Hallo zusammen,
ich plane gerade für den Sommer meine Klimaanlage etwas smarter zu überwachen und stehe vor der Frage, welche Monitoring-Lösung wirklich Sinn macht wenn man den tatsächlichen SEER im Alltag nachvollziehen will – nicht nur die Herstellerangabe vom Datenblatt.
Ich habe eine Split-Anlage (Mitsubishi, ca. 3,5 kW Kühlleistung) und würde gerne wissen wieviel Strom die im Verhältnis zur erbrachten Kühlleistung tatsächlich zieht. Besonders interessiert mich das über die ganzen Sommermonate.
Aktuell sehe ich drei Optionen:
1. Separater Zwischenstromzähler (z.B. so ein günstiger DIN-Schienen-Zähler im Verteiler)
2. Shelly EM – hat den Vorteil dass die Daten irgendwie in Home Assistant laufen könnten
3. Direkt die Mitsubishi Kumo Cloud App nutzen – die soll ja auch Verbrauchsdaten liefern
Aber: Wie genau sind diese Methoden wirklich? Der Shelly EM hat glaube ich Toleranzen die bei Inverter-Betrieb mit wechselnden Lasten problematisch sein könnten. Und ob die Hersteller-Apps da ehrlich sind weiß ich auch nicht.
Falls jemand sowas schon produktiv betreibt und echte Zahlen vergleichen konnte würde mich das sehr interessieren. Bin kein Elektriker, also nichts zu kompliziertes bitte.
Danke!
Wie Klaus oben schreibt, ohne Temperaturmessung kriegst du keinen echten SEER – das ist halt Physik. Aber wenn dich hauptsächlich der Stromverbrauch interessiert und du Home Assistant nutzt (oder nutzen willst), dann ist der Shelly EM ehrlich gesagt die komfortabelste Lösung. Ich hab bei mir alles lokal laufen ohne Cloud-Abhängigkeit, da passt der Shelly gut rein.
Die Hersteller-Apps sind für mich generell ein No-Go wenn's um genaue Daten geht – ich hab das Klimaanlage lokal per MQTT steuern schon ausführlicher diskutiert. Kumo Cloud läuft über Mitsubishi-Server, was bedeutet wenn die mal lahm sind oder du keinen Internet hast verlierst du auch die Daten. Für Langzeitauswertung über einen ganzen Sommer absolut ungeeignet.
Kurz gesagt: Shelly EM + HA + Influx DB für die Historisierung, dann hast du nach dem Sommer echte Graphen.
Also ich hab das bei mir ähnlich durchgespielt, allerdings eher aus Neugier wegen dem Stromverbrauch – das Thema SEER-Auswertung im echten Betrieb ist nochmal eine andere Hausnummer weil du ja auch die Kühlleistung irgendwie erfassen müsstest, nicht nur den Strom.
Zum Shelly EM: Die Messgenauigkeit liegt offiziell bei ca. ±1%, was für einen Inverter-Verdichter eigentlich akzeptabel ist. Das Problem ist weniger die Toleranz als die Tatsache dass du beim Shelly EM die Stromzangen richtig positionieren musst – bei falscher Montage hast du schon größere Abweichungen. Ich hatte das bei meinem Außengerät kurz auch falsch und die Werte waren am Anfang Unsinn.
Der separate DIN-Zähler ist meiner Meinung nach die ehrlichste Lösung wenn du wirklich genaue kWh-Werte willst. Günstiger Eastron SDM120 zum Beispiel, den kann man auch per Modbus/RS485 auslesen. Kein Schnickschnack, aber verlässlich.
Die Hersteller-Apps würde ich für so eine Auswertung nicht nehmen. Die Kumo Cloud von Mitsubishi zeigt zwar Verbrauchsdaten an, aber die sind meines Wissens teilweise hochgerechnet und nicht direkt gemessen. Ich würde der nicht blind vertrauen.
Eins noch: Der echte SEER im Alltag lässt sich ohne Temperatursensoren im Raum und draußen sowieso nur annähernd berechnen. Wenn du das wirklich sauber machen willst brauchst du mehr als nur den Stromzähler.