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Erdkühlung im Eigenheim selbst umsetzen – realistisch oder Illusion?

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Gerhard_1954
Beiträge: 30
(@gerhard_1954)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Gute Frage, Markus. Ich hab mich vor meiner Klimaanlagen-Anschaffung auch monatelang mit alternativen Systemen beschäftigt, bevor ich mich für eine klassische Split-Lösung entschieden habe.

Zur Erdkühlung konkret: Das Prinzip funktioniert grundsätzlich, wird auch als Erdwärmetauscher oder Erdkollektor bezeichnet. Für nennenswerte Kühlleistung braucht man aber erhebliche Rohrlängen – ich habe damals Richtwerte von 30 bis 60 Meter gelesen, und das bei ausreichender Verlegetiefe von mindestens 1,5 bis 2 Metern. Flacher macht kaum Sinn, weil der Boden im Sommer oben zu warm wird.

Das Hygienerisiko sollte man wirklich ernst nehmen. Kondensat im Rohr bei falscher Dimensionierung oder Gefälle kann schnell zu einem Problem werden. Ohne ordentliche Entwässerung des Kondensats schimmelt es im Kanal. Das ist kein Mythos.

Für die Erdarbeiten: Ohne Minibagger wird das bei den nötigen Längen und Tiefen sehr mühsam. Mieten wäre eine Option, aber einkalkulieren.

Meine ehrliche Einschätzung: Als ergänzende Maßnahme zur Split-Anlage ist der Aufwand kaum gerechtfertigt. Als alleinige Kühlung für Südlagen im Hochsommer sowieso nicht ausreichend.


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FrischluftHans67
Beiträge: 20
(@frischlufthans67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab so ein System noch nie selbst gebaut, aber ich kenn jemanden der das vor Jahren für seine Werkstatt gemacht hat – mit PE-Rohren, etwa 40 Meter, 1,8 Meter tief. Im Sommer brachte es spürbare Abkühlung der Zuluft, aber halt keine Klimaanlage-Leistung. Für eine Werkstatt ausreichend, für ein Wohnzimmer an Hitzetagen eher nicht.

Was mich beim Thema Hygiene immer beschäftigt: Ich reinige ja regelmäßig meine Split-Anlage, Verdampfer, Filter usw. Bei einem Erdkanal kommt man da aber überhaupt nicht ran. Wenn sich da Schimmel oder Bakterien bilden, bläst man die direkt in den Raum. Da wäre ich wirklich vorsichtig.

Und was Kältemittel angeht – das ist natürlich ein komplett anderes Thema – aber ich hab neulich einen guten Thread gelesen über R32 vs. R410A, falls dich das als Ergänzung zur klassischen Anlage interessiert.


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Markus_1989
Beiträge: 16
(@markus_1989)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt – für ein normales Einfamilienhaus mit Garten klingt das für mich nach sehr viel Aufwand für überschaubaren Nutzen. Ich schau bei meiner Klimaanlage immer zuerst auf den konkreten Nutzen pro investiertem Euro, und da schneidet Erdkühlung im DIY-Bereich nicht gut ab.

Die Erdarbeiten, die Materialkosten für ausreichend lange Rohre, eventuelle Gebläseeinheit – das summiert sich. Und dann hast du im besten Fall eine leichte Temperaturabsenkung der Zuluft, aber keine geregelte Kühlung. An wirklich heißen Tagen, 35 Grad aufwärts, reicht das schlicht nicht.

Wenn du eine Split-Anlage planst: Investier das Geld lieber in eine ordentliche Anlage mit gutem SEER-Wert, dann bist du mit dem Stromverbrauch langfristig besser dran als mit halbgarer Hybridlösung.


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