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MQTT für Klimaanlage einrichten – wo fange ich sinnvoll an?

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KlimaPlaner55
Beiträge: 45
Themenstarter
(@klimaplaner55)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#71]

Hallo zusammen,

ich habe seit letztem Herbst eine Split-Anlage mit Inverter laufen und bin eigentlich ganz zufrieden mit der Effizienz – ich habe mir extra die SEER-Werte angeschaut und die realen Verbräuche passen gut zu meinen Berechnungen. Jetzt im Juli merke ich aber, dass ich die Anlage gerne automatisierter steuern würde, vor allem in Abhängigkeit von Außentemperatur und Stromtarif.

Ich bin auf MQTT gestoßen und finde das Konzept spannend: Nachrichten übers Netzwerk, Broker zuhause, keine Abhängigkeit von irgendeiner Herstellercloud. Klingt gut. Aber ich stehe wirklich am Anfang.

Mein konkretes Problem: Ich weiß nicht, ob meine Klimaanlage MQTT von Haus aus unterstützt oder ob ich da zwingend zusätzliche Hardware brauche (irgendwas mit ESP32 hab ich gelesen?). Und dann noch die Frage, ob das wirklich stabil läuft oder ob man da ständig basteln muss.

Mein Ziel wäre relativ simpel: Solltemperatur automatisch anpassen wenn die Außentemperatur einen bestimmten Wert überschreitet, und idealerweise das ganze in Kombination mit meinem Strommessgerät auswerten. Ich will kein Bastelprojekt das nach zwei Wochen abraucht, sondern etwas das dauerhaft funktioniert.

Welche Hardware brauche ich mindestens? Welche Software? Und gibt es Hersteller die das nativ besser unterstützen als andere?

Danke schon mal!


6 Antworten
MarcusHeld
Beiträge: 8
(@marcusheld)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurz ergänzend zu Markus: Der CN105-Port bei Mitsubishi ist in der Community wirklich gut erschlossen, da gibt es fertige ESPHome-Komponenten. Ich hab das an einer Mitsubishi Electric MSZ laufen und das Ding ist seit Monaten stabil – kein einziger Absturz.

Was ich dir aber mitgeben möchte: Der Aufwand für die Ersteinrichtung ist nicht trivial. Du brauchst grundlegendes Verständnis von YAML-Konfiguration (für ESPHome), du musst einen MQTT-Broker aufsetzen, und dann noch die Automatisierungslogik in Home Assistant oder Node-RED schreiben. Wenn du das noch nie gemacht hast, rechne mit ein bis zwei Wochenenden bis alles rund läuft.

Das Ergebnis ist aber aus meiner Sicht unschlagbar: Ich sehe Kompressorfrequenz, Vorlauf- und Rücklauftemperatur des Kältemittels, Leistungsaufnahme – und kann COP-Werte in Echtzeit tracken. Das ist für jemanden der Effizienz ernst nimmt wirklich spannend. Den Unterschied im Teillastbetrieb zwischen verschiedenen Herstellern kann man so sauber dokumentieren, ich hab dazu auch im Forum schon was geschrieben.

Fazit: Mach es, aber plane genug Zeit ein.


Antwort
Markus-Pfeiffer
Beiträge: 29
(@markus-pfeiffer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich letztes Jahr intensiv damit beschäftigt, nachdem ich gemerkt habe dass die Hersteller-Apps zu wenig Daten liefern. Kurz zur Grundfrage: Die meisten Klimaanlagen unterstützen MQTT nicht nativ, du brauchst also einen Zwischenschritt.

Der verbreitetste Weg ist tatsächlich ein ESP32 (oder ESP8266) mit der ESPHome-Firmware kombiniert mit einem IR-Sender oder – wenn deine Anlage eine serielle Schnittstelle hat – direkt per Kabel. Der Broker läuft dann lokal, z.B. Mosquitto auf einem Raspberry Pi oder als Add-on in Home Assistant.

Was mich an deinem Ziel überzeugt: Die Kombination aus Außentemperatursensor und Stromzähler ist wirklich sinnvoll. Ich messe selbst Verbrauchsdaten und kann sagen, dass die Automatisierung über Solltemperaturanpassung tatsächlich ein paar Prozent Einsparung bringt – das hab ich auch in meinem Beitrag über Inverter-Messungen vs. Herstellerangaben dokumentiert.

Hersteller mit serieller Schnittstelle die gut dokumentiert ist: Mitsubishi Electric (CN105-Port) und Daikin (S21-Schnittstelle) sind die bekanntesten. Damit läuft das deutlich stabiler als via IR-Blaster.


Antwort
Werner47
Beiträge: 9
(@werner47)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

KlausHartmann hat einen Punkt den ich unterstütze: Ich habe in meinem Thread über Smart-Home-Apps genau das diskutiert – viele Lösungen sehen im Dashboard toll aus und nach sechs Monaten stimmen die Messdaten nicht mehr mit der Realität überein weil irgendeine Abhängigkeit gebrochen ist.

MQTT selbst als Protokoll ist solide. Aber die Stabilität hängt stark davon ab welche Firmware-Versionen zusammenspielen, ob der ESP32-Adapter nach einem Stromausfall zuverlässig reconnectet, ob der Broker läuft wenn du ihn brauchst. Das sind alles Punkte die erst nach Monaten Dauerbetrieb wirklich bewertet werden können.

Ich würde dir empfehlen: Fang mit einem Testaufbau an, trenne das vom Hauptsystem, und miss mindestens einen Sommer durch bevor du das als verlässliche Automatisierung deklarierst.


Antwort
Marcus B.
Beiträge: 22
(@filterfan_1987)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich komm aus ner ganz anderen Richtung, aber der Punkt mit der Luftqualität wird hier komplett vergessen: Wenn ihr anfangt die Anlage per Automatisierung öfter ein- und auszuschalten oder die Solltemperatur häufig zu ändern, hat das auch Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit im Raum. Kurze Zyklen entfeuchten kaum, das merkt man dann an PM2.5-Werten und Schimmelrisiko.

Für MQTT selbst kann ich nix beitragen, aber wer die Automatisierung aufbaut sollte zumindest einen Mindest-Betriebszyklus einbauen damit die Anlage nicht alle 10 Minuten hin- und herspringt.


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