Seite wählen

Benachrichtigungen
Alles löschen

Shelly-Steckdose zeigt 340 kWh Kühlverbrauch – passt das für 35m² Südwohnung?

6 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
95 Ansichten
Horst K.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@horst_k_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#62]

Guten Tag zusammen,

ichmal meine Erfahrungen aus diesem Sommer teilen und gleichzeitig um eure Einschätzung bitten.

Ich habe seit letztem Jahr eine Split-Klimaanlage (9000 BTU, Inverter, A++-Klasse) in meiner 35m²-Wohnung. Die Wohnung liegt im 3. Stock, Südausrichtung, großes Fenster Richtung Straße – im Sommer wird es hier ohne Kühlung schnell über 30 Grad, das kenne ich schon seit Jahren.

Um mal zu sehen was das Gerät wirklich verbraucht, habe ich eine Shelly-Steckdose zwischengeschaltet (den Typ mit Verbrauchsmessung). Von Juni bis Ende Juli habe ich jetzt 340 kWh gemessen. Das Gerät lief meistens nachmittags und abends, so gegen 14 bis 22 Uhr, manchmal auch die ganze Nacht wenn es draußen nicht abgekühlt hat.

Jetzt frage ich mich: Ist das realistisch? 340 kWh in etwa 8 Wochen klingt für mich als Laien auf den ersten Blick viel. Bei aktuellen Strompreisen sind das locker 100-120 Euro nur für die Kühlung. Im Vergleich zum restlichen Haushalt (ich lebe allein, Rentenalter) ist das ein deutlicher Posten.

Oder ist das normal für so eine Südwohnung in einem Sommer wie 2026, der ja nun wirklich heiß war? Hab keinen Vergleichswert.

Vielen Dank schon mal für eure Einschätzungen.

Horst


5 Antworten
T.Bergmann62
Beiträge: 32
(@t-bergmann62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hallo Horst,

kann ich grundsätzlich einschätzen: 340 kWh für 8 Wochen Kühlung in einer Südwohnung mit 35m² klingt erstmal viel, ist aber nicht völlig aus der Luft gegriffen – kommt wirklich sehr auf die Randbedingungen an.

Wenn das Gerät täglich 8 Stunden läuft und dabei im Schnitt vielleicht 600-700 Watt aufnimmt (was bei einem 9000-BTU-Inverter in warmen Phasen durchaus vorkommt), kommst du schnell auf solche Summen. 8h × 56 Tage × 0,65 kW = ca. 291 kWh, mit etwas Nachtbetrieb bist du bei 340 kWh. Passt also rechnerisch.

Ich hab bei mir (Reihenhausecke, allerdings Westseite) ähnliche Beobachtungen gemacht – die Shelly-Messung zeigt immer mehr als man erwartet, gerade wenn der Inverter morgens oder abends öfter anlaufen muss. Hab dazu auch mal im Thread über leise Außengeräte geschrieben, da ging es auch ums Laufverhalten.

Was mich eher interessieren würde: Hast du Rollladen oder Außenverschattung? Das wäre der erste Hebel um den Verbrauch nächstes Jahr zu drücken.


Antwort
KlimaPlaner92
Beiträge: 33
(@klimaplaner92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Wie Klaus schon anspricht – die Zieltemperatur ist entscheidend. Ich plane beruflich Klimasysteme und das ist einer der häufigsten Fehler die ich sehe: Anlage läuft auf 20 oder 21 Grad weil man denkt "dann ist man auf der sicheren Seite". Dabei reichen 24-25 Grad für angenehmes Schlafen völlig aus, und die Effizienz des Inverters ist bei geringerer Temperaturdifferenz zur Außenluft deutlich besser.

Zum konkreten Wert: Für eine 35m²-Südwohnung im Sommer 2026 würde ich grob 250-380 kWh als plausible Spanne einschätzen, je nach Laufzeit, Temperatursoll und Gebäudedämmung. Du liegst also im Rahmen, aber eher am oberen Ende.

Hast du Kenntnisse über die Dämmung deines Gebäudes? Altbau ohne Dämmung kann die Kühllast massiv erhöhen, da hilft auch eine A++-Anlage nur begrenzt.


Antwort
KlimaTechnik_87
Beiträge: 12
(@klimatechnik_87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurze Ergänzung noch: Ich hab im Rollladen-Thread schon drauf hingewiesen, aber Außenverschattung ist wirklich kein Nice-to-have bei Südwohnungen. Wer da keine Außenrollladen oder zumindest Raffstores hat, gibt locker 30-40% mehr für Kühlung aus als nötig. Die Sonne direkt durchs Glas ist eine Wärmequelle die kein Klimagerät wirklich effizient wegkühlen kann.


Antwort
Markus F.
Beiträge: 17
(@kuehlraum_profi)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

340 kWh ist realistisch, keine Fehlfunktion.

Aus professioneller Sicht: Bei unkontrolliertem Solareintrag durch große Südfenster kann die tatsächliche Kühllast in so einer Wohnung tagsüber locker 1,5 bis 2 kW dauerhaft betragen. Da ist ein 9000-BTU-Gerät (ca. 2,6 kW Kälteleistung) schon am Limit und läuft entsprechend hoch moduliert. Hohe Modulation = höherer Stromverbrauch relativ zur Leistung, weil der COP im Teillastbetrieb besser wäre.

Was ich empfehlen würde: Schau ob die App deines Geräts oder die Shelly-Daten zeigen zu welchen Tageszeiten der Peak-Verbrauch liegt. Wenn der Gipfel zwischen 13 und 17 Uhr liegt und du da gerade gar nicht zuhause bist (Ferienzeit, Einkaufen etc.), dann läuft das Gerät gegen die direkte Sonneneinstrahlung und heizt quasi nach. Das wäre dann wirklich suboptimal und mit Zeitsteuerung oder Verschattung lösbar.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: