Ich messe seit über einem Jahr den tatsächlichen Stromverbrauch meiner Mitsubishi und kann dazu was sagen: Ein echter Kompressor-Kreislauf, auch in einem mobilen Gerät, ist dem Luftkühler haushoch überlegen – aber nur wenn man die Effizienz nicht blind von der Verpackung abliest.
Zum konkreten Fall: Nordseitig, 18qm, Mietwohnung – das klingt nach einer Situation, wo die thermische Last eigentlich beherrschbar ist. Wenn das Zimmer nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, hält sich die Aufheizung in Grenzen. Ich würde sagen, ein ordentlicher Ventilator plus nächtliches Querlüften reicht dort in 70% der Sommernächte. Für die restlichen 30% – also die echten Tropennächte – braucht man dann doch Kompressorkühlung.
Den SEER-Werten mobiler Geräte würde ich übrigens noch weniger trauen als denen stationärer Anlagen. Mein Messgerät hat mir da schon bei der Mitsubishi Überraschungen geliefert, wie ich in diesem Thread beschrieben hab.
Die Frage klingt einfach, ist sie aber nicht. Verdunstungskühler funktionieren physikalisch nur dann halbwegs, wenn die relative Luftfeuchte deutlich unter 60% liegt. In einem geschlossenen Zimmer steigt die Feuchte durch das Gerät selbst schnell an, und dann ist der Kühleffekt praktisch null. Das ist kein Marketingproblem, das ist schlichte Thermodynamik.
Was mich aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: Viele dieser Luftkühler werden mit Effizienzversprechen beworben, die schlicht nicht haltbar sind. Wenn ich sehe, dass ein 50-Euro-Gerät angeblich 'bis zu 8 Grad kühlt', dann weiß ich, dass da unter Laborbedingungen bei 20% Luftfeuchte gemessen wurde. Real, im deutschen Sommer mit 65-75% relativer Feuchte, bringt das Gerät vielleicht 1-2 Grad gefühlte Abkühlung durch Luftbewegung – das kann ein normaler Ventilator auch.
Für ein nordseitiges 18-qm-Zimmer im Mietbereich ohne Wanddurchbruch-Möglichkeit wäre eine mobile Einschlauchlösung mit echtem Kompressor zumindest ehrlicher – auch wenn die ihre eigenen Nachteile hat. Aber bitte nicht auf die beworbenen GWP-Werte von R32-Geräten vertrauen, ohne die Gesamtbilanz zu prüfen.