Hallo zusammen,
nach ein paar Jahren Abstinenz bin ich jetzt wieder voll im Thema Klimaanlagen drin – Auslöser war die Neuinstallation eines Split-Systems letzten Monat, und seither lässt mich die Idee nicht los, das Ganze vernünftig zu automatisieren.
Konkret geht es mir um folgendes: Ich möchte die Anlage in mein bestehendes Smart-Home-System einbinden und dabei gezielt Lastprofile nutzen – also zum Beispiel die Kühlleistung morgens hochfahren bevor die Hitze kommt (bei dem Sommer gerade besonders relevant), und tagsüber nach tatsächlichem Bedarf regeln statt einfach Dauerbetrieb zu fahren. Die WLAN-Steuerung per App funktioniert schon grundsätzlich, aber ich frage mich, ob das wirklich reicht oder ob ich da tiefer ran muss.
Zweites Thema: SEER-Auswertung im laufenden Betrieb. Laut Datenblatt hat meine Anlage einen SEER von 8,2 – aber wie überprüfe ich das in der Praxis? Reicht da eine smarte Steckdose mit Verbrauchsmessung oder brauche ich mehr?
Dritte Frage, die mich beschäftigt: Inverter-Technologie wird ja immer als besonders effizient beworben – macht es Sinn, den Kompressor bewusst im Teillastbereich zu halten, oder regelt das die Anlage ohnehin besser selbst?
Freue mich über Erfahrungen, gerne auch kritische Stimmen wenn jemand meint das lohnt sich alles nicht. Danke schonmal!
Interessantes Thema, ich bin eigentlich wegen einem Fehlercode hier gelandet, lese aber gespannt mit. Zum SEER-Thema kann ich leider nichts beitragen, aber die smarte Steckdose zur Verbrauchsmessung klingt nach einem sinnvollen ersten Schritt – günstiger Einstieg bevor man tiefer geht. Ich hab vorhin noch in einem anderen Thread über Kältemittel mitgelesen und gemerkt, dass viele Hersteller bei App-Integration doch sehr unterschiedlich gut aufgestellt sind – wäre interessant zu wissen welche Marke du hast?
Ich hab mich mit dem Thema Verbrauchsmessung über Shelly-Steckdosen intensiv beschäftigt – hab dazu auch mal in diesem Thread was geschrieben. Für eine erste Näherung an den tatsächlichen SEER reicht eine Shelly oder ähnliches durchaus, du bekommst zumindest realistische Verbrauchswerte über die Saison. Den SEER exact nachrechnen kannst du damit natürlich nicht weil du die abgegebene Kühlenergie nicht einfach messen kannst – dafür bräuchtest du eigentlich Temperaturfühler im Zu- und Abluftbereich und Volumenstrom, das wird dann aufwändig.
Für die Automatisierung würde ich dir empfehlen erstmal mit einfachen Zeitplänen anzufangen und dann anhand der gemessenen Verbrauchswerte zu optimieren. Komplexe Lastprofile klingen gut, sind aber ohne Datenbasis eher Raterei.
Also zur Inverter-Frage kann ich was sagen: Die Anlage regelt das tatsächlich selbst deutlich besser als jede manuelle Automatisierung das könnte – zumindest was den Kompressor angeht. Das ist ja gerade der Witz an der Inverter-Technologie, die Drehzahl wird kontinuierlich angepasst. Wenn du da per Automatisierung rein willst und ständig Ein/Aus-Zyklen erzeugst, tust du dem Kompressor auf Dauer keinen Gefallen. Ich hab das bei meiner Anlage in der ersten Wintersaison auch falsch gemacht und dann gemerkt dass die Anlage im Teillastbetrieb wesentlich effizienter läuft wenn man sie in Ruhe lässt.
Was sinnvoll ist: Vorkühlen ja, aber mit sanften Temperaturübergängen statt scharfen Schaltzeiten. Die Anlage braucht auch ein bisschen Zeit um in den optimalen Arbeitspunkt zu finden. Raumtemperatur als Regelgröße nehmen, nicht die Uhrzeit.
Zur SEER-Überprüfung im echten Betrieb: Das ist ehrlich gesagt schwieriger als man denkt, weil der SEER-Wert unter Normbedingungen gemessen wird die im Alltag nie exakt vorliegen.
Ich bin selbst gerade dabei mich da einzuarbeiten, hab erst vor kurzem meine erste Split-Anlage bekommen. SEER-Werte fand ich am Anfang auch total undurchsichtig – vereinfacht gesagt ist SEER 8,2 sehr gut, das heisst die Anlage liefert theoretisch 8,2 kWh Kälte pro kWh Strom. In der Praxis kommt man natürlich nicht immer ran, aber trotzdem deutlich besser als ältere Geräte.
Ich hab mir auch den Daikin-Thread zu Home Assistant durchgelesen – falls du Daikin hast könnte das relevant sein für dich.