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Smart-Home-Apps für Klimasteuerung: Echte Messdaten oder nur buntes Dashboard?

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Werner47
Beiträge: 9
Themenstarter
(@werner47)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#67]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit längerem kritisch mit der Frage, ob Smart-Home-Integrationen für Klimaanlagen tatsächlich das halten, was sie versprechen – oder ob man am Ende nur eine hübsche App hat, die einem das Gefühl von Kontrolle gibt, ohne wirklich nachprüfbare Daten zu liefern.

Konkret geht es mir um folgendes: Die meisten Hersteller-Apps zeigen irgendwelche Betriebszustände an, aber wie verlässlich sind diese Werte wirklich? Ich habe parallel mit einem externen Strommessgerät gemessen und festgestellt, dass die App-Anzeigen meiner Klimaanlage teilweise deutlich von den tatsächlichen Verbrauchswerten abweichen – manchmal bis zu 15-20%.

Außerdem interessiert mich, wie ihr das mit der Langzeitmessung handhabt. Protokolliert ihr eure Verbrauchsdaten irgendwo dauerhaft? Gibt es Apps oder Systeme, die wirklich transparente Rohdaten ausgeben, die man selbst auswerten kann – keine gefilterten Durchschnittswerte?

Mein Ziel ist keine komfortable Fernsteuerung per Sprache oder so, sondern eine echte Datenbasis, auf der ich Entscheidungen treffen kann: Wann lohnt sich der Betrieb wirklich? Wann wird das Gerät ineffizient? Sind die Inspektionsintervalle an echten Leistungsabfällen erkennbar?

Bin gespannt, ob hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder ob die meisten einfach der App vertrauen ohne nachzumessen.


5 Antworten
KuehlProfi_Marc
Beiträge: 41
(@kuehlprofi_marc)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ehrlich gesagt vertraue ich der App hauptsächlich für die Fernsteuerung, nicht für Verbrauchsanalysen. Hab das nie so kritisch hinterfragt wie du, Werner – vielleicht sollte ich das mal ändern.

Ein Strommessadapter kostet ja nicht die Welt, das wäre ein erster Schritt.


Antwort
Markus-Breitner92
Beiträge: 36
(@markus-breitner92)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Sehr gutes Thema, das trifft genau meinen aktuellen Planungsstand. Ich habe drüben schon über Zeitpläne und echte Stromersparnis geschrieben, aber die Messdaten-Frage ist nochmal eine ganz andere Baustelle.

Ich bin gerade dabei, mir eine Shelly-Steckdose mit Energiemessung in Kombination mit der Hersteller-App anzuschaffen, genau um diesen Vergleich durchzuführen, den du beschreibst. Die Idee: Rohdaten vom Shelly in InfluxDB schreiben und dann mit Grafana visualisieren. Das gibt zumindest einen lückenlosen Verbrauchsverlauf, den man selbst kontrolliert.

Die Abweichung von 15-20%, die du nennst, wundert mich nicht. Hersteller-Apps rechnen oft mit Nennwerten statt gemessenen Istwerten. Ob das absichtlich geschönt ist oder einfach technisch ungenau, lässt sich schwer sagen. Aber genau deshalb würde ich niemals nur auf die App-Anzeige vertrauen.

Hast du schon ausprobiert, ob deine Anlage irgendwelche lokalen Schnittstellen hat – Modbus, BACnet oder ähnliches? Manche Geräte geben da deutlich mehr raus als über die Hersteller-Cloud.


Antwort
Markus_K_1988
Beiträge: 44
(@markus_k_1988)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Seit letztem Sommer laufe ich mit einem Zwischenstecker zur Strommessung (TP-Link Kasa) und die Werte der Hersteller-App meiner Split-Klimaanlage passen in der Spitze ganz gut, aber bei Teillast im Inverter-Betrieb weichen sie spürbar ab. Da zeigt die App manchmal 400W an, der Zwischenstecker misst 340W – das ist keine Kleinigkeit über einen ganzen Monat gerechnet.

Für Langzeitmessung nutze ich Home Assistant mit dem Energy-Dashboard. Die Daten kommen vom Kasa-Plug direkt rein, stündliche Aufzeichnung. Man sieht dann auch gut, wann das Gerät aus dem effizienten Inverter-Bereich rausfällt – das sind meistens die ersten 10-15 Minuten nach dem Start und Phasen mit sehr hoher Außentemperatur.

Ob man da wirklich Inspektionsbedarf ableiten kann, bin ich noch nicht sicher. Einen leichten Leistungsabfall hatte ich noch nicht messbar, aber ich messe ja auch erst seit einem Jahr. Längere Zeitreihen wären da interessanter.


Antwort
R.Beckmann
Beiträge: 19
(@r-beckmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Das deckt sich mit dem, was ich bei meinem Monoblock-Gerät seit drei Jahren beobachte. Ich habe das Thema Inverter-Versprechen vs. Realität schon ausführlich beleuchtet und bin zu keinem besonders schmeichelhaften Ergebnis für die Hersteller gekommen.

Die App meines Geräts hat überhaupt keine Verbrauchsanzeige, nur Betriebsstatus. Was ich stattdessen mache: Ich lese den Haushaltszähler morgens und abends ab an Hitzetagen und schreibe das in eine einfache Tabelle. Simpel, aber verlässlich. Nach drei Sommern hat man da eine ganz brauchbare Datenbasis.

Was mich bei deiner Frage interessiert: Hast du konkrete Hinweise gefunden, wann Inspektionsbedarf in den Messdaten sichtbar wird? Ich vermute, dass Kältemittelverlust oder ein verschmutzter Filter sich über längere Laufzeiten pro Grad Abkühlung abzeichnet – aber einen klaren Beweis hab ich dafür noch nicht.


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