Mich beschäftigt das Thema schon eine Weile, und jetzt im Juli wo die Dinger rund um die Uhr laufen, drängt es mich endlich dazu, das sauber zu lösen.
Ich habe hier mehrere Split-Systeme von unterschiedlichen Herstellern laufen, alle WLAN-fähig. Das Problem: Die Hersteller-Apps brauchen ohne Ausnahme eine aktive Internetverbindung zum Hersteller-Server, um die Anlage überhaupt steuern zu können – selbst wenn Handy und Klimagerät im selben Netzwerk hängen. Für mich als jemand, dem die Inverter-Effizienz und das Lastprofil wichtig sind, ist das eigentlich ein No-Go. Wenn der Server mal down ist oder der Hersteller entscheidet, die Cloud einzustellen, sitze ich da ohne App-Steuerung.
Ich will das sauber lokal regeln – idealerweise ohne dass das Gerät überhaupt nach draußen kommuniziert. Meine Überlegung: Das Gerät im Router vollständig vom Internet abschneiden (VLAN oder einfach Firewall-Regel) und dann schauen, ob trotzdem eine lokale API oder ein lokales Protokoll verfügbar ist.
Bei manchen Geräten scheint das zu gehen, bei anderen nicht. Hat jemand damit konkrete Erfahrung gemacht, welche Hersteller oder Chipsets da besser aufgestellt sind? Speziell interessiert mich, ob ich dann noch Daten wie aktuelle Leistungsaufnahme oder Betriebsmodus auslesen kann – nicht nur Ein/Aus senden. Das wäre für mein Monitoring entscheidend.
Welche Wege habt ihr gefunden, um das ohne Cloudabhängigkeit hinzubekommen?
Ich sehe das etwas skeptischer als Tobias-Renner. Ja, Midea-basierte Geräte sind vergleichsweise gut dokumentiert – aber 'lokal funktioniert' heißt in der Praxis oft: funktioniert, bis der Hersteller ein Firmware-Update ausrollt und plötzlich ist die lokale API weg oder das Gerät sendet wieder munter nach Hause trotz Firewallregel, weil es andere Ports nimmt. Ich hab das selbst durchgekaut.
Das grundsätzliche Problem ist, dass kein Hersteller ein wirtschaftliches Interesse daran hat, lokale Steuerung langfristig stabil zu halten. Die wollen dich in ihrer Cloud. Was heute mit Tuya Local geht, kann morgen nach einem erzwungenen OTA weg sein – und du hast keine Kontrolle darüber, wann das Gerät updated.
Mein persönlicher Ansatz: Wer wirklich cloudfrei will, kommt um einen IR-Blaster oder – bei Geräten mit RS485-Schnittstelle – eine serielle Anbindung ans Innengerät nicht herum. Das ist invasiver, aber du bist nicht von Firmwarelaune abhängig. Für Leistungsdaten brauchst du dann sowieso einen externen Zähler, da sind KlimaTechnik_87 und Tobias-Renner völlig richtig.
Welches Gerät hast du konkret? Ohne Hersteller und Modell bleibt jede Empfehlung ziemlich spekulativ.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit den Bestsellern auf Amazon - die sind oft Bestseller, weil sie zuverlässig funktionieren und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Schau dir mal die Top-bewerteten Modelle an, da findest du schnell was Passendes für deine Situation. Klimaanlagen Bestseller auf Amazon
Kurz zur Ergänzung: Auf die Leistungsaufnahme direkt aus dem Klimagerät per WLAN zu kommen ist bei 95% der Geräte schlicht nicht vorgesehen. Das Protokoll gibt das intern einfach nicht raus. Separater Zähler ist kein Workaround sondern eigentlich die einzig belastbare Lösung.
Das ist genau der richtige Ansatz – Gerät per VLAN vom Internet abklemmen und schauen was lokal noch geht. Ich mach das bei meinen Split-Anlagen schon seit gut einem Jahr so.
Der Chipset ist tatsächlich entscheidend. Geräte mit einem ESP-basierten WLAN-Modul (erkennt man oft daran, dass die Firmware über OTA aktualisiert wird) lassen sich häufig über Tuya Local oder direkt per eigenes Protokoll ansprechen. Bei mir läuft das über Home Assistant mit dem lokalen Tuya-Integration – ohne Cloud, ohne externen Server.
Was du zur Leistungsaufnahme sagst: Das ist der Knackpunkt. Die meisten Protokolle liefern dir Sollwert, Modus und ggf. aktuelle Raumtemperatur. Echte Verbrauchsdaten bekommst du darüber in den seltensten Fällen – da musst du meistens einen separaten Energiezähler (Shelly EM o.ä.) zwischenschalten. Ich hab das so gelöst und korreliere dann Laufzeit und Betriebsmodus mit dem Zählerwert, um näherungsweise auf den COP zu kommen. Nicht perfekt, funktioniert aber fürs Monitoring gut genug.
Hersteller-seitig sind Midea-basierte Geräte (da hängt ein halbes Dutzend Marken dran) und manche Gree-Derivate recht gut dokumentiert. Mitsubishi und Daikin haben proprietäre Protokolle – da wird's schwieriger, hab ich selbst anderorts schon festgestellt dass man da öfter an Grenzen stößt.