmung, Fenster schon getauscht aber alles andere eher mäßig. Ich will im Erdgeschoss zwei Räume versorgen – Wohnzimmer ca. 28 qm und ein kleineres Arbeitszimmer mit vielleicht 14 qm.

Jetzt stehe ich vor der Grundsatzfrage: Zwei separate Split-Anlagen mit jeweils eigenem Außengerät, oder lieber ein Multisplit-System mit einem Außengerät und zwei Innengeräten? Rein optisch wäre ein Außengerät natürlich schöner, aber ich frage mich ob das technisch und wirtschaftlich wirklich Sinn ergibt.

Beim Multisplit hab ich gelesen, dass die Effizienz im Teillastbetrieb oft schlechter ist als bei zwei separaten Inverter-Geräten. Stimmt das? Und wie sieht das mit den Rohrleitungen aus – bei meiner Hausgeometrie müsste ich vom Außengerät erstmal quer durchs Erdgeschoss, da kommen locker 8-10 Meter Leitung zusammen, vielleicht sogar mehr.

Außerdem: Wie viel Kühlleistung ist bei meiner Dämmungssituation überhaupt realistisch nötig? Ich will nicht überdimensionieren aber auch nicht mit einer zu schwachen Anlage schwitzen.

Wer hat Erfahrung mit Multisplit im Altbau, speziell mit längeren Rohrstrecken? Bin für jeden Hinweis dankbar.


3 Antworten
Markus-Breit24
Beiträge: 32
(@markus-breit24)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit dem Thema Rohrleitungsverlegung ja selbst gerade intensiv beschäftigt (bin auch gerade mitten in ner DIY-Montage), deswegen kurz dazu: 8-10 Meter sind wirklich noch völlig unkritisch. Wichtiger ist die Anzahl der Bögen in der Leitung – jeder 90-Grad-Bogen kostet rechnerisch nochmal Äquivalenzlänge.

Zum Multisplit vs. zwei Einzelgeräte: Ich würde ehrlich gesagt zwei separate Geräte bevorzugen, wenn die Räume nicht gleichzeitig genutzt werden. Die Unabhängigkeit ist einfach praktischer. Beim Multisplit bist du immer an den Takt des Außengeräts gebunden.

Ein Wanddurchbruch pro Gerät ist halt auch jeweils nötig – das ist im Altbau manchmal der eigentliche Knackpunkt, je nachdem was in den Wänden steckt. Ich hatte da in meinem eigenen Thread zur DIY-Montage schon ein paar Hinweise gesammelt, vielleicht hilft dir das weiter.


Antwort
Markus-Pfeiffer
Beiträge: 29
(@markus-pfeiffer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Von der Effizienzseite her gesagt: Zwei separate Inverter-Geräte schlagen ein Multisplit in der Praxis fast immer wenn beide Räume nicht gleichzeitig laufen. Die SEER-Werte die Hersteller für Multisplit angeben sind nämlich unter optimalen Bedingungen gemessen – also beide Innengeräte aktiv. Den Altbau-Faktor würde ich nicht unterschätzen, lieber 10-15% mehr Kühlleistung einplanen als hinterher schwitzen.


Antwort
Marcus B.
Beiträge: 22
(@filterfan_1987)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Zur Effizienzfrage kann ich aus meiner Erfahrung sagen: Der Punkt mit dem Teillastbetrieb beim Multisplit ist real, aber wird oft übertrieben dramatisiert. Wenn du nur einen Raum kühlst während der andere abgeschaltet ist, muss das Außengerät trotzdem laufen – da geht schon etwas Effizienz verloren, das stimmt.

Was ich aber aus meiner Beschäftigung mit Klimaanlagen noch ergänzen würde: Bei Altbauten mit schlechter Dämmung wird dein System ohnehin fast dauerhaft in Volllast oder nahe dran laufen, wenn es draußen richtig heiß ist. Da ist der Teillast-Nachteil des Multisplit dann ohnehin kaum relevant.

Bei 8-10 Metern Rohrlänge bist du noch gut im grünen Bereich, die meisten Außengeräte schaffen problemlos 15-20 Meter. Ich würde aber genau dokumentieren wie du die Rohre verlegst – gerade im Altbau mit alten Wänden kann ein Wanddurchbruch schnell zur Baustelle werden. Das Kondensatmanagement nicht vergessen, das wird bei langen Leitungswegen gerne unterschätzt.

Für die Kühlleistung beim Altbau würde ich die Faustregel 100 W/qm nur als groben Startpunkt nehmen – bei Südausrichtung und schlechter Dämmung kann es auch 120-130 W/qm werden.


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