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Erdkühlung im Eigenheim selbst umsetzen – realistisch oder Illusion?

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Markus-Breit24
Beiträge: 32
Themenstarter
(@markus-breit24)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#79]

Hallo zusammen,

nachdem ich mich gerade intensiv mit meiner geplanten Split-Installation beschäftige, bin ich bei der Recherche auch auf das Thema Erdkühlung gestoßen. Also Leitungen im Erdreich verlegen, um die natürliche Bodentemperatur zur Vorkühlung der Zuluft oder als ergänzendes Kühlsystem zu nutzen.

Klingt auf dem Papier erstmal interessant – der Boden hat ja ab einer gewissen Tiefe das ganze Jahr über relativ konstante Temperaturen, irgendwo zwischen 8 und 12 Grad wenn ich das richtig gelesen habe. Die Frage ist: Lässt sich sowas im normalen Eigenheim-Garten überhaupt sinnvoll umsetzen, und was braucht man dafür?

Konkret würde mich interessieren:
– Welche Tiefen und Rohrlängen sind realistisch nötig?
– Welche Materialien kommen dafür in Frage?
– Wie groß ist der Aufwand für Erdarbeiten, braucht man da zwingend einen Bagger?
– Gibt es Risiken, die man nicht auf dem Schirm hat? Schimmel, Hygiene, Kondensat in der Leitung?
– Und macht das in Kombination mit einer Split-Anlage überhaupt Sinn, oder sind das zwei Welten die sich nicht wirklich ergänzen?

Ich bin handwerklich nicht völlig unerfahren, habe früher schon Rohrleitungen verlegt, aber Erdkühlung ist für mich absolutes Neuland. Gibt es hier jemanden der sowas schon probiert oder umgesetzt hat? Würde mich über ehrliche Einschätzungen freuen, auch wenn das Ergebnis ist: "Finger weg, zu aufwändig".


7 Antworten
SplitPlaner42
Beiträge: 55
(@splitplaner42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Als jemand der gerade selbst plant und viel über Rohrleitungsführung nachdenkt, kann ich dir sagen: schon die normale Split-Installation ist planerisch aufwändiger als man denkt – Wanddurchbrüche, Rohrlängen, Gefälle fürs Kondensat. Wenn du da jetzt noch einen Erdkollektor dazuplanen willst, potenziert sich der Aufwand erheblich.

Bei meinem Altbau-Projekt hab ich schon genug damit zu tun, die Leitungsführung vernünftig hinzubekommen, Multisplit mit 3 Innengeräten im Altbau – Rohrleitungsführung realistisch?. Erdkühlung wäre für mich definitiv ein eigenes Projekt, das ich zeitlich und budgetär komplett getrennt planen würde.

Zur technischen Frage Tiefe/Länge: Die Angaben die Gerhard_1954 nennt decken sich mit dem was ich gelesen habe. Unter 1,5 Meter ist im Sommer kaum nutzbarer Temperaturgewinn zu erwarten, je nach Bodenart auch erst ab 2 Meter.


Antwort
Lena H.
Beiträge: 16
(@l-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit dem Thema noch nicht direkt beschäftigt, aber die Frage nach dem Schimmelrisiko finde ich sehr berechtigt. Wenn feuchte kühle Luft auf wärmere Raumluft trifft, kann Kondensat entstehen – das kenne ich vom Thema Effizienz her ähnlich: Je mehr man am System "herumoptimiert", desto mehr unerwartete Nebeneffekte tauchen auf. Ich hab mich zuletzt viel mit SEER-Werten und Teillastbetrieb beschäftigt, SEER A+++ im Datenblatt – aber stimmt das auch im echten Teillastbetrieb?, und da ist mir aufgefallen wie viel im Detail schiefgehen kann. Bei Erdkühlung im DIY-Bereich würde ich persönlich erst mal sehr gründlich recherchieren bevor ich anfange zu graben.


Antwort
KlimaProfi28
Beiträge: 23
(@klimaprofi28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Aus IT-Sicht würde ich das Projekt erstmal als Proof-of-Concept betrachten bevor man gräbt. 😄

Aber ernsthaft: Was mir bei dem Thema fehlt ist die Steuerbarkeit. Eine Split-Anlage lässt sich regeln, automatisieren, per App steuern – ich hab mein System komplett ins Smart Home integriert. Eine Erdkühlung ist dagegen passiv, du hast kaum Einfluss auf Menge und Temperatur der gekühlten Luft. Das ist konzeptionell ein großer Unterschied.

Was ich mir vorstellen könnte: Erdkühlung als Vorkühlung für eine Klimaanlage, also quasi die Außenluft etwas vorkühlen bevor sie ins Gerät kommt. Ob das in der Praxis messbare Effizienzgewinne bringt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Würde mich interessieren ob da jemand Messdaten hat.


Antwort
Markus F.
Beiträge: 17
(@kuehlraum_profi)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das Thema interessiert mich auch, besonders weil bei mir im Altbau die Luftfeuchtigkeit im Sommer ein echtes Problem ist. Und da liegt für mich der Knackpunkt bei der Erdkühlung: Sie kühlt die Luft, entzieht ihr aber dabei auch Feuchtigkeit durch Kondensation an der Rohrwandung – zumindest theoretisch. In der Praxis ist das aber unkontrolliert und schwer dosierbar.

Eine Split-Anlage hat eine definierte Entfeuchtungsleistung die ich messen und nachvollziehen kann. Beim Erdkanal weißt du eigentlich nie genau wieviel Kondensat sich wo abscheidet. Wenn das Kondensat nicht sauber abgeführt wird, hast du statt weniger Feuchtigkeit im Raum im schlimmsten Fall einen Schimmelkanal der Sporen in die Luft bläst.

Ich würde das Thema nicht komplett verwerfen, aber ohne professionelle Planung und ordentliche Kondensatdrainage würde ich da nicht selbst ran.


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