Hallo zusammen,
ich steh gerade vor der Entscheidung ob ich mir für diesen Sommer eine mobile Klimaanlage zulege. Wohne im Dachgeschoss, die Wohnung ist ca. 65qm, und der Wohnbereich mit Küche ist so etwa 28qm. Das Dach ist leider nicht sonderlich gut gedämmt – Altbau aus den 60ern, Dachziegel direkt drüber ohne nennenswerte Dämmschicht. Im letzten Sommer haben wir da oben locker 36-37 Grad gehabt, das war kaum auszuhalten.
Jetzt ist Juni und es wird wieder wärmer, der nächste Hitzeschub kommt bestimmt. Ich hab schon viel gelesen über mobile Klimageräte und bin ehrlich gesagt etwas skeptisch geworden. Überall steht dass die angegebene Kühleistung (z.B. 12.000 BTU) in der Praxis deutlich schlechter ist weil der Abluftschlauch warme Luft reinzieht. Stimmt das wirklich so krass? Und macht es überhaupt Sinn für so eine schlecht gedämmte Wohnung?
Eine Split-Klimaanlage wäre natürlich die bessere Lösung, das ist mir klar. Aber als Mieter ist das schwierig mit dem Vermieter, der blockt da schon länger. Mobiles Gerät wäre halt schnell aufgestellt ohne große Umbaumaßnahmen.
Hat jemand Erfahrungen mit mobilen Geräten in ähnlichen Bedingungen – also Dachgeschoss, schlechte Dämmung, hohe Außentemperaturen? Welche Kühlleistung sollte ich mindestens anpeilen? Gibt es da vielleicht Modelle die ihr empfehlen könnt oder Marken die man besser meiden sollte?
Danke schon mal!
Kurze Anmerkung noch: Bei so nem alten Dach ohne Dämmung ist die Wärmelast einfach brutal. Selbst ein gut funktionierendes Splitgerät kämpft da. Das mobile Gerät wird den Raum vielleicht von 37 auf 30 Grad bringen – ob dir das reicht musst du selbst wissen.
Ich hab mich vor kurzem auch intensiv mit dem Thema Klimaanlagen und Mietrecht beschäftigt. Grundsätzlich stimmt was Felix schreibt – mobile Geräte brauchenn keine Genehmigung. Aber ich würde trotzdem kurz beim Vermieter anklopfen wenn du z.B. eine Fensterabdichtung oder eine kleine Wanddurchführung für den Schlauch brauchst. Manche Vermieter sind da entspannter als man denkt, gerade wenn man freundlich fragt.
Zur eigentlichen Frage: Für dein Szenario würde ich auf Geräte mit Dual-Schlauch-System achten, falls sowas in deinem Budget liegt. Die saugen Außenluft für die Kühlung des Verflüssigers direkt von außen an statt aus dem gekühlten Raum – das löst das Problem mit dem Unterdruck zumindest teilweise. Sind aber seltener und teurer.
Ansonsten: Gerät auf maximale BTU-Zahl für deine Raumgröße, Schlauch kurz halten, Raum so gut es geht abdunkeln. Und die Erwartungen etwas zurückschrauben – bei 37 Grad Außentemperatur und kaum Dämmung ist jedes mobile Gerät irgendwann am Limit.
Die Skepsis gegenüber den angegebenen BTU-Werten ist absolut berechtigt. Ich hab mich da selbst mal intensiv damit beschäftigt, als ich einen Monoblock installiert hab – kannst du auch in meinem Beitrag Monoblock selbst eingebaut – welche Probleme hattet ihr dabei? nachlesen.
Kurz gesagt: Die beworbenen Leistungswerte werden unter Laborbedingungen gemessen, die mit deiner Situation nichts zu tun haben. Der Abluftschlauch ist das Kernproblem – der leitet zwar heiße Luft nach außen, aber gleichzeitig entsteht ein Unterdruck im Raum, der warme Außenluft durch alle Ritzen nachzieht. Effektivverlust kann je nach Gebäudezustand 30-50% betragen.
Bei deinem Dachgeschoss mit schlechter Dämmung würde ich mindestens 14.000 BTU anpeilen, eher mehr. Und selbst dann wirst du an wirklich heißen Tagen (35°C+) wahrscheinlich merken dass das Gerät kaum hinterherkommt. Fenster tagsüber geschlossen halten und abdunkeln ist Pflicht – das bringt oft mehr als ein paar hundert Watt extra Kühlleistung.
Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als SplitPlaner hier oben. Die mobilen Geräte sind nicht grundsätzlich schlecht, aber für ein schlecht gedämmtes Dachgeschoss mit 28qm im Hochsommer – da muss man realistisch sein. Die werden dir den Raum nicht auf angenehme 22 Grad runterkühlen, das schafft kein mobiles Gerät in dem Szenario.
Was aber wirklich hilft: Den Abluftschlauch so kurz wie möglich halten und ordentlich abdichten. Viele bauen da einfach ne Platte mit Loch ins Fenster, das reduziert den Wärmeeintrag durch den Fensterrahmen merklich. Außerdem – und das klingt banal – Rollos und Vorhänge. Wenn du das Dach tagsüber nicht aufheizen lässt, muss die Klimaanlage abends weniger arbeiten.
Vom Vermieter her: Für eine mobile Anlage brauchst du eigentlich gar keine Genehmigung, solange du nichts fest einbaust. Also da kannst du einfach loslegen.