Das ist tatsächlich eine sehr fundierte Frage, und ich freue mich, dass du da hinter die Kulissen schaust. Hier meine Sicht aus jahrelanger Vergleichsarbeit:
Der SEER-Wert wird unter europäischen Normbedingungen gemessen – dabei ist die durchschnittliche Außentemperatur auf 35°C eingestellt, nicht auf deine realen 38-40°C. Das ist der kritische Punkt: Mit steigender Außentemperatur sinkt der COP quasi parabolisch. Ein Gerät mit SEER 9,5 kann bei 40°C realistische COPs von 4,0-4,5 haben, nicht 5,2.
Zum zweiten Punkt: Der SCOP-Wert sagt dir tatsächlich etwas über die Inverter-Qualität aus – auch wenn er primär für Heizung gedacht ist. Ein Gerät mit schlechtem SCOP (sagen wir 3,5) hat oft auch Probleme bei Extremlasten, weil die Leistungsmodulation nicht stabil läuft. Das siehst du dann auch im Sommer, wenn es heiß wird.
Zu deinem direkten Vergleich: Ich würde die erste Variante (SEER 9,5, COP 5,2) nehmen – aber mit der Einschränkung: Diese COP-Messung ist auch unter Normbedingungen. Schreib dem Hersteller an und frag nach Leistungskurven bei 40-42°C Außentemperatur. Wenn die den nicht geben, sind sie selbst unsicher.
Mein Fazit: SEER und SCOP sind Orientierungswerte, nicht absolute Aussagen für deine Situation. Die echte Effizienz siehst du nur in den Leistungskurven bei extremen Temperaturen.
Das ist eine sehr gute Beobachtung. Ich habe das gleiche Problem bei meiner Smart-Home-Planung – die SEER-Werte sind unter Prüfbedingungen (bei durchschnittlich 35°C Außentemp) gemessen, bei mir im Juli kommen aber regelmäßig 38-40°C vor. Dann bricht der COP zusammen, egal wie gut der SEER-Wert klingt. Mein Ansatz: Ich vergleiche parallel die Herstellerdatenblätter für höhere Außentemperaturen, falls die Firma die angibt. Der SCOP-Wert hilft mir tatsächlich – nicht zum Heizen, sondern um zu sehen, wie stabil die Leistungsmodulation über verschiedene Lasten verläuft. Je besser der Inverter im Winter läuft, desto besser auch im Sommer.
Ich hab das auch hinterfragt und bin dann ins Datenblatt gegangen: SEER wird unter Teillast gemessen, das ist exakt dein COP-Punkt. Geräte mit schlechtem SCOP haben oft auch Probleme bei extremer Hitze, weil die Inverter-Regelung nicht stabil läuft. Meine Erfahrung: Schau dir an, bei welcher Last der beste COP erreicht wird – wenn das bei 50-60% Last ist (typisch für gute Inverter), dann vertrau dem Gerät auch im Sommer.