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Luftkühler vs. echte Klimaanlage – wo liegt die Grenze?

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Gerhard_1954
Beiträge: 30
Themenstarter
(@gerhard_1954)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#76]

Guten Tag zusammen,

ich sitze hier bei fast 35 Grad und überlege, ob ich meinem Nachbarn, der mich gerade nach einer Empfehlung gefragt hat, zu einem einfachen Luftkühler oder gleich zu einer richtigen Klimaanlage raten soll. Ich selbst habe nach langer Planung und gründlicher Vorbereitung – Wanddurchbruch, Leitungsführung, elektrischer Anschluss, alles sorgfältig recherchiert – eine Split-Klimaanlage installiert und bin sehr zufrieden. Aber für jeden ist das ja nicht der richtige Weg.

Der Nachbar wohnt in einer Mietwohnung, Erdgeschoss, Zimmer vielleicht 18 Quadratmeter, Fenster nach Norden. Er fragt mich, ob ein Verdunstungskühler oder ein einfacher Ventilator-Luftkühler ausreicht oder ob das reine Geldverschwendung ist.

Ich habe selber keine Erfahrung mit diesen Geräten, weil ich bei mir von Anfang an auf die Split-Lösung gesetzt habe. Was ich weiß: Ein Luftkühler ist kein echter Kältekreislauf, er kühlt über Verdunstung und hilft nur bei niedriger Luftfeuchtigkeit nennenswert. Aber reicht das für ein nordseitiges Zimmer im Sommer eventuell tatsächlich aus? Oder gibt es da klare technische Grenzen, ab wann man auf echte Kompressorkühlung angewiesen ist?

Würde mich über fundierte Einschätzungen freuen – am liebsten mit etwas technischem Hintergrund, nicht nur Bauchgefühl.


6 Antworten
KlausReinhardt
Beiträge: 53
(@klausreinhardt)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Für mich ist die entscheidende Frage immer: Wie ist die Mietwohnung rechtlich einzustufen? Darf der Mieter überhaupt eine mobile Einheit mit Abluftschlauch durch das Fenster betreiben? In manchen Mietverträgen steht da was drin, in anderen nicht. Ich würde das vor jeder Anschaffung klären – ich hab selbst bei meiner Planung gemerkt, dass solche Detailfragen gerne übergangen werden, dabei können sie entscheidend sein.

Technisch: Luftkühler = kein echter Kreislauf = keine echte Kühlung. Das ist so simpel wie es klingt. Wer wirklich kühlen will, braucht Kompressor. Punkt.


Antwort
Horst K.
Beiträge: 24
(@horst_k_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Luftkühler wäre mir bei dem Thema zu halbherzig. Wenn schon, dann eine Lösung mit echtem Kältemittel – und dann gleich eines mit vernünftigem GWP. R290 wäre ideal, aber das findet man in mobilen Geräten leider kaum, aus Sicherheitsgründen (Propan ist brennbar). R32 ist ein Kompromiss, GWP von 675 ist zwar besser als R410A, aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss. Das beschäftigt mich schon länger, hab dazu auch schon hier diskutiert: R290 oder R32 – welches Kältemittel ist die bessere Wahl für die Wartung?

Für die Mietwohnung des Nachbarn: mobiles Gerät mit R32 und echtem Kompressor wäre mein Rat, aber Augen auf beim Kältemittel-Label.


Antwort
Lena-Hoffmann
Beiträge: 24
(@lena-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich damit auch mal beschäftigt, bevor ich meine Split geholt hab. Kurz gesagt: Für ein nordseitiges Zimmer mit 18qm klingt ein Luftkühler erstmal verlockend günstig, aber ich war froh, dass ich ihn nicht genommen hab. Die Feuchte im Schlafzimmer war ohnehin schon ein Thema bei mir – ich hatte Schimmelansätze am Fenster, das hab ich hier im Forum auch mal beschrieben (Schimmel im Innengerät erkennen – wie gehe ich das sicher an?). Ein Verdunstungskühler hätte die Situation nur verschlimmert.

Für die Mietwohnung würde ich sagen: Wenn der Vermieter eine Außeneinheit nicht erlaubt, bleibt eigentlich nur eine mobile Klimaanlage mit Kompressor und Abluftschlauch. Ist nicht perfekt, kühlt aber wirklich. Und Filterhygiene nicht vergessen – auch bei mobilen Geräten!


Antwort
KlausHartmann
Beiträge: 31
(@klaushartmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt finde ich die Frage etwas zu vereinfacht gestellt. Die Antwort hängt massiv von der Bausubstanz ab, nicht nur von der Himmelsrichtung. Ich hab schon Nordseiten-Zimmer erlebt, die sich wegen mangelnder Dämmung im Sommer trotzdem auf über 30 Grad aufheizen – weil die Wärme durch Decke und Wände einzieht, nicht durchs Fenster.

Und zum Thema Luftkühler: Die sind nicht per se nutzlos, aber der Teufel steckt im Betrieb. Wer den Wassertank nicht regelmäßig reinigt, züchtet sich prima Keimschleudern. Ich hab das an einem Testgerät selbst nachgesehen und war nicht begeistert. Da ist ein sauber gewarteter Kompressor-Kühler hygienisch deutlich unkritischer, wenn man weiß was man tut.


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