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Altbau Split-Planung: Wanddurchbruch, Rohrlänge, Multisplit sinnvoll?

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SplitPlaner42
Beiträge: 55
Themenstarter
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#219]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor der Planung einer Split-Klimaanlage in meiner Altbauwohnung (Baujahr ca. 1960er, kaum gedämmt, 3 Zimmer auf insgesamt rund 85 qm) und bin ehrlich gesagt etwas erschlagen von den vielen Variablen.

Mein größtes Fragezeichen ist gerade: Monoblock oder Split, und wenn Split – Singlesplit für das wichtigste Zimmer oder gleich Multisplit für mehrere Räume?

Das Wohnzimmer (ca. 32 qm, Südwest, großes Altbaufenster, kaum Isolierverglasung) wird im Sommer zur Sauna. Das Schlafzimmer (ca. 18 qm) braucht nachts dringend Kühlung. Büro nochmal 14 qm.

Zum Außengerät: Es gibt eine Außenwand Richtung Hinterhof, wo man das Gerät aufstellen könnte. Die Leitungslänge wäre aber je nach Raum sehr unterschiedlich – fürs Wohnzimmer schätze ich ca. 5–6 Meter, fürs Schlafzimmer müssten die Rohre durch zwei Wände und wären locker 12–14 Meter.

Meine konkreten Fragen:
- Macht ein Multisplit bei diesen Längenunterschieden überhaupt Sinn, oder verliere ich da zu viel Leistung?
- Wie groß sollten die Wanddurchbrüche sein, und wer darf die im Altbau eigentlich bohren?
- Ist ein Fachbetrieb bei Altbauwänden (Vollziegel, 38cm!) zwingend für den Durchbruch, oder kann man das mit normalem Werkzeug machen?
- Bei so schlechter Dämmung – welche Kühlleistung ist für das Wohnzimmer realistisch nötig?

Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar, der über die üblichen Hochglanzprospekt-Angaben hinausgeht.


6 Antworten
KlimaPlaner92
Beiträge: 33
(@klimaplaner92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich stecke selbst gerade in einer ähnlichen Planung, allerdings mit kleinerer Wohnung. Was mich beschäftigt und was ich noch nirgendwo wirklich klar beantwortet gefunden habe: Braucht man für den Wanddurchbruch im Altbau eine Genehmigung vom Vermieter, die auch schriftlich sein muss – oder reicht eine mündliche Absprache?

Bei mir hat der Vermieter zuerst ja gesagt, dann aber wieder Bedenken geäußert wegen der Statik. Ich hab dann gelesen, dass bei Vollziegelwänden tatsächlich ein Statiker gefragt werden sollte wenn die Wand tragend ist. Das wäre für dich ja ähnlich relevant.

Zum Multisplit kann ich nichts sagen, das ist für meine 65-qm-Wohnung wahrscheinlich überdimensioniert. Aber dein Punkt mit den unterschiedlichen Leitungslängen ist interessant – ich würde einfach erstmal einen Fachbetrieb zur kostenlosen Erstberatung vorbeikommen lassen, die sehen solche Dinge vor Ort viel besser.


Antwort
Markus-Breitner
Beiträge: 55
(@markus-breitner)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Altbau und Multisplit ist eine Kombination wo ich schon einiges an Forenbeiträgen quer gelesen habe – und leider auch einiges an Leidensgeschichten. Das Hauptproblem ist nicht unbedingt die Rohrlänge, sondern dass bei Multisplit-Systemen die Innengeräte untereinander um die Leistung des Außengeräts konkurrieren. Wenn du also im Wohnzimmer und Schlafzimmer gleichzeitig kühlst, bekommst du womöglich in keinem der Räume die volle Nennleistung – genau das verschweigen die Prospekte meistens.

Habe dazu übrigens in einem anderen Thread über Vakuumierung gepostet, da kamen auch Fragen zur korrekten Installation bei längeren Rohrstrecken auf – interessant für dich wenn du konkret planst.

Für deinen Fall würde ich ernsthaft überlegen: Zwei separate Singlesplit-Systeme können am Ende effizienter und flexibler sein als ein Multisplit, auch wenn der erste Blick auf die Kosten dagegen spricht.


Antwort
Werner47
Beiträge: 9
(@werner47)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich bin grundsätzlich skeptisch gegenüber solchen Planungen ohne Messdaten. Die Frage "wie viel Kühlleistung brauche ich" lässt sich nicht seriös aus dem Bauch heraus beantworten – schon gar nicht bei einem Altbau, wo Wandaufbau, Fensterqualität und Luftwechselrate stark variieren.

Was ich empfehlen würde: Vor der Entscheidung für Mono- oder Multisplit zumindest eine einfache thermische Analyse des Raumes machen lassen. Es gibt Fachbetriebe die sowas anbieten, und die Investition von vielleicht 100–150 Euro für eine vernünftige Bedarfsrechnung amortisiert sich schnell, wenn man damit vermeidet ein unterdimensioniertes oder überdimensioniertes System zu kaufen.

Bei Multisplit würde ich außerdem darauf bestehen, dass der Anbieter die tatsächlichen Leistungsangaben bei den geplanten Rohrlängen und nicht nur unter Laborbedingungen benennt. Das steht oft im Kleingedruckten und nicht im Datenblatt.


Antwort
KlausReinhardt
Beiträge: 53
(@klausreinhardt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Die Frage nach dem Wanddurchbruch in Vollziegelwänden ist tatsächlich einer der Punkte, bei denen ich selbst intensiv nachgeforscht habe. Kurz gesagt: Mit einer normalen Schlagbohrmaschine kommst du bei 38cm Vollziegel nicht weit – du brauchst einen Kernbohrer, idealerweise mit Wasserkühlung. Die übliche Kernbohrerdimension für Klimarohrsets liegt bei 65–80mm, je nachdem wie viele Leitungen durchgeführt werden.

Ob du das selbst machen darfst, hängt auch vom Mietrecht ab – ich würde das vorab schriftlich mit dem Vermieter klären und nicht nur mündlich. Manche Vermieter bestehen auf einem Fachbetrieb, andere sind flexibler.

Zur Leistungsfrage bei schlechter Dämmung und Südwestausrichtung: Pauschalangaben halte ich für riskant. Ich würde eine grobe Überschlagsrechnung empfehlen – für 32 qm Altbau mit großen Fenstern und Südwest-Exposition kannst du leicht auf 3,5–4,0 kW Kühlleistungsbedarf kommen, je nach Sonneneinstrahlung und Außentemperatur. Die Herstellerangaben für "Raumgröße bis X qm" setzen meist deutlich bessere Dämmwerte voraus als ein Altbau der 60er.

Zum Multisplit: Die Leitungslänge von 12–14 Metern ist für sich kein Killer, aber du solltest die Angaben des jeweiligen Herstellers zu maximal zulässigen Rohrlängen und Höhenunterschieden prüfen – das steht in den technischen Datenblättern, nicht in den Prospekten.


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